Die beliebten und erfolgreichen „Schlosskonzerte“ gibt es in dieser Form nicht mehr. Die Reihe wird in „Klangwelten“ umbenannt und zieht in drei Kirchen in Rheinfelder Ortsteile um.
„20 Jahre hat es wunderbar funktioniert mit den Schlosskonzerten“, sagt der langjährige künstlerische Leiter, Denis Severin, über die etablierte Konzertreihe in Schloss Beuggen. „Jetzt gehen wir weiter. “Nach 20 Jahren wollen die Veranstalter etwas Anderes machen und die Reihe weiterentwickeln.
Im Schloss reichte der Platz oft nicht aus
Wie Kulturamtsleiter Dario Rago beim Gespräch mit unserer Zeitung betont, habe man sich nicht gegen die alte Reihe der Schlosskonzerte entschieden, sondern dafür, sie zu öffnen: Eine bewusste Entscheidung, weil über die Jahre der Zulauf in Schloss Beuggen so groß gewesen sei, die Gratiskarten immer gleich vergeben waren und nicht alle Interessenten zum Zuge kamen.
Das nennt auch Severin als Grund für das neue Konzept. Denn oft hätten die Plätze nicht gereicht für die Besucher im Bagnatosaal oder im Rittersaal, und teilweise habe man das Publikum wieder nach Hause schicken müssen.
Neue Konzerträume für neue Ideen
So hat Severin die Idee begrüßt, neue Konzerträume in größeren Kirchen zu erschließen. Er sieht das als Chance und Erweiterung, weiterhin hochkarätige Ensemble und Solisten zu präsentieren. „Wir Musiker sind ständig unterwegs“, sagt der Celloprofessor, und so sei man nun unterwegs in andere Konzertorte in der Stadt.
Nach Worten von Dario Rago war die Neuausrichtung der Konzertreihe eine künstlerische Entscheidung. Rago räumt ein, dass Schloss Beuggen als zentraler Spielort ein „Markenkern“ war. Aber er sieht in dieser Ausweitung auf drei Kirchen auch den Nebeneffekt, die Ortsteile stärker in das städtische Konzertleben einzubinden und die Konzerte für ein größeres Publikum zugänglich zu machen.
Für das musikalisch hohe Niveau ist weiterhin gesorgt, weil wie bisher Denis Severin als künstlerischer Leiter wirkt und das Kulturamt die Konzerte organisiert und veranstaltet.
Vor einiger Zeit haben sich die Projektbeteiligten verschiedene Kirchen im Hinblick auf die Akustik angeschaut und mit St. Felix und Regula in Nollingen, St. Gallus in Eichsel und St. Michael in Karsau drei Kirchen ausgesucht, die sich für Konzerte besonders eignen würden.
Saisonbeginn verschiebt sich auf Ende Mai
Die aktuelle Saison von „Klangwelten“ beginnt dieses Jahr etwas später. Am 31. Mai startet die umbenannte Reihe in St. Felix und Regula mit einem Benefizkonzert für die Ukraine mit dem Art Cello Ensemble, Studenten von Severin aus der Schweiz. Aufgeführt wird ein vielseitiges und abwechslungsreiches Programm, wie der gebürtige Ukrainer Denis Severin sagt.
Freikarten-Konzept wird beibehalten
Der profilierte Cellist spielt auch selber mit beim zweiten Konzert am 13. September in Eichsel, wo er mit dem Spyros Piano Trio auftritt, das für seine CD-Aufnahme schon mit einem Echo Klassik ausgezeichnet wurde.
Das Klaviertrio, in dem auch die langjährige Mitorganisatorin der Schlosskonzerte, Tatiana Korsunskaya, und der Geiger Bartek Niziol spielen, bringt ein ambitioniertes Programm von Dvorák bis zur zeitgenössischen Komponistin Lera Auerbach.
Die Konzertreihe zieht am 9. November weiter nach Karsau, wo Severin für die moderne Kirche St. Michael das Arcis Saxophon Quartett ausgesucht hat, das von Piazzolla bis Frank Zappa alles drauf hat.
Das Kulturamt hat sich schon weitreichende Gedanken für 2027 gemacht, wie dann die Reihe „Klangwelten“ aussehen könnte. Die Sparkasse Lörrach-Rheinfelden unterstützt weiterhin die Konzerte als Hauptsponsor. Das Konzept der Freikarten mit Kollekte wird beibehalten und der Konzertbeginn ist wie bisher jeweils sonntags 17 Uhr.
Termin: Art Cello Ensemble, Benefizkonzert für die Ukraine, 31. Mai, 17 Uhr, St. Felix und Regula Kirche Nollingen. Gratisticket in der Tourist-Info und der Stadtbibliothek Rheinfelden.