Die Gastronomie im Kreis kann am Sonntag öffnen – dabei müssen zahlreiche Regeln beachtet werden. Foto: Dittrich

Die Corona-Inzidenz im Zollernalbkreis sinkt weiter. Das hat zur Folge, dass ab Sonntag, 6. Juni, die sogenannte Bundesnotbremse außer Kraft tritt. Der Zollernalbkreis kann damit in den "Öffnungsschritt 1" nach der Coronaverordnung des Landes Baden-Württemberg eintreten.

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Zollernalbkreis - Seit Samstag, 29. Mai, liegt die durch das Robert-Koch-Institut veröffentlichte Inzidenz im Zollernalbkreis unter dem Schwellenwert von 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern an sieben Tagen. Da Sonn- und Feiertage nicht in die Berechnung für weitere Öffnungsschritte einfließen, lag der Wert am Freitag den fünften Tag darunter (67,1). Dies hat das Gesundheitsamt im Rahmen der kontinuierlichen Prüfung des Infektionsgeschehens am Freitag förmlich festgestellt.

Landrat Pauli mahnt

Damit sind nun Lockerungen in vielen Bereichen möglich (siehe Info). "Trotz aller Freude über die anstehenden Öffnungsschritte weisen wir eindringlich darauf hin, dass weiterhin Kontaktbeschränkungen gelten. Die wieder erlangten Freiheiten dürfen wir nicht überstrapazieren, sondern mit Sorgfalt nutzen", mahnt Landrat Günther-Martin Pauli.

Das Corona-infektionsgeschehen ist derweil auch am Freitag zurückgegangen. Das Gesundheitsamt meldete lediglich fünf weitere Fälle. Die neu Betroffenen leben nach Angaben der Behörde in Albstadt (1), Burladingen (1), Meßstetten (2) und Rosenfeld (1). Der Inzidenzwert sank auf 54,4 (Donnerstag: 67,1).

Damit haben sich seit Ausbruch der Pandemie insgesamt 9189 Menschen im Landkreis das Coronavirus eingefangen. Als genesen gelten 8741 Menschen. Als aktuell infiziert führt das Gesundheitsamt 300 Betroffene. Bisher haben im Landkreis 148 Menschen wegen Corona ihr Leben verloren.

Zahl der Covid-Patienten im Klinikum geht zurück

Auch die Zahl der Covid-Patienten im Zollernalb-Klinikum geht zurück: 20 Betroffene wurden dort am Freitag behandelt, das sind vier weniger als am Mittwoch. Fünf Betroffene liegen auf der Intensivstation, vier davon müssen beatmet werden.

Im Kreisimpfzentrum, von den mobilen Impfteams sowie von den Ärzten im Kreis sind mittlerweile 83.197 Menschen geimpft worden; davon 20.859 bereits zum zweiten Mal.

Was ab Sonntag, 6. Juni, im Zollernalbkreis gilt:

- Es dürfen sich zwei Haushalte mit maximal fünf Personen im privaten oder öffentlichen Raum treffen, wobei Kinder der beiden Haushalte bis einschließlich 13 Jahre nicht mitzählen. Paare, die nicht zusammenleben, zählen als ein Haushalt.

- Es gelten keine Ausgangsbeschränkungen mehr.

- Baumärkte dürfen öffnen.

- Körpernahe Dienstleistungen wie Kosmetik- oder Nagelstudios dürfen ohne Testpflicht öffnen. Bedingung ist die Terminbuchung sowie das Tragen einer medizinischen Maske oder FFP2-Maske aller Beteiligten während des gesamten Aufenthaltes.

- Theoretische und praktische Ausbildung und Prüfung (Auto, Flugzeug und Boot) sind unter Hygieneauflagen und mit medizinischer Maske möglich.

- Geschäfte mit Produkten für den täglichen Bedarf, beispielsweise Supermärkte und andere Ladengeschäfte sind weiterhin unter Hygieneauflagen regulär geöffnet. Ladengeschäfte wie Modegeschäfte dürfen entweder für einen Kunden oder eine Kundin pro 40 Quadratmeter Ladenfläche mit Voranmeldung ohne Test-, Impf- oder Genesenennachweis oder für zwei Kunden oder Kundinnen pro 40 Quadratmeter Ladenfläche ohne Voranmeldung mit Test-, Impf- oder Genesenennachweis öffnen.

- Veranstaltungen zur Religionsausübung sind ohne vorherige Anmeldung gestattet.

Zudem dürfen unter anderem folgende Einrichtungen mit Test- und Hygienekonzept öffnen (bedeutet: tagesaktueller Coronatest, alternativ Impf- oder Genesenennachweis, Hygienemaßnahmen sowie Kontaktdokumentation):

- Gastronomiebetriebe (6 bis 21 Uhr) innen (ein Gast pro 2,5 Quadratmeter, Tische mit 1,5 Metern Abstand) und außen (Einhaltung der AHA-Regeln).

-  Touristische Übernachtung in Beherbergungsbetrieben (wie Hotels, Pensionen, Ferienwohnungen, Campingplätze) sind möglich, Gäste ohne Impf- oder Genesenennachweis müssen alle drei Tage einen negativen Corona-Test vorlegen.

- Kontaktarmer Freizeit- und Amateursport bis 20 Personen in Sportanlagen und -stätten im Freien sowie Veranstaltungen des Spitzen- und Profisports bis 100 Zuschauer im Freien sind erlaubt.

- Stattfinden können Kulturveranstaltungen (Theater, Opern, Kulturhäuser, Kinos) im Freien bis 100 Personen.

-  Zoologische und botanische Gärten (eine Person pro 20 Quadratmeter) können öffnen.

- Museen, Galerien und Gedenkstätten (eine Person pro 20 Quadratmeter) sind frei zugänglich.

- Freizeiteinrichtungen im Freien wie Minigolfanlagen, Hochseilgärten, Bootsverleihe und ähnliche bis 20 Personen können genutzt werden.

- Außenbereiche von Schwimmbädern aller Art sowie Badeseen mit kontrolliertem Zugang (eine Person pro 20 Quadratmeter) sind unter Corona-Bedingungen offen.

- Touristischer Verkehr wie Reisebusse, Ausflugsschiffe ist möglich (maximal Hälfte der vollen Besetzung).

-  Einrichtungen der Tierpflege wie Tiersalons oder Tierfriseurbetriebe (eine Person pro 20 Quadratmeter) dürfen öffnen.

- Lehrveranstaltungen im Freien an Hochschulen und Akademien bis 100 Personen, Nutzung von Lernplätzen mit Voranmeldung; Kurse an Volkshochschulen und ähnlichen Einrichtungen in Räumen bis zehn Personen, im Freien bis 20 Personen (keine Tanz- und Sportkurse); Mensen, Cafeterien und Betriebskantinen; Nachhilfeunterricht bis zehn Schüler; Musik-, Kunst- und Jugendkunstschulen (kein Gesangs-, Blasmusik- oder Tanzunterricht); Archive, Büchereien und Bibliotheken (eine Person pro 20 Quadratmeter).

Die Regelungen ab Montag, 7. Juni:

- Organisierter Vereinssport sowie der allgemeine Hochschulsport darf auch außerhalb von Sportanlagen und Sportstätten im Freien mit Gruppen bis zu 20 Personen stattfinden. So dürfen beispielsweise Vereinsmannschaften im Wald joggen. Dies gilt nicht für beispielsweise nicht im Verein organisierte Wandergruppen – hier gelten weiter die allgemeinen Kontaktbeschränkungen.

-  In Freizeiteinrichtungen im Freien können sich bis 20 Personen aufhalten, auf weitläufigen Freizeitaußenanlagen sind auch mehrere voneinander getrennte Personengruppen zulässig.

- Sogenannte nicht notwendige Gremiumssitzungen von juristischen Personen des privaten und öffentlichen Rechts, wie etwa GmbHs oder KGs, rechtsfähigen Vereinen, Betriebsversammlungen und Veranstaltungen der Tarifpartner sind mit bis zu 100 Personen im Freien und zehn Personen in Räumen möglich.

- Veranstaltungen, die der Aufrechterhaltung des Arbeits-, Dienst- oder Geschäftsbetriebs oder der sozialen Fürsorge dienen, sind mit bis zu 100 Personen im Freien und mit bis zu zehn Personen in geschlossenen Räumen möglich, auch wenn sie nicht zwingend notwendig sind.

-  Vortrags- und Informationsveranstaltungen können im Freien mit bis zu 100 Personen stattfinden.

- Tanz- und Ballettunterricht ist im Freien in Gruppen von bis zu zehn Schülerinnen und Schülern zulässig.