Derzeit entsteht an prominenter Lage an der B 33 in St. Georgen die neue Aldi-Filiale. Für einen besonderen Hingucker sorgt nicht nur die holzvertäfelte Fassade zur Bundesstraße hin, sondern auch ein besonderes Bild. Ein Eröffnungstermin ist im Gespräch.
An der Holzfassade haben zwei Sprayer eine besondere Form von Graffito erstellt. Unsere Redaktion sprach mit einem der Sprayer über die Hintergründe.
Christoph Hartmann und Niklas Wida gehören zu Graffitimotion, einer Firma mit Sitz in Keidelheim in Rheinland-Pfalz, die bundesweit professionell Graffiti auf öffentliche Fassaden sprüht. Und das ganz legal und im Sinne ihrer Auftraggeber.
So auch im Fall von St. Georgen. Wie der 23-jährige Wida erklärt, sei ihr Auftraggeber in diesem Fall Ketterer Holzbau aus Herbolzheim, die wiederum die Holzfassade erstellt hätten.
Von dort sei auch die Vorgabe gekommen, was sie denn auf die markante Holzfassade sprayen sollten. Das Bild zeigt Schwarzwaldmotive, einen Hirsch, Berghöhen und Nadelbäume über die gesamte Breite der Fassade hinweg. Dabei ist die Farbe ein dunkles Braun, dass sich vom helleren Beigeton des Holzes abhebt.
Mit Beamer Motiv an die Fassade projiziert
Damit alles genau passt, hätten sie das Motiv am Abend vor dem Anstrich mittels Beamer an die Fassade projiziert und einige Linien vorgezeichnet. Tags drauf wurden die beiden dann mit ihren Spraydosen aktiv und „malten“ die Flächen aus.
Auch da gab es eine Besonderheit, erklärt Wida. Üblicherweise würden sie Lackfarben zum Sprayen verwenden. In diesem Fall sei es eine Holzlasur. Auf den ersten Anstrich komme ein zweiter, so dass die dunkle Farbe noch klarer heraustrete.
Interessant ist auch, wie die beiden Sprayer zu ihrem Beruf kamen. Sein Kollege Christoph Hartmann habe Architektur studiert, er selbst BWL, so Wida. Seinem Hobby als Graffiti-Sprayer könne er mit der jetzigen Arbeit nun beruflich nachgehen. „Und mit seinem Hobby Geld verdienen, diese Chance gibt es im Leben nur ein Mal“, ist er froh, dass er diese Gelegenheit ergriffen hat und seit einigen Jahren bei Graffitimotion arbeiten kann.
Im Dezember Eröffnungstermin anvisiert
Während die Arbeiten an der Filiale kräftig voranschreiten, ist nach wie vor der genaue Zeitpunkt unbekannt, wann sich dort die Türen für die Kundschaft öffnen werden. Aus mehreren Gründen könne derzeit noch kein „konkretes Timing“ genannt werden, hieß es von Unternehmensseite Ende August. Eine weitere Anfrage vor einigen Tagen, ob es mittlerweile einen genauen Eröffnungstermin gebe, blieb bislang unbeantwortet.
Ursprünglich war ein Eröffnungstermin bereits vor einem Jahr anvisiert. Doch dieses Ziel rückte wegen Material- und Personalengpässen schnell in weite Ferne. Im Frühjahr 2023 war eine Aldi-Sprecherin dann von einer Eröffnung im ersten oder zweiten Quartal dieses Jahres ausgegangen. Im Januar hieß es dann, die Eröffnung werde im Juli erfolgen. Aber auch dieser Termin konnte offensichtlich nicht eingehalten werden. Ende August informierte das Unternehmen über die Hintergründe: „Die aktuellen Rahmenbedingungen der Baubranche bringen immer neue Herausforderung mit sich und führen mitunter zu Verzögerungen im Zeitplan. Aldi Süd arbeitet in St. Georgen eng mit dem künftigen Vermieter zusammen und setzt darauf, die Filiale so schnell wie möglich zu eröffnen. Ein konkretes Timing kann aus den genannten Gründen nicht genannt werden.“
Vom am Bau Beteiligten ist aber zu hören, dass eine Eröffnung noch in diesem Jahr vorgesehen sei, angepeilt sei der Dezember.
Aldi mietet Räume an
Wie von Ketterer Holzbau zu erfahren ist, werde das Gebäude von PMG Spaichingen erstellt, das die Räumlichkeiten dann an Aldi vermiete. Im Auftrag von PMG arbeitet auch Ketterer Holzbau am Aldi-Gebäude in St. Georgen, erklärt Ketterer-Geschäftsführer Alexander Engler. Seine Firma habe die Holzfassaden an der Seite zur Bundesstraße hin und an der Eingangsfront erstellt, außerdem die Tragkonstruktion.
Weitere Informationen: holzbau-ketterer.de, graffitimotion.de, pmg-spaichingen.com