Die Johanniter im Landkreis Freudenstadt haben eine Hundestaffel. Sie kann bei der Suche nach Menschen, die sich in einer hilflosen Lage befinden, eine entscheidende Rolle spielen. Entsprechend groß war die Freude bei der Gründungsveranstaltung.
Seit Sonntag gibt es eine zweite Rettungshundestaffel der Johanniter im Landkreis Freudenstadt. Die Rettungshundestaffel Horb wurde gegründet.
„Dies ist ein Novum in der Geschichte im Regionalverband Württemberg Mitte“, wie Ehrenamtskoordinator Gerold Imhof während der Eröffnungsfeier erklärte.
Hochmotiviertes Team
„Als ich eine diesbezügliche Anfrage bekam, ob wir uns vorstellen können, dass wir für Horb eine neue Rettungshundestaffel ins Leben rufen könnten, war ich zuerst erstaunt, dann sehr erfreut und dann doch etwas verunsichert, da neben großem persönlichem Engagement der Hundeführer, ihrer Familien und dem dazugehörigen Begleitpersonal auch Kosten von mindestens 10.000 Euro für Ausrüstung, Fahrten und Fortbildung im Jahr anstehen“, betonte Imhof.
Doch bei seinem Vorstand um Wolfgang Thomas rannte er offene Türen ein. Man habe sehr schnell gemerkt, dass hier ein hochmotiviertes Team mit längerer Erfahrung bereitstand, um bei den Johannitern eine neue Heimat zu finden, so Imhof weiter, der glaubt, dass die neue Rettungshundestaffel, zu der aktuell acht Hundeführerinnen und Hundeführer mit ihren vierbeinigen Super-Nasen zählen, vielleicht schon Ende 2024 einsatzbereit sein könnten.
Ehrenamtliche Leitung
Es handelt sich bei dem Team, dass zukünftig unter der ehrenamtlichen Staffelleitung von Thomas Walz agieren wird, um eine Gruppe, die sich auf die Flächensuche konzentriert.
„Wir freuen uns, dass wir nun eine zweite Rettungshundestaffel in unserem Verband haben“, sagte Wolfgang Thomas, Regionalvorstand der Johanniter, auf der Gründungsfeier. „Damit haben wir die Region Sindelfingen und jetzt auch den Kreis Freudenstadt mit unseren Vierbeinern abgedeckt. Wenn es in Notfällen um Sekunden geht, kann so eine feine Spürnase Leben retten“, so der Vorstand.
Diese Tatsache nötigt auch Horbs Oberbürgermeister Peter Rosenberger größten Respekt ab, wie er zugab.
OB Rosenberger freut sich
„Wenn wir Hilfe brauchen, rufen wir einfach die 112 an und machen uns keine Gedanken darüber, wie viele Leute ihre Freizeit dafür opfern, dass sie anderen Menschen in schwierigen Situationen helfen“, machte er auf das Engagement aller Blaulichteinheiten aufmerksam. „Und dass wir nun mit der Rettungshundestaffel in Horb ein weiteres wichtiges Standbein haben, das freut mich ganz besonders“, so das Stadtoberhaupt.
Er machte bei dieser Gelegenheit auch darauf aufmerksam, dass Halter von Hunden mit einem entsprechenden Ausbildungszertifikat in Horb von der Hundesteuer befreit sind. „Melden sie sich bei uns“, bot er den Johannitern an.
Entschlossenheit und Mitgefühl, große soziale Kompetenz und die Bereitschaft anderen Menschen in Notlagen zu helfen, das zeichnet die Mitglieder der neuen Hundestaffel aus, würdigte der Tübinger Medizin-Professor Michael Gregor, der als ehrenamtlicher Vorstand im Regionalverband aktiv ist, die Arbeit der Hundestaffeln.
„Und die neue Hundestaffel ist eine schwergewichtige Erweiterung des Hilfsprogrammangebotes in Horb.“
Bei einem guten Mittagessen im evangelischen Gemeindehaus stärkte sich die Gruppe, zu der auch Kameraden aus dem THW zählten, nach der offiziellen Gründungsfeier für ihre herausfordernde Aufgabe, und natürlich kamen dabei auch die Hunde nicht zu kurz.
Wer die Hundestaffel oder die Johanniter im Allgemeinen unterstützen möchte, kann dies unter dem Stichwort Horb Hunde über das Johanniter-Konto IBAN: DE47 3702 0500 0004 3024 00 tun
Training und Leistung
Wald gesucht
OB Peter Rosenberger reagierte auch spontan, als Wolfgang Thomas darauf hinwies, dass zu Übungszwecken immer wieder Waldstücke gesucht werden, in denen man die Hunde trainieren kann. „Im Horber Stadtwald können sie gerne üben. Ein Anruf bei mir genügt, und ich lasse zeitnah ein Gebiet ohne aktuellen Forstbetrieb oder Jagd ausfindig machen“, versprach er. Auch andere Waldbesitzer dürften sich gerne melden, denn man möchte die Hunde in den unterschiedlichsten Umgebungen trainieren“ ein zusätzlicher Aufruf von Wolfgang Thomas an die Waldbesitzer in der Raumschaft Horb / Freudenstadt
Was die Hunde können
Ob vermisste Kinder, Verletzte oder ältere Menschen in einer hilflosen Lage – Rettungshunde spielen bei der Suche oft eine entscheidende Rolle. Nahezu 50 Menschen kann ein Hund bei Suchaktionen ersetzen und in etwa 20 Minuten ein Gebiet von 30.000 Quadratmetern absuchen