Im Seniorenwohnen-Neubau an der Scheffelstraße eröffnet in Kürze eine Tagespflege-Einrichtung für ältere Menschen. Es wird bis zu 18 Plätze pro Tag geben.
Der erste Neubau in der Neuen Ortsmitte Grenzach ist seit einigen Wochen bezogen. Während die Außenanlagen große Fortschritte machen, wird im Erdgeschoss des Mehrfamilienhauses an der Scheffelstraße noch kräftig gewerkelt. Seit vergangener Woche läuft der Innenausbau der neuen Tagespflege der Kirchlichen Sozialstation Grenzach-Wyhlen auf Hochtouren. Pflegedienstleiterin Antje Schmid gab unserer Zeitung einen exklusiven Einblick in die Räume und erklärt, wie die weiteren Abläufe bis zum Start am 2. März sind.
Ein Koch wurde bereits gefunden
Von der Scheffelstraße sieht man schon die beiden großen Schiebetüren. Noch hängen DIN-A4-Zettel daran, die die Hausnummer und Einrichtung betiteln. Demnächst folgt eine Beklebung, die zudem als Sichtschutz dient. Zum Haus der Begegnung gelegen ist ein großer Aufenthaltsraum, der ab Sommer jeden Mittwoch zu einem kleinen Café werden soll, das auch externe Personen besuchen dürfen. Die weiteren Mahlzeiten sind aber nur für die Tagespflege-Gäste gedacht. Deren Essen wird durch den aktuell einzigen Mann in der Einrichtung zubereitet: Ein Koch steht fünf Tage die Woche zur Verfügung. Hierbei soll einerseits durch Gerüche eine gewisse Stimulation für die Gäste entstehen, aber auch die Möglichkeit gegeben werden, sich nach eigenen Möglichkeiten zu beteiligen, erklärt Schmid.
Verschiedene Angebote zur Aktivierung der Gäste
Der Tagesablauf soll den Besuchern Struktur geben, die vor allem bei einer dementiellen Erkrankung hilfreich sein kann. Nach dem Abholen zuhause kann zunächst gefrühstückt werden. Dann stehen verschiedene Aktivierungsprogramme auf der Tagesordnung. „Wichtig ist: Das sind Angebote. Es gibt keine Pflicht, daran teilzunehmen“, erläutert die Expertin. Um Inspiration zu sammeln, wurden zahlreiche Einrichtungen besucht. Die Mitarbeiterinnen absolvierten verschiedene Fortbildungen. So gibt es nun mehrere Sport-Übungsleiterinnen für Senioren.
Worauf Schmid besonders stolz ist: Die von der Universitätsklinik Erlangen entwickelte MAKS-Therapie für Demenzerkrankte ist ein Aushängeschild des Angebots. Die Abkürzung steht für (M)otorische Aktivierung, (A)lltagspraktische Aktivierung, (K)ognitive Aktivierung und (S)oziale Aktivierung und soll als nicht-medikamentöse Gruppentherapie zudem die Stimmungslage der Patienten verbessern.
Spezielle Sessel, die beim Aufstehen helfen können, stehen bereits parat. Dank Akkubetrieb sind sie flexibel im zweiten großen Raum auf der Nordseite verwendbar. Der dritte Raum überrascht mit vier in Schränken versteckten Betten. „Bei Bedarf können wir Aktivierungen auch im Liegen machen. Geschlafen werden soll hier aber nicht“, lacht Schmid und schaut aus dem Fenster gen Westen.
Im März geht es offiziell mit der Pflege los
Davor wird derzeit eine teilüberdachte Terrasse angelegt, die auch über einen Großteil der Nordseite geht. „Wir haben hier einen Premiumplatz mit bester Sicht auf die Baustelle. Das wird schön mit der Neuen Mitte – wir sind mittendrin“, betont sie und verweist darauf, dass viele Einrichtungen eher außerhalb der Innenstädte zu finden seien. So fühlen die Tagespflegegäste, wieder unter Menschen zu sein. Dies gelte auch für das Leben auf dem angrenzenden Spielplatz.
Vor allem ein örtlicher Schreiner hat derzeit noch viel zu tun in den Räumlichkeiten. Die Elektrik ist fast fertig abgeschlossen. Ende Januar stehen nun noch Verhandlungen mit den Krankenkassen bevor, ehe die 64 potenziellen Besucher auf der Warteliste im Februar informiert werden. Zwischen einem und fünf Tagen können sie dann zwischen 8 und 16 Uhr die Tagespflege aufsuchen. Fahrtkosten und die Betreuung bezahlen die Pflegekassen. Für die Gäste bleibt der Eigenanteil für Unterkunft, Verpflegung sowie einen Investitionsanteil. Ende Februar soll mit einem Tag der offenen Tür die Einweihung stattfinden.
Mehr unter www.kisozi-gw.de und www.maks-therapie.de