Grabsteine auf einem Friedhof (Symbolbild): Wer einen offiziellen Nachruf am Grab bekommt, darüber wurde in Egenhausen neu entschieden. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

In Egenhausen gibt es eine neue Regelung für offizielle Nachrufe am Grab: Welche Persönlichkeiten in Zukunft so gewürdigt werden sollen.

Die Gemeinde Egenhausen hat ihre Ehrenordnung überarbeitet. Der Gemeinderat stimmte einstimmig einer Ergänzung zu, die künftig auch ehemaligen Amtsträgern und besonders engagierten Persönlichkeiten einen offiziellen Nachruf am Grab ermöglicht – all jene, die sich über viele Jahre hinweg für das Gemeinwohl eingesetzt oder eine besondere Auszeichnung erhalten haben.

 

Im Detail sieht die neue Regelung vor, dass ausgeschiedene Gemeinderatsmitglieder bei einer Amtszeit von mindestens 20 Jahren offiziell gewürdigt werden. Für ehemalige Feuerwehrkommandanten wurde die Grenze auf zehn Jahre festgelegt. Zudem sollen Trägerinnen und Träger der Bürgermedaille Egenhausen grundsätzlich einen Nachruf erhalten – unabhängig von der Dauer ihres Engagements.

Ausdruck des Respekts

Bürgermeister Sven Holder hob die Bedeutung der Entscheidung hervor: „Ein Nachruf am Grab ist ein Ausdruck des Respekts – und ein letztes Dankeschön. Menschen, die unsere Gemeinde über viele Jahre mitgestaltet und geprägt haben, sollen auch im Abschied eine würdigende Stimme erhalten. Ihr Engagement soll nicht mit dem Amt enden, sondern in unserer Erinnerung weiterklingen.“

Bestehende Praxis überprüft

Die Initiative zur Änderung ging auf den Todesfall eines ehemaligen Gemeinderatsmitglieds mit langjähriger Amtszeit zurück. Das nahm die Verwaltung zum Anlass, die bestehende Praxis zu überprüfen. Bislang sah die Ehrenordnung offizielle Nachrufe nur für aktive Amts- oder Funktionsträger vor. Mit der Neufassung entsteht ein verlässlicher und würdevoller Rahmen, der den Einsatz verdienter Persönlichkeiten auch nach dem Ende ihrer aktiven Zeit anerkennt. Sollte ein Nachruf im Einzelfall nicht gewünscht sein, wird der Wille der Angehörigen selbstverständlich respektiert, hieß es in der Sitzung.