An dieser Stelle der B 415, etwa einen Kilometer vor der Abfahrt Richtung Langenwinkel, soll der Anschluss zum neuen Klinikum entstehen. Foto: Köhler

Die Diskussion um die Zufahrt zum neuen Klinikum reißt nicht ab: Die Almi, ein Zusammenschluss Lahrer Mittelständler, wendet sich an die Stadt, ihren Vorschlag zu überdenken. Die Betriebe sorgen sich vor Einschränkungen durch noch mehr Verkehr.

Grundsätzlich, heißt es in der Pressemitteilung, begrüßt die Arbeitsgemeinschaft Lahrer Mittelständischer Industrieunternehmen den geplanten Klinikneubau in Lahr. Ein modernes medizinisches Versorgungszentrum sei eine wertvolle Ergänzung für die Region und stärke die Attraktivität des Wirtschaftsstandorts. Allerdings betrachte man mit großer Sorge die aktuell geplante Verkehrsanbindung des Klinikums über eine Ampelregelung auf der B 415.

 

Wie mehrfach berichtet, hat sich die Stadt aufgrund der geringeren Kosten und der kürzeren Bauzeit gegen einen Kreisverkehr nach Ruster Vorbild und gegen eine Lösung mit Rampen ausgesprochen. Auch wenn, wie Verkehrsplaner Martin Steher zuletzt betonte, dies eine Unterbrechung des Verkehrsflusses bedeute.

Die B 415, heben nun die mittelständischen Unternehmen hervor, sei jedoch bereits heute stark belastet und regelmäßig durch Staus geprägt. Insbesondere während der Hauptverkehrszeiten komme es bei der Einmündung zur Dr. Georg-Schaeffler-Straße und weiter stadteinwärts an der Ampelkreuzung zur B 3 zu erheblichen Verzögerungen. Nicht zuletzt betreffe dies in besonderem Maße auch die vielen Pendler, die täglich in das Industriegebiet West hinein- und herausfahren.

Sorge vor Einschränkung der Wettbewerbsfähigkeit

Die Arbeitsgemeinschaft warnt: „Eine zusätzliche Ampel würde den Verkehrsfluss mit hoher Wahrscheinlichkeit weiter verlangsamen, Rückstaus auf der Bundesstraße verstärken und letztlich zu einer erheblichen Verschlechterung der Verkehrssituation für Unternehmen, Beschäftigte und Anwohner führen.“ Gerade das Industriegebiet West sei ein zentraler Wirtschaftsstandort mit zahlreichen mittelständischen Unternehmen, die auf eine reibungslose Erreichbarkeit angewiesen sind. Schon jetzt kämpften die Betriebe mit den Folgen der bestehenden Verkehrsüberlastung. Eine weitere Verschärfung der Staus würde nicht nur die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen einschränken, sondern auch die Attraktivität des Standorts für die vielen Beschäftigten negativ beeinflussen.

Die Almi plädiert daher dringend für eine „nachhaltige und zukunftssichere Lösung“, wie es in der Mitteilung heißt: Eine „Rampenlösung“ würde eine effizientere Anbindung sowohl für das Klinikum als auch (zukünftig) für das Industriegebiet West gewährleisten. Auch wenn diese Lösung mit höheren Kosten verbunden ist, – die Stadt kalkuliert mit 13,5 Millionen Euro gegenüber 3,5 Millionen Euro, die eine Ampellösung kosten würde, sollte die „langfristige Verkehrsqualität und Erreichbarkeit des gesamten Wirtschaftsraums Priorität haben“, finden die Unternehmen.

Die Almi fordert die Stadtverwaltung Lahr und die zuständigen Verkehrsplaner in der Mitteilung auf, die berechtigten Sorgen der ansässigen Unternehmen ernst zu nehmen und eine „tragfähige Lösung zu entwickeln, die die Mobilität und die wirtschaftliche Entwicklung der Region nicht gefährdet“.

Die Kritik aus Langenwinkel

Die Kritik aus der Wirtschaft schließt sich an den neuerlichen Protest aus Langenwinkel an. Dort hatten Ortsvorsteherin Annerose Deusch und ihr Stellvertreter Wolfgang Eichler am Mittwoch gefordert, die Entscheidung, die für die Gemeinderatssitzung am kommenden Montag vorgesehen ist, zu vertagen. Bereits zuvor hatten Langenwinkler Anwohner bei einem Infoabend gegen eine „Billig-Lösung“ protestiert.