Weilen hat mit Madleen Holländer-Weinmann eine neue Kindergartenleitung. Die Grundpfeiler sind gestellt, doch rechtliche Neuerungen fordern die Einrichtung zur Weiterentwicklung auf.
Ich habe als Kind schon gesagt: Ich will in diesem Kindergarten arbeiten – aber ich hätte nicht gedacht, dass ich es wirklich mache – und ich finde es toll“, schaut Madleen Holländer-Weinmann auf ihre Anfänge zurück. Die gebürtige Weilenerin ist seit Mitte November die neue Leiterin des Kindergartens, den sie selbst vor der Schule besucht hat – und auch ihre eigenen zwei Kinder finden dort ihre erste Bildungseinrichtung.
Damit löst sie die bisherige Leitung Annette Sauter-Schneider ab, die seit Juli 2025 in Rente ist. Die Übergangszeit dazwischen wurde durch die vier angestellten Erzieherinnen überbrückt.
Nach ihrer Ausbildung zur staatlich anerkannten Erzieherin war sie bereits in einer anderen Einrichtung sieben Jahre lang mit Unterbrechung durch Elternzeit leitend tätig.
Pläne für die Zukunft
„Ich will nicht kommen und alles über den Haufen werfen“, versichert die neue Verantwortliche. „Es soll erst mal normal weiterlaufen. Das Konzept an sich würde ich gerne lassen wie bisher. Wir erweitern nur einige Punkte.“
So soll der Wochenplan durch Angebote, wie etwa einen Kochtag, erweitert werden. Das Alltagsgeschehen erhält einen neuen Touch durch die Umgestaltung des Morgenkreises und des Tagesablaufs generell.
„Auch die Gemeinde will mit der heutigen Zeit gehen und weiß, dass es Geld kostet“, berichtet Holländer-Weinmann über ihre Zusammenarbeit mit der Verwaltung. So werden unter anderem die technischen Geräte auf den aktuellen Stand gebracht und das Büromobiliar muss erweitert werden. Konkret sind dabei den Vorschriften entsprechend abschließbare Schränke für die Akten vorgesehen.
Das Personal will des Weiteren die Zusammenarbeit mit den Eltern intensivieren. Bisher veranstaltete die Einrichtung jährlich ein Sommerfest und einen Elternabend. Letzteres soll zweimal im Jahr angeboten werden. Außerdem stehen Großeltern-Nachmittage und Backmittage vor Weihnachten als Möglichkeit im Raum.
Das Streichen der Einrichtung und die Umgestaltung des Gartens könnte sich Holländer-Weinmann als Elternaktionen vorstellen. „Wir wollen die Familien auch im Alltag einbeziehen, damit sie einen besseren Einblick haben und sich beteiligen können“, erläutert sie. „Ob das am Ende so funktioniert, weiß ich nicht, aber das wäre ein Wunsch von mir.“
Große Herausforderungen
Vor großen Herausforderungen steht die Bildungseinrichtung generell hinsichtlich gesetzlicher Regularien. „Die Anforderungen werden viel, viel höher und die Vorschriften viel strenger“, berichtet die Leiterin. So sei exemplarisch das Schutzkonzept mittlerweile gefordert. Dazu durchlaufen die fünf Mitarbeiterinnen diese Woche eine Fortbildung, um auf dem Stand der Dinge zu bleiben.
„Es sind Kleinigkeiten, die immer strenger werden. Zum Beispiel war es früher natürlich, ein Kind auf den Schoß zu nehmen, heute sollte man es nicht mehr tun. Das Schutzkonzept gab es früher nicht, aber die Fälle gab es schon. Man muss lernen, hinzuschauen und es zu erkennen. Manches ist mit dem Personalschlüssel aber nicht umsetzbar, etwa das Kind nicht alleine zu wickeln.“
„Ich bin ganz arg glücklich, dass wir ein Weilener Kind gewinnen konnten als Fachkraft“, sagt Bürgermeisterin Silke Edele über die neue Führungskraft der Gemeinde. „Ich freue mich auf die Entwicklung und auch mit dem Gemeinderat sind wir guter Dinge, dass wir in Sachen Kinderbetreuung für die Zukunft gut aufgestellt sind.“