Ismael Vaquera staubt den Broatschua ab. Foto: Vögele

Zum 44-jährigen Bestehen der Broatschua-Narrenzunft in Vöhringen gab es eine besondere Überraschung. Beim traditionellen Abstauben stellte die Zunft eine neue Figur vor.

Traditionell am Dreikönigstag versammelten sich die Vöhringer Narren im Zunftheim der Broatschua-Narrenzunft, um mit dem feierlichen Maskenabstauben die diesjährige Fasnet einzuläuten. Dabei sorgte eine neue Einzelfigur für besondere Aufmerksamkeit.

 

Zunftvorstand Andreas Fischer eröffnete die Veranstaltung in gewohnt launiger Reimform in einem bis auf den letzten Platz gefüllten Zunftheim. Im Anschluss wurden die Masken der bekannten Figuren Broatschua, Hexe, Hansel, Narro und Schantle vom Staub des vergangenen Jahres befreit – ein Ritual, das den Narren bestens vertraut ist.

Mit Donnerschlag kündigt sich Überraschung an

Zweiter Vorsitzender Ismael Vaquera hatte da schon einiges zu tun, bis jeweils ein Vertreter jeder Figur vom Staub befreit waren. Die Hexe als Gründungsfigur zählt zum Urgestein der Vöhringer Fasnet. Kein Wunder, dass sie mit 44 Jahren so viele Runzeln hat. Die bedurfte einer besonderen „Pflege“.

Doch dann kündigte sich mit einem Donnerschlag aus den Lautsprechern eine Überraschung an: Zum 44-jährigen Bestehen der Zunft präsentierten die Broatschua erstmals eine neue Figur: den Teufel. Wer mit der Broatschua-Sage vertraut ist, weiß, dass diese Ergänzung tief in der örtlichen Überlieferung verwurzelt ist. Der Sage nach soll einst ein Vöhringer mit besonders breiten Füßen dem Teufel in der Hölle auf den Schwanz getreten sein. Seitdem, so heißt es, sei es keinem Vöhringer mehr erlaubt, die Hölle zu betreten. Genau dieser Teufel hat nun symbolisch den Weg zur Narrenzunft gefunden, um künftig über die Hexen zu wachen.

„Stimmige und kraftvolle Figur geschaffen“

Hexenvertreter Marc Schlotter erläuterte die Hintergründe der neuen Figur: „Beim Hexentanz gab es schon seit vielen Jahren so etwas wie eine Oberhexe, das war aber nie richtig ausgeformt. Nach der letzten Fasnet ist in unserem Gremium die Idee entstanden, in der eigenen Sage nach einem passenden Thema zu suchen. Mit dem Teufel haben wir nun eine stimmige und kraftvolle Figur geschaffen.“

Foto: Vögele

Ohne Gegenstimmen wurde damit die Fasnetssaison 2026 eröffnet. Bis in die späten Abendstunden verweilten die Vöhringer Narren im Zunftheim und stimmten sich gemeinsam auf die bevorstehende Fasnet ein.