Uwe Heinzelmann hat seine Hausarztpraxis in Dornstetten eröffnet – und die erlebte gleich am ersten Tag einen wahren Ansturm. Darüber freuten sich mit dem Team auch Bürgermeister Bernhard Haas und sein Lehrmeister vom Klinikum Freudenstadt.
Seit September hatte Heinzelmann die Räumlichkeiten in der Heselwiesenstraße 6 (vormals AOK) aufwendig umgebaut, am 2. Januar wurde die neue Hausarztpraxis eröffnet. Wie nötig der neue Hausarzt in Dornstetten gewesen ist, zeigten 150 Anmeldungen bereits am ersten Tag.
„Die Sorge, dass keiner kommen könnte, wurde mir heute Morgen genommen“, schmunzelte der Mediziner, als er die Handwerker und Geschäftspartner sowie – unter anderem – Bürgermeister Bernhard Haas wie auch den Ärztlichen Direktor des Freudenstädter Krankenhauses, Florian Bea, begrüßte.
Die Wurzeln zu Heinzelmanns Hausarztpraxis wurden vom ehemaligen Hausarzt und Notfallmediziner Rainer Schach in Altheim gelegt, bei dem Heinzelmann mehr als fünf Jahre beschäftigt war. Schach habe ihm die hausärztliche Tätigkeit so schmackhaft gemacht, dass er den ursprünglichen Plan, als Anästhesist zu arbeiten, aufgegeben habe, sagte Heinzelmann.
Klassische Versorgung und „ein bisschen mehr“
Praktische Erfahrungen hatte Heinzelmann darüber hinaus während seiner internistischen Ausbildung am Freudenstädter Krankenhaus, in der interdisziplinären Notaufnahme und während seiner Tätigkeit als Notarzt gesammelt.
Trotz dieses medizinischen Hintergrunds galt es einige bürokratische Hürden auszuräumen, bis die Voraussetzungen für die Einrichtung der Praxis geschaffen waren. Der große Aufwand habe sich gelohnt, so Heinzelmann. Mit Simone Rosenberger und Anja Klumpp waren – „über WhatsApp“ – schließlich auch schnell zwei kompetente Mitarbeiterinnen gefunden.
„Wir machen hier eine klassische hausärztliche Versorgung und vielleicht auch ein bisschen mehr“, sagte Heinzelmann zum medizinischen Angebot. Die moderne Praxis ermögliche weitgehend digitale Abläufe, bei der Patienten bei Bedarf auch über eine Patienten-App mit der Praxis kommunizieren könnten. Die Terminvergabe sei online möglich.
Bürgermeister Haas gratuliert
Ein hochmodernes Ultraschallgerät, auch für das Herz, und ein durch Künstliche Intelligenz gestütztes Haut-Screening sind nur zwei der Gerätschaften, von denen die Patienten profitieren. Auch kleine chirurgische Eingriffe werden vorgenommen.
Bürgermeister Haas gratulierte zur „tollen Praxis im Zentrum der Stadt“. Dies in einer Zeit, in der beim Thema medizinische Versorgung aufgrund der Schließung der Notfallpraxen, des Kinderarztmangels und des Krankenhausdefizits eher negative Schlagzeilen dominierten. „Vor diesem Hintergrund haben wir heute besonderen Grund zur Freude.“ Für die Stadt sei die Praxis eine besondere Bereicherung und Aufwertung.
Sein Dank galt auch Hans-Peter Borgmann vom gleichnamigen Immobilienbüro, der die Räumlichkeiten aufgrund seiner Kontakte vermittelt hatte. Der Gemeinderat habe das Projekt gerne mit einem Förderprogramm unterstützt.
Einst einer der ersten Landkreis-Stipendiaten
Florian Bea, der Heinzelmann während der Zeit im Krankenhaus betreut hatte, lobte diesen als „hervorragenden, sehr belesenen, sehr sympathischen und auch sehr fleißigen Arzt“, bei dem er selbst immer ein sehr gutes Gefühl gehabt habe, wenn er im Dienst gewesen sei.
„Die Stadt Dornstetten kann sich glücklich schätzen, so einen hervorragenden Arzt zu bekommen“, sagte Bea. Heinzelmann sei zudem der erste oder einer der ersten Landkreis-Stipendiaten gewesen und zeige damit, dass dieses Stipendium, das junge Mediziner nicht nur fördert, sondern an den Kreis bindet, auch funktioniere. Persönlich sei er überzeugt, so Bea, dass die Kooperation zwischen Heinzelmann und dem Krankenhaus aufgrund der guten Kontakte hervorragend funktioniert.
Beim Praxisrundgang mit Imbiss verschafften sich die Gäste einen Eindruck von den Räumen. Diese umfassen neben dem Eingangsbereich drei Behandlungszimmer, ein Wartezimmer, das Backoffice, den Multifunktionsraum und das Labor.