Der Vorschlag von Sebastian Faulhaber lautet, das Gelände neben dem Bahnhof für ein Parkhaus zu nutzen. (Grafik) Foto: Faulhaber

Auch wenn die nahenden Sommerferien etwas Ruhe in das Thema zu bringen scheinen: Der Streit um den geplanten Parkhaus-Neubau schwelt weiter. Die Stadt Rottweil hält an ihrer Planung mit dem Standort im Nägelesgraben vorerst fest und will die Gründe dafür in einer Bürgerversammlung im Oktober darlegen.

Rottweil - Nun komme es auf echte Gegenvorschläge an, die nur schwer zu entkräften sind, meint der Rottweiler Sebastian Faulhaber, der sich mit einem eben solchen Vorschlag zu Wort meldet. Seiner Meinung nach müsste das neue Parkhaus ganz woanders stehen: nämlich am Bahnhof – und damit auf einer "Ebene" mit dem Landesgartenschau-Hauptgelände in der Au.

Gegenvorschläge erarbeiten

Faulhaber befürchtet, dass die Entscheidung für das Parkhaus am Nägelesgraben "in den Köpfen der Gemeinderäte schon längst gefallen" sei. Die Frist von Oberbürgermeister Ralf Broß bis zum Herbst diene dazu, die Gemüter zu beruhigen. Gleichzeitig gebe das den Nein-Sagern Zeit, um Gegenvorschläge zu erarbeiten.

Nachdem er schon den Standort des alten Feuerwehrgerätehauses in die Überlegungen für das "wohl so dringend benötigte Parkhaus" mit einbezogen habe, schlägt er nun den Standort Bahnhof vor. Dort sei der Park & Ride Platz neben dem Bahnhof mit mehr als 3000 Quadratmetern Fläche regelmäßig sehr voll.

Er binde den Individualverkehr an die öffentlichen Verkehrsmittel. Der geplante Bahnhalt Stadtmitte – für den es allerdings, wie mittlerweile bekannt ist, bis zur Landesgartenschau nichts wird –­ erhalte eine ganz neue und wichtige Bedeutung.

Selbst die geplante Renaturierung des Neckars stehe in einem ganz anderen Licht und die Besucher der Landesgartenschau seien dann eingeladen, direkt zu Fuß zum Hauptgelände zu kommen.

Ein genauer Blick auf die Distanzen zeigt laut Faulhaber, dass es im Vergleich der verschiedenen Standorte zum späteren LGS-Hauptgelände – dem derzeitigen ENRW-Lager – vom Bahnhof aus nur 300 Meter mehr seien.

Fahrt vom B14-Anschluss Saline über die Altstadt ein Negativpunkt

Der große Vorteil ist laut Faulhaber, dass der Weg für die Gäste ebenerdig sei und nicht bergauf oder bergab. Allein die Fahrt vom B14-Anschluss Saline über die Altstadt sei allerdings ein Negativpunkt. Aber: Möglicherweise komme bis 2028 ja auch eine Umfahrung "Rottweil Ost" mit Anbindung an die B27 Balingen/Rottweil?, meint er. Danach sieht es momentan allerdings nicht aus.

Bis Herbst könnten noch weitere Vorschläge die Runde machen. Dass ein weiteres Parkhaus kommt, wie von Verwaltung und Verkehrsexperten geplant, daran führt laut Faulhaber wohl kein Weg vorbei. Gegen den Nägelesgraben-Standort war allerhand Widerstand laut geworden – unter anderem bei einer Demo vor der jüngsten Gemeinderatssitzung. Die Beschlussfassung hatte OB Broß schon zuvor verschoben, weil eindeutig "weiterer Klärungsbedarf" bestehe.