Oberbürgermeisterin Dorothee Eisenlohr (mit grünem Schal), Vertreter der Stadtverwaltung, Planer, Gemeinderäte und Firmenvertreter besichtigen die umgebauten Räumlichkeiten des neuen Kindergartens in der ehemaligen Kirchplatzschule in Sulgen. Foto: Herzog

Nach eineinhalb Jahre Umbau der ehemaligen Grundschule am Kirchplatz ist die neue Kindertagesstätte in Betrieb gegangen. Am Samstag, 13. Juni, findet die offizielle Einweihung statt.

Mit dem Umzug endete gleichzeitig eine knapp siebenjährige Bleibe der Kinder im Modulbau unweit entfernt. Am Dienstagnachmittag trafen sich Oberbürgermeisterin Dorothee Eisenlohr, Vertreter der Stadtverwaltung, Planer, Gemeinderäte und Firmenvertreter, um die umgebauten Räumlichkeiten des neuen Kindergartens mit Kinderkrippe im Gebäude der einstigen Kirchplatzschule zu besichtigen.

 

Drei Stockwerke

Nach Auskunft von Eisenlohr wurde der denkmalgeschützte Altbau der Schule 1912 erstellt. Ein Pausenhallenanbau sei 1979 entstanden und 1990 aufgestockt worden. Verteilt auf drei Stockwerke sei eine moderne Betreuungseinrichtung mit 50 Plätzen für Kinder über drei Jahre (Ü3) und zwölf Plätze für Krippenkinder (U3) entstanden. „Gegenüber den bisherigen Modulen können wir jetzt 20 Plätze mehr anbieten, weil eine Krippengruppe ab zwei Jahre dazugekommen ist. Da lag im Stadtteil Sulgen über längere Zeit ein Engpass vor“, hob die Oberbürgermeisterin hervor.

Während im Erdgeschoss die Kinderkrippe mit Wickel-, Schlaf- und Bewegungsraum untergebracht ist, sind die Ü3-Kinder im ersten Obergeschoss zu Hause. Im zweiten Obergeschoss ist ein Arbeitsplatzraum, Pausenraum und Besprechungszimmer für das Kita-Personal eingerichtet. Dank eines Aufzugs mit fünf Haltestellen ist der Kindergarten komplett barrierefrei.

Quantensprung

Mit dem generalsanierten Umbau sei im Gebäude ein umfassendes Brandschutz- und Sicherheitskonzept verwirklicht worden mit hochwertigen Schallschutzdecken und moderner Lüftungsanlage. Gegenüber den Modulen stelle dies ein Quantensprung dar, urteilte die Stadtchefin. Den Kindern böte die neue Kindertagesstätte mehr Bildungsbereiche, großzügigen Bistrobereich und dem Personal bessere Arbeitsbedingungen. Auch sei es gelungen, das denkmalgeschützte Bestandsgebäude in Wert zu setzen, wovon künftige Generationen profitieren würden. In allen Bereichen, vom Rohbau über die Gebäudehülle und Fassade bis hin zur Innenausstattung und den Außenanlagen, sei auf Qualität geachtet worden, schilderte die OBin. Trotz der enormen Herausforderung, ein unter Denkmalschutz stehendes Gebäude komplett umzubauen und zu sanieren, sei der Kostenrahmen von 4,8 Millionen Euro beim Spatenstich im August 2024 mit jetzt Gesamtkosten von 4,9 Millionen Euro nahezu eingehalten worden. Fördermittel in Höhe von knapp 500 000 Euro erhalte die Stadt vom Bund aus dem Programm für effiziente Gebäude, gab Eisenlohr bekannt. Wie die für Schul- und Kindergartenangelegenheiten zuständige Kerstin Flaig ergänzte, sei auch ein Förderantrag für den Kitabau gestellt worden, der jedoch aufgrund von Überzeichnungen nicht bewilligt und das Programm nicht neu aufgelegt worden sei.

Arbeiten im Außenbereich

Weitere circa 500 000 Euro wird das im Untergeschoss untergebrachte „zweite Rechenzentrum“ der Stadt kosten, das derzeit fertiggestellt wird. Es dient als Sicherheit für den Fall, dass das erste Rechenzentrum im Keller des Gymnasiums mal komplett ausfällt.

Im Außenbereich werden derzeit noch Wege und Parkplätze gepflastert, Rasen- und Pflanzflächen wieder hergestellt. Im Gebäudeinnern sind nur noch kleinere Restarbeiten erforderlich. „Der neue Kindergarten wird noch einen erweiterten Spielplatzbereich erhalten, wenn die bisherigen Module abgebaut sind. Entsprechende Pläne für den Spielplatz wird die Verwaltung den Entscheidungsgremien vorlegen“, blickte Eisenlohr voraus und lud zur offiziellen Einweihung des Kindergartens am Samstag, 13. Juni, ein.