Für E-Autos gibt es wieder eine Kaufprämie. Wo stehen besonders viele Ladesäulen – und wo ist der E-Auto-Anteil bereits heute hoch? Wir zeigen es für alle Orte in Baden-Württemberg.
Wer ein neues E-Auto kauft, kann seit diesem Dienstag über ein Internetportal eine Förderung von bis zu 6000 Euro vom Staat bekommen. Damit dürfte die Zahl der E-Autos auf deutschen Straßen noch einmal stärker steigen. Allein in Baden-Württemberg fahren seit diesem Jahr bereits mehr als eine Million Autos mit alternativem Antrieb – mehr als 300.000 davon sind reine E-Autos.
Wer auf ein E-Auto umsteigt, kann entweder zu Hause oder beim Arbeitgeber laden – oder findet heute auch im öffentlichen Raum zunehmend Ladesäulen. Wie viele, schwankt jedoch von Ort zu Ort. Unsere Redaktion bereitet alljährlich das Ladesäulenregister der Bundesnetzagentur für jede Gemeinde in Baden-Württemberg auf – zusammen mit Zahlen des Kraftfahrtbundesamts.
Wie gut eine Gegend bereits heute mit öffentlichen Lademöglichkeiten ausgestattet ist, ergibt sich daraus, wo welche Ladesäulen stehen – und wo wie viele E-Autos gemeldet sind. Beides zusammen zeigt, wie leicht man es als neuer E-Auto-Besitzer hätte, dort auch öffentlich zu laden. Im Laufe dieses Artikels finden Sie mehrere Karten und Tabellen, in denen Sie die Lage in Ihrem Wohnort genau nachvollziehen können.
So viele E-Autos gibt es in Ihrer Gemeinde
Den Anfang machen die E-Autos: Heute ist elektrisches Fahren von Ort zu Ort unterschiedlich stark verbreitet. Schlusslicht ist der kleine Ort Emeringen im Alb-Donau-Kreis, wo es so wenige E-Autos gibt, dass das Kraftfahrtbundesamt die Zahl aus Datenschutzgründen geheim hält. An Standorten großer Autohersteller fährt dagegen schon mehr als jedes zehnte Auto vollelektrisch.
Die folgende Karte zeigt, wie hoch der Anteil der E-Autos an allen gewerblichen und privaten Pkw in einer Gemeinde ist. Plug-In-Hybride zählen wir hier nicht mit. Durch einen Klick auf eine Gemeinde sehen Sie, wie viele Autos es in absoluten Zahlen gibt.
In den allermeisten Gemeinden im Südwesten ist der E-Auto-Anteil seit 2025 gestiegen – allerdings unterschiedlich stark. Mancherorts liegt der Anteil um mehr als einen Prozentpunkt höher als noch 2025. Nur in wenigen Fällen, zum Beispiel in Walldorf im Rhein-Neckar-Kreis, ist der E-Auto-Bestand deutlich gesunken. Das liegt häufig an gewerblich angemeldeten Fahrzeugen – also Firmenflotten, die ihren eigenen Regeln folgen und nicht immer da gemeldet sind, wo die Autos auch tatsächlich fahren.
Insgesamt ist der E-Auto-Bestand im Südwesten im Vergleich zum Vorjahr um über 18 Prozent gewachsen, berichtete kürzlich das Statistische Landesamt. Ladesäulen kommen dagegen nicht mehr so viele hinzu wie noch vor einigen Jahren – abgesehen von Schnellladesäulen, die weiter in konstantem Tempo gebaut werden. Weil sie eine viel höhere Leistung haben, braucht es auch nicht so viele, um in kürzerer Zeit mehr Autobatterien vollzuladen.
Die Leistung, die alle Säulen in Baden-Württemberg zusammen liefern, ist deshalb sogar um etwa 23 Prozent im Vergleich zu Anfang 2025 angestiegen.
Anbieter von Ladesäulen haben sich in den letzten Jahren zunächst viele Standorte gesichert und bauen nun erst nach und nach weiter aus, während die Zahl der E-Autos lange nicht rasant gewachsen ist. Das erklärte der Energieexperte Patrick Plötz vom Fraunhofer-Institut ISI gegenüber unserer Redaktion bereits in der Vorjahresausgabe unseres Ladesäulenrankings. Für das Ladesäulenranking unserer Redaktion berechnen wir bereits seit vier Jahren, wie sich das Verhältnis aus E-Autos, Ladepunkten und Ladeleistung im Land entwickelt.
So viele Ladesäulen gibt es in Ihrer Gemeinde
Wie gut halten sich E-Autos und öffentliche Ladesäulen die Waage? Landesweit kommen rechnerisch knapp zehn reine E-Autos auf einen öffentlichen Ladepunkt. Je nach Gemeinde sind die Unterschiede aber riesig: Manche kleinen Dörfer wie Merklingen im Alb-Donau-Kreis sind durch eine nahe Autobahnraststätte rein rechnerisch extrem gut versorgt, dort gibt es sehr viele Ladesäulen im Vergleich zu den wenigen E-Autos im Ort. Dagegen kommen in Bempflingen im Kreis Esslingen 152 E-Autos auf einen einzigen öffentlichen Ladepunkt.
Im ländlichen Raum gibt es allerdings auch öfter Ein- und Zweifamilienhäuser mit eigenen Stellplätzen oder Garage – dort kann man einfacher per Wallbox zuhause laden. In Städten stellt sich dagegen öfter die Frage, wie Autos an Mehrfamilienhäusern privat geladen werden können. Beides wird vom Register der Bundesnetzagentur nicht erfasst.
Weil eine Schnellladesäule viel mehr E-Autos in kürzerer Zeit aufladen kann als eine langsame, an der man lange parkt, ist es genauso wichtig, die verfügbare Ladeleistung zu vergleichen. Rein rechnerisch ist die Versorgung in Baden-Württemberg gut: Die Vorgaben, die eine entsprechende EU-Richtlinie für ganz Deutschland macht, werden im Südwesten deutlich übertroffen.
Die Richtlinie sieht vor, dass pro reinem E-Auto 1,35 Kilowatt (kW) gleichzeitig nutzbare Ladeleistung vorhanden sein soll, in Baden-Württemberg sind es Stand Januar 2,12 kW. Auch hier sind die Unterschiede je nach Gemeinde groß – vor allem dadurch bestimmt, ob es vor Ort Schnellladesäulen gibt, an denen oft mit 150 kW oder mehr geladen werden kann.
In die Werte der folgenden Karte fließen alle in einer Gemeinde vorhandenen öffentlichen Ladesäulen ein – und zwar danach, wie viel Leistung sie theoretisch gleichzeitig liefern können (auch, wenn beispielsweise zwei Autos gleichzeitig geladen werden). Die EU-Vorgaben gehen davon aus, dass auch Plug-In-Hybride öffentliche Säulen nutzen. Damit Hybride und E-Autos gleichzeitig versorgt werden können, bleibt den reinen E-Autos in der Berechnung der EU etwa 60 Prozent der vorhandenen Ladeleistung. Das ist hier bereits einkalkuliert.
Unsere Tabelle zeigt Ihnen die Details für jeden Ort in Baden-Württemberg: Neben Zahl und Anteil der E-Autos führen wir für jede Gemeinde auch auf, wie viele Ladepunkte insgesamt und wie viele Schnellladepunkte es dort gibt – und wie sich das Verhältnis aus E-Auto-Bestand und Ladeinfrastruktur entwickelt. Ein grüner Pfeil zeigt an, dass sich die Situation im Vergleich zu 2025 verbessert hat; ein roter, dass sich das Verhältnis aus Infrastruktur und E-Autos verschlechtert hat. Die Gründe können unterschiedlich sein: mal sind mehr Ladesäulen gebaut worden, als E-Autos hinzukamen, mal ist der E-Auto-Anteil schneller gewachsen.
Über die Buttons können Sie zwischen Großstädten und anderen Gemeindegrößen wählen. Mit der Suchfunktion können Sie nach Ihrem Ort filtern.
Kleine Dörfer wie Merklingen an der A8 oder der Ort Rust bei Freiburg mit dem Europapark liegen in Sachen Ladeinfrastruktur weit vorne. Dort stehen Ladesäulen natürlich nicht nur für die Anwohner zur Verfügung, sondern richten sich mehr an Durchreisende an der nahen Autobahnraststätte oder an Touristen.
Ladesäulenranking
Daten
Das Ladesäulenranking unserer Redaktion basiert auf dem Ladesäulenregister der Bundesnetzagentur. Wir beziehen uns auf alle Ladesäulen, die zum 1. Januar 2025 und 2026 in Betrieb waren – jeweils inklusive nachträglich gemeldeter Säulen bis zum April. Bei der Behörde müssen alle öffentlich zugänglichen Ladesäulen gemeldet werden, allerdings sind einzelne Fälle bekannt, in denen Betreiber nicht alle ihre Säulen als öffentlich zugänglich betrachten. Bei den E-Auto-Zahlen handelt es sich um die jeweils zum 1. Januar zugelassenen rein batterieelektrischen Fahrzeuge (keine Plug-In-Hybride) in den jeweiligen Kommunen laut Kraftfahrtbundesamt.
Methodik
Da die Angaben zu den Ladesäulen teils fehlerhaft sind, haben wir die Standorte der Säulen anhand ihrer Geokoordinaten einer Gemeinde zugeordnet. In einigen Zweifelsfällen ließen sich fehlerhafte Angaben nicht überprüfen, sodass einzelne Ladesäulen aus der Auswertung entfernt wurden; ebenso kann es nahe an Gemeindegrenzen zu leichten Unschärfen kommen. Die hier genannten Zahlen sind also als Untergrenze zu verstehen, von Ort zu Ort können auch mehr Ladesäulen vorhanden sein.
Ladesäulen
Öffentliche Ladesäulen unterscheiden sich in der Geschwindigkeit, mit der E-Autos an ihnen laden können: Schnellladesäulen haben typischerweise 50 Kilowatt Ladeleistung oder mehr, Normalladesäule, an denen man häufig mehrere Stunden lang lädt, dagegen meist bis zu 22 kW. Besonders schnelle Ladesäulen erreichen teils 150 oder 300 Kilowatt und können eine E-Auto-Batterie in viel kürzerer Zeit aufladen. Eine Ladesäule verfügt häufig über mehrere Ladepunkte, also Anschlüsse, an denen mehrere Autos gleichzeitig laden können. Unsere Auswertung bezieht sich stets auf die Ladepunkte.