Die Mehrzweckhalle in Weigheim stellt nach dem Wasserschaden Anfang Juni alle vor große Herausforderungen. Die Sanierung wird wohl ein ganzes Jahr in Anspruch nehmen. Foto: Ingrid Kohler

Der Abriss der Weigheimer Mehrzweckhalle ist kein Thema. Neueste Erkenntnisse zeigen, dass mit einem Jahr Sanierungszeit zu rechnen ist und die Weigheimer dann eine runderneuerte Halle haben.

Das Interesse der Weigheimer Bevölkerung an der ersten öffentlichen Sitzung mit dem neuen Ortsvorsteher Holger Fetzer war so groß, dass dieser die Sitzung kurzerhand in das Feuerwehrgerätehaus verlegen musste, die mehr als 20 Personen hätten im Sitzungssaal des Rathauses keinen Platz gefunden.

 

Er habe nach seinem Amtsantritt am 19. Juli mit dem neuen Ortschaftsrat, der Verwaltungsangestellten Christiane Struck und den beiden Bauhofmitarbeitern „ein wunderbares Team vorgefunden“, betonte Holger Fetzer, um dann sofort auf ein in den vergangenen Wochen sehr heiß diskutiertes Thema, die Sanierungsmaßnahmen an der Mehrzweckhalle, zu kommen.

Ein Trugschluss

Seit dem Starkregenereignis im Juni mit immensem Wasserschaden ist die Halle geschlossen und wird es nach neuesten Erkenntnissen noch etwa ein Jahr lang bleiben. Direkt nach dem Schaden, als das Wasser eingedrungen war und die ersten Probebohrungen gemacht wurden „war die Welt noch in Ordnung“, so Fetzer. „Man dachte, es gibt einen neuen Boden und spätestens Ende des Jahres 2024 ist die Halle wieder nutzbar“.

Dies sei ein Trugschluss gewesen, denn „alles musste raus, Wände teilweise mit Folie abgeklebt werden“. Im Untergeschoss sowie im Foyer sei Wasser gestanden „samt Fäkalbakterien, so dass die Arbeiter mit FFP3 Masken arbeiten mussten“. Später sei klar geworden „auch der Estrich und die Bodenheizung müssen raus“.

Ein Knochenjob

Ein Knochenjob für die Mitarbeiter der ausführenden Firma, die den Boden mit Hilti und teilweise Hammer rausklopfen. Alle Materialien müssten zudem sortiert werden. Auch das komplette Inventar wie Stühle, Matten, Tischtennisplatten und jetzt sogar die Küche und alles aus dem Technikraum müsse ausgelagert werden.

„Wir konnten hierzu aber eine Halle in Villingen, die in städtischem Besitz ist, anmieten“, erläuterte der Ortsvorsteher. Es werde nun geprüft, wo das Wasser eindringen konnte. „Die Halle stellt uns vor viele Herausforderungen und die Sanierungskosten liegen sicherlich über dem sechsstelligen Bereich.“

Wird Halle abgerissen?

Um der Gerüchteküche in Weigheim entgegen zu wirken, stellte er aber eines klar „ein Abriss ist kein Thema“. Er wisse, es sei ein Graus für alle Vereinsmitglieder, die den Boden jahrelang gehegt und gepflegt hätten, aber „es gibt jetzt nicht nur einen neuen Boden, sondern eine runderneuerte Halle“, die man eventuell noch mit einer PV-Anlage versehen könne.

Allerdings sei nach neuesten Erkenntnissen mit einem Jahr Sanierungszeit zu rechnen. „Man sieht jetzt, wie wichtig die Halle ist, da sie normalerweise sehr gut belegt ist“, so Fetzer.

Auch in der Trachtenstube ist im Juni Wasser eingedrungen. Auf Nachfrage erklärte der Ortsvorsteher, dass die Wand getrocknet wurde und der Raum wieder genutzt werden könne. Man sei aber dabei Abhilfe zu schaffen, dass das Wasser bei starken Regenfällen durch einen Kanal oder hohen Randstein von außen besser abgeleitet werden könne.