Eigentlich ist die Boule-Bahn des TC Rheinweiler schon länger bespielbar. Jetzt aber wurde sie offiziell mit einem kleinen Fest eröffnet.
Auch Bürgermeister Carsten Vogelpohl schaute vorbei und spielte eine Runde mit. „Ich habe für den Urlaub ein Asterix- und-Obelix Boule-Set, das Schweinchen heißt dabei ‚Idefix‘, wie der Hund von Obelix“, berichtete Vogelpohl. Mit französischen Spielern könne er dabei aber vom Können her nicht mithalten. „Da schaue ich dann lieber zu“, bekannte er.
„Boule“ ist eigentlich nur der Oberbegriff für Kugelspiele in Frankreich. Die gängigste Boule-Variante ist Pétanque. Das Wort kommt von „pieds tanqués“, was „geschlossene Füße“ bedeutet. Das wiederum bezieht sich darauf, dass man aus einem Abwurfkreis heraus spielt – so wie auf dem Bouleplatz in Rheinweiler. Ziel des Spiel ist es, die Abwurfkugeln möglichst nah am „Schweinchen“ zu platzieren und so Punkte zu erringen.
In Frankreich ist Pétanque quasi Volkssport, und dieser schwappt mehr und mehr auch auf die deutsche Rheinseite hinüber. „Überall sind in den vergangenen Jahren auch bei uns in der Gegend Boulebahnen entstanden. Viele Bürger haben das Spiel bei Reisen in Frankreich kennengelernt“, sagte Olli Seng vom TV Rheinweiler.
Wettkämpfe mit Picknick in Frankreich
In Frankreich gibt es beim Boule-Pétanque richtig große Wettbewerbe. „Bei diesen inoffiziellen oder offiziellen Wettkämpfen zählt auch stets ein Picknick dazu – das ist ein schöner Zusatzbrauch, an dem wir noch arbeiten müssen“, fand Seng.
Zwei Mannschaften des TV Rheinweiler traten am Samstag gegeneinander an. Am Nachmittag wollten sich noch französische Freunde der Boulespieler aus dem linksrheinischen Kembs für mehrere Partien einfinden. „Die haben ein ganz anders Niveau – da kommen wir noch nicht ran, aber wir haben die Aufholjagd gestartet und haben definitiv Potenzial nach oben“, zeigte sich Seng in Wettbewerbs-Kampflaune. Um Boule ligamäßig zu spielen, benötigt man übrigens mindestens zwölf, besser 16 Boulebahnen, wusste der Hobby-Boulespieler zu berichten.
Mit viel Eigenleistung den Platz geschaffen
Die Entscheidung, einen Bouleplatz zu bauen, fiel im vergangenen Jahr. Mit viel Eigenleistung und finanziell unterstützt vom Verein, begannen vier bis sechs Boulefans mit dem Bau der Bahnen und investierten bis zur Fertigstellung zirka 60 Arbeitsstunden.
Den Kies für das Material spendete das Kieswerk Istein – hier trafen die Verantwortlichen mit einer entsprechenden Bitte gleich auf offene Ohren. Die Firma Braun aus Kleinkems fuhr Aushub ab zu einem Depot der Gemeinde. Die Gemeinde spendete die Balken, mit denen die Spielfelder eingegrenzt sind.
Die Platten, die das komplette Boulefeld umschließen, brachte und verlegte der Bad Bellinger Bauhof. Die Firma Rathberger stellte Metallsäulen her, auf denen die Spielstände eingestellt werden können. Und die Firma Elektro Bächlin aus Rheinweiler sorgte für die Beleuchtung, „so dass wir jetzt auch abends spielen können“, freuten sich Seng und der zweite Vorsitzende des TV Rheinweiler, Leon Jakob, der ebenfalls gerne mit Freunden Pétanque spielt. Er schätzt es sehr, dass dies nun ganz spontan in Rheinweiler möglich ist.
Der Belag wirdnoch verbessert
Den Belag auf den Boulebahnen wird der Verein übrigens noch einmal verbessern. „Sobald der feine Kies durch die gröbere Struktur durchgesickert ist und sich verfestigt hat, bringen wir nochmal eine Feinschicht auf“, erklärte Jakob.