Der Vorsitzende des Fachpreisrichtergremiums Fred Gresens erklärt in der Ausstellung den Entwurf des Preissiegers für das Feuerwehrhaus Süd in Efringen-Kirchen. Foto: Holger Schlicht

Die schwierige Aufgabe auf einem Grundstück Feuerwehr, Bergwacht und einen Verkehrsübungsplatz in Efringen-Kirchen unterzubringen, löst der Siegerentwurf.

In naher Zukunft soll in Efringen-Kirchen ein neues Feuerwehrhaus, eine Rettungswache für die Bergwacht und ein Verkehrsübungsplatz entstehen. Dies alles auf einem Grundstück an der Ortsausfahrt Richtung Istein, momentan noch ein landwirtschaftlich genutztes Grundstück an der Landstraße 137 an der Ortsausfahrt in Richtung Istein.

 

Dazu hat am Donnerstag die Eröffnung einer Ausstellung der Entwürfe verschiedener Architekturbüros stattgefunden, in die Bürgermeisterin Carolin Holzmüller und Fred Gresens, Vorsitzender des Fachpreisrichtergremiums einführten. Das Preisgericht setzt sich aus Fachpreisrichtern, also Architekten, sowie Sachpreisrichtern aus dem Bürgermeisteramt, Verantwortlichen der Feuerwehr, der Bergwacht sowie Gemeinderäten zusammen.

Für das Bauprojekt wurden 19 Arbeiten von verschiedenen Architekturbüros eingereicht, von denen fünf Entwürfe vom Preisgericht ausgewählt wurden. Auf den ersten Platz kam der Entwurf des Architekturbüros Schaudt Architekten GmbH aus Konstanz, nach einstimmiger Wahl aller beteiligten Stimmberechtigten. Ein Bauprojekt dieser Art mit zwei Gebäuden für Feuerwehr und Bergwacht, sowie einem Verkehrsübungsplatz auf einem Grundstück habe es bisher in Baden-Württemberg noch nicht gegeben, erklärte Gresens.

Deshalb sei die Planungsphase relativ komplex und die Anforderungen hoch, denn schließlich muss vor allem für die Feuerwehr ein schnelles Ein -und Ausfahren garantiert werden, das gleiche gelte für die Rettungswache der Bergwacht in etwas geringerem Maße. Der Entwurf der Schaudt Architekten überzeugte die Jury durch die klar gesetzten Volumina, sowohl der Feuerwehr als auch der Bergwacht.

Getrennte Baukörper mit gemeinsamem Vorplatz

Es sind zwei getrennte Baukörper mit einer gemeinsamen Eingangs - und Vorzone geplant, wobei das Bergwachtgebäude das kleinere der beiden Gebäude sein wird. Der gefahrlose Übergang der Schulkinder, die auf dem Verkehrsübungsplatz trainieren, zu den Sanitäranlagen der Feuerwehr ist gegeben.

Der Siegerentwurf des Architekturbüros Schaudt aus Konstanz. Foto: Holger Schlicht

Die Größe des Platzes für den Verkehrsübungsplatz müsse eventuell noch angepasst werden, eine leichte Vergrößerung sei wünschenswert. Zu lang sei allerdings noch die Zufahrt zu den Alarmstellplätzen, sowie der Weg vom Fahrzeug zu den Umkleiden, dies müsse noch optimiert werden. Die Funktionalität der Gebäude, die vor allem für die Feuerwehr wichtig ist, sei planerisch aber gut gelöst worden. Das Feuerwehrgebäude ist zweigeschossig, das Bergwachtgebäude eingeschossig geplant.

Die Erschließungsfläche im Obergeschoss des Feuerwehrgebäudes sind allerdings etwas zu knapp bemessen und wären im Veranstaltungsfall etwas zu eng, auch hier muss der Entwurf nochmals überarbeitet werden. Das Gebäude der Bergwacht ist kompakt organisiert und die Alarmparkplätze vor dem Haus sind laut den Gutachtern gut situiert. Vor allem die sichere architektonische Handschrift des Entwurfs hatte es dem Preisgericht angetan.

Für einen Holzbau prädestiniert

Der Entwurf ist streng gerastert und für einen Holzbau geradezu prädestiniert. Auch die Fassaden sind ansprechend und bestehen aus einer klaren Formensprache. Eine wirtschaftliche Umsetzung des Projekts sei aufgrund der annähernd exakt eingehaltenen Programmfläche und der kompakten Bauweise machbar. Der eigentliche Vergabeprozess stehe allerdings erst noch bevor, jetzt seien alle noch in einer Phase der Euphorie, danach folge dann die Phase der Ernüchterung, sagte Gresens schmunzelnd und als Witz mit ernstem Hintergrund gedacht.

Denn erst einmal müsse das Bauprojekt vom Gemeinderat abgesegnet werden, dann würden weitere Fachpersonen an der Planung beteiligt und schlussendlich das VgV - Verfahren (Verordnung über die Vergabe öffentlicher Aufträge) eröffnet werden. Bis zu einem eventuellen Baubeginn könnten also schon noch an die zwei Jahre ins Land gehen. Die Entwürfe der verschieden Architekturbüros können weiterhin im Rathaus Efringen-Kirchen begutachtet werden.