So soll die neue Brücke in Klosterreichenbach einmal aussehen. (Visualisierung) Foto: Ingenieurbüro Rothenhöfer

Klosterreichenbach bekommt für den Rad- und Fußweg über die Murg eine neue Brücke. Aus finanziellen Gründen entschied sich der Gemeinderat Baiersbronn gegen Holz.

Die bestehende Rad- und Fußgängerbrücke „Murgsteg am Wassertretbecken“ in Klosterreichenbach muss ersetzt werden. Wegen erheblicher baulicher Mängel ist eine Sanierung nicht mehr wirtschaftlich.

 

Da die Brücke eine wichtige Querverbindung von der Grundschule und den Sportanlagen zur Bahnhaltestelle sei, müsse in jedem Fall ein Ersatz geschaffen werden, erklärte Bauamtsleiter Daniel Armbruster in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats.

Joachim Störk vom Planungsbüro Rothenhöfer aus Karlsruhe erklärte die Planungen und stellte verschiedene Varianten vor. Von der Variante einer Alufachwerkkonstruktion bis zur teuersten Variante – einer Holzbrücke mit Überdachung – betrage der Preisunterschied rund 500 000 Euro, führte er aus. Zudem ging er auf die Haltbarkeit von reinen Holzbrücken ein, die ohne Überdachung deutlich kürzer sei. Ein entsprechender Wartungsaufwand komme hinzu.

Bis zu 90 Prozent Zuschuss

Bei der vorgestellten Alufachwerkkonstruktion liege die Lebensdauer bei rund 70 Jahren. Störk verwies auf Fördermöglichkeiten. Sollte ein Antrag positiv beschieden werden, könnten bis zu 90 Prozent der Baukosten bezuschusst werden. „Die Förderstelle prüft auch auf Wirtschaftlichkeit“, erklärte er. „In Abhängigkeit von der gewählten Variante werden nicht die vollen Baukosten gefördert. Das heißt, dass bei der ganz teuren Ausführung eine Kürzung möglich ist.“

„Eine Holzbrücke macht nur Sinn mit einem Dach, und das ist nun mal die ganz teure Variante“, stellte Bürgermeister Michael Ruf fest.

Ortschaftsrat einverstanden

„Der Ortschaftsrat Klosterreichenbach wäre mit der Alufachwerkkonstruktion einverstanden – der Variante mit hoher Zuschussquote“, sagte Ortsvorsteher und Gemeinderat Karlheinz Nestle (FWV). „Auch die einfache Lösung ist ansprechend.“

„Wir haben uns die Holzbaukultur auf die Fahne geschrieben“, rief Gemeinderat Ernst Schleh (FWV) in Erinnerung. „Ich finde es schade, wenn wieder alles über den Preis geht.“ Er bezweifelte die angesprochenen Haltbarkeitsangaben der Brückenausführungen, auch eine Alubrücke sei nicht wartungsfrei. Zudem sei so eine Alubrücke nicht umweltfreundlich.

„Das meiste Baualuminium kommt aus dem Recyclingkreislauf, auch ist die geplante Alubrücke zu 100 Prozent recycelbar“, sagte Planer Joachim Störk zur Umweltverträglichkeit. „Jedes Bauwerk muss gepflegt werden, aber für mich ist das Bauwerk auf die Örtlichkeit bezogen eine solide Lösung, weil alle Voraussetzungen erfüllt werden.“

Am Ende zwei Enthaltungen

„Wir haben uns das gut überlegt, aber wir sind der Meinung, dass wir Brückenstandorte haben, die nicht unbedingt aus Holz sein müssen. Wir möchten uns nicht von der Holzbaukulturgemeinde verabschieden, aber wir dürfen das Thema der Finanzierbarkeit nicht außer Acht lassen“, betonte Bürgermeister Ruf.

Dietmar Günter (CDU) fragte nach der Förderzusage. „Die Förderfähigkeit ist gegeben, aber eine Zusage gibt es noch nicht, wir brauchen erst einen finalen Baubeschluss“, erklärte Ruf.

Bei zwei Enthaltungen entschied sich der Gemeinderat für die Alufachwerkbrücke und beauftragte die Verwaltung mit der weiteren Planung und Ausschreibung für diese Variante.