Autos ausleihen, flexibel zurückgeben: Dieses Konzept soll künftig auch in Schramberg möglich sein. Foto: pengzphoto - stock.adobe.com

Zwei Standorte mit Ladesäulen sind geplant, Buchung und Registrierung laufen über eine App.

Aichhalden, Rottweil, Zimmern und Schiltach verfügen bereits über einen Standort, Hardt und Rötenberg befinden sich in der technischen Umsetzung – und nun soll auch Schramberg (wieder) „ans Netz“ gehen und E-Carsharing anbieten. Der Gemeinderat hat in seiner jüngsten Sitzung einstimmig zugestimmt.

 

Den Anstoß, sich erneut mit einem tragfähigen Konzept für ein Carsharing-Angebot zu befassen, gab die CDU-Fraktion, die im Dezember einen entsprechenden Antrag eingebracht hatte.

Stadt stellt Stellplätze

Umgesetzt wird das Projekt nun im Rahmen eines Netzwerkzusammenschlusses im Landkreis Rottweil gemeinsam mit der deer GmbH. Mehrere Gemeinden im Kreis sind bereits im Herbst vergangenen Jahres mit diesem Angebot gestartet. Das Unternehmen ist eine Tochtergesellschaft der Energie Calw GmbH und wurde 2007 gegründet.

Eine Prüfung der Verwaltung hatte ergeben, dass die Stadtwerke Schramberg ein E-Carsharing nicht in ihrem Portfolio sehen.

Kosten von 35 000 Euro

Zunächst sind gemeinsam mit der deer GmbH zwei Standorte vorgesehen: am Schweizer-Parkplatz in der Talstadt sowie an der Schramberger Straße 6 („Rose“) in Sulgen. Dort stellt die Stadt jeweils zwei Stellplätze zur Verfügung. Die deer GmbH errichtet an beiden Standorten Normalladesäulen mit jeweils zwei Ladepunkten (bis maximal 22 Kilowatt) und betreibt diese für mindestens zehn Jahre. Die Ladesäulen bleiben Eigentum des Unternehmens. Sofern die Ladepunkte nicht durch E-Carsharing-Fahrzeuge belegt sind, stehen sie auch der Öffentlichkeit zum Laden privater Elektroautos zur Verfügung.

Für die Umsetzung stellt die Stadt außerplanmäßige Mittel in Höhe von 35 000 Euro bereit.

Die Calwer setzen auf ein stationsflexibles Carsharing-Modell. „Dieses ermöglicht auch Einwegfahrten. Das bedeutet, dass das Fahrzeug nicht am Ausgangspunkt zurückgegeben werden muss“, erläuterte Bjarne Müller von deer, der zur Sitzung zugeschaltet war. Registrierung und Buchung erfolgen über eine App.

Ladesäule im Parkhaus?

Zusätzlich soll eine weitere Ladesäule in der Talstadt entstehen – am Parkplatz „Am Mühlegraben“. Dafür wird die bislang geplante Ladesäule in der Hauptstraße gegenüber der Drogerie Müller vorerst zurückgestellt.

Auf Nachfrage von Stadträtin Barbara Kunst (CDU) erklärte Stadtwerke-Geschäftsführer Peter Kälble, dass eine Ladesäule im Parkhaus „nicht ganz günstig“ wäre. Im Rahmen des Brandschutzkonzepts werde derzeit geprüft, ob dort eine Installation möglich ist. Die Schnellladestation am Schloss sei aktuell die meistgenutzte Anlage.

Im ursprünglichen Beschlussvorschlag war festgehalten, dass der CDU-Antrag damit verwaltungsseitig erledigt sei. „Damit geben wir uns nicht zufrieden“, stellte CDU-Stadtrat Dominik Dieterle klar. „Wir erwarten, dass der Ausbau im Stadtgebiet in den nächsten Jahren weiter vorangetrieben wird.“ Auch dahinter standen die Stadträte einstimmig.