Der Simmozheimer Gemeinderat hat die Weichen für die Ausschreibung des zweiten Bauabschnitts der öffentlichen Plätze und Freianlagen im Schillerareal gestellt.
In der jüngsten Sitzung wurde nach den Worten von Bürgermeister Stefan Feigl im Schillerareal „der letzte große Beschluss über das, was die Gemeinde zu bauen hat“ gefasst. Die Arbeiten für den ersten Bauabschnitt „Nord“ haben im September 2025 begonnen. Die Kosten dafür liegen erheblich über der Kostenschätzung.
Bauabschnitt eins
Dieser erste Bauabschnitt umfasst im Wesentlichen die Sanierung der denkmalgeschützten Kirchenmauer an der Schillerstraße, die Herstellung der Aufgangsrampe zum Friedhof und den Ausbau des Friedhofsparkplatzes an der Hauffstraße. Weiter werden Grünanlagen und Wege zu Friedhof, Kirche und Schillerareal hergestellt.
Der Außenbereich der Kindertagesstätte wird gestaltet und ein provisorischer Zugang von der Hauffstraße geschaffen. Die Herstellung der großen Freitreppe zwischen Bürgerzentrum und Kirche ist im ersten Bauabschnitt enthalten, ebenso das Wasserspiel und der Platzbereich vor dem Bürgerzentrum.
Bauabschnitt zwei
Der zweite Abschnitt „Süd“ sollte solange zurückgestellt werden, bis die drei Investorengebäude im Schillerareal auch gebaut sind, um in den Bauphasen Schäden an den Plätzen und Flächen zu verhindern. Jetzt steht eines der betreffenden Grundstücke unmittelbar vor der Vermarktung, heißt es in der Sitzungsvorlage. Die Baugenehmigung für ein Gesundheitszentrum mit einer Zahnarztpraxis und vier Wohnungen wurde im November erteilt.
Für die beiden anderen Investorengebäude hinter dem Bürgerzentrum und links neben der neuen Kita, in denen Betreutes Wohnen und eine Tagespflege geplant sind, gibt es bislang keine konkreten Bauabsichten. Um lange Provisorien besonders auch für den Zugang zur Kita zu vermeiden – im September 2026 ist die Eröffnung zumindest einer Gruppe im neuen Kita-Gebäude geplant – soll nun der zweite Bauabschnitt ebenfalls in Angriff genommen werden.
Öffentlicher Parkplatz
Die Gemeinde konnte zwischenzeitlich die neben dem genehmigten Gesundheitszentrum liegenden Anwesen Schillerstraße 11 und Schillerstraße 13/1 kaufen. Nach dem Abbruch der Gebäude, der über den Jahreswechsel erfolgen soll, ist dort ein öffentlicher Parkplatz geplant. Dafür wird die bisherige Planung erweitert (Bauabschnitt 3b). Dabei bietet sich an, auch die öffentlichen Parkplätze und Fußgängerwege um das Rathaus- und Kreissparkassengebäude mit einzubeziehen. Dort gibt es Schäden im Belag und der Aufgangsbereich vom dortigen Parkplatz ins Schillerareal könnte ansprechender gestaltet werden (Bauabschnitt 3a).
Das kosten die Landschaftsbauarbeiten
Der Schultes erläuterte die Details anhand einer Vorentwurfsplanung des im Schillerareal tätigen Landschaftsplanungsbüros Fromm. Das Büro hat auch eine Kostenschätzung vorgelegt. Für die Landschaftsbauarbeiten in den noch ausstehenden Bauabschnitten sind gut 977 000 Euro inklusive Mehrwertsteuer angesetzt. Davon entfallen rund 507 200 Euro auf den Bauabschnitt 2, 298 000 Euro auf den Abschnitt 3a und etwa 171 900 Euro auf den Abschnitt 3b. Die Gesamtkosten für die öffentlichen Freianlagen und Plätze im Schillerareal erhöhen sich damit auf rund 3,034 Millionen Euro brutto einschließlich der Baunebenkosten sowie der Beleuchtungs- und Elektroanlagen.
Antrag auf weitere Förderung
Für die Erweiterung der Bauabschnitte wird die Verwaltung einen Aufstockungsantrag aus der Städtebauförderung stellen. „Für die neue Kita und das Bürgerzentrum bekommen wir schon die bestmögliche Förderung aus dem Investitionspakt SIQ (Soziale Integration im Quartier)“, berichtete Feigl. Weiter betonte er, dass das Honorar des Landschaftsarchitekten auf Basis der bisherigen Verträge nach dem Mehraufwand berechnet wird. „Wir haben sehr gute Architekten“, lobte der Bürgermeister, „Stefan Fromm ist jede Woche auf der Baustelle.“
„Dies ist der letzte große Beschluss zu dem, was die Gemeinde im Schillerareal zu bauen hat“, machte der Schultes abschließend deutlich. Durch konsequentes Dranbleiben, auch wenn es mal schwierig werde, „schaffen wir das, was wir vor neun Jahren begonnen haben. Ich danke Ihnen allen fürs Dranbleiben und Mitmachen“, wandte er sich ans Gremium.
Die Landschaftsarchitekten fertigen jetzt die Ausführungsplanung, die Bauarbeiten sollen im ersten Quartal 2026 europaweit ausgeschrieben werden. Bei einer Gegenstimme gab der Rat seine Zustimmung.