Ausgestattet wie ein Profi-Biker hat Bürgermeister Jens Keucher die erste Runde sturzfrei gemeistert. Zuvor hatte er die neue Pumptrack-Anlage auf Kastell eröffnet.
Das Wetter war am Sonntag nicht ideal, dennoch konnte sich Andreas Herbst von den Sulzer Mountainbikern über viele Besucher freuen.
Gekommen waren auch einige Jugendliche vom MTB-Club Pfullingen, richtige Könner auf dem Rad. Sie zeigten auf der neuen Sulzer Pumptrack-Anlage atemberaubende Tricks.
Die Anfänge
Gedauert hatte es rund drei Jahre, bis das Projekt verwirklicht werden konnte. 2021 war Toni Birkic mit seiner Idee, einen Pumptrack zu bauen, auf die Stadt zugegangen. Dort stieß er auf offene Ohren.
Doch ganz so schnell ging es dann doch nicht, denn zuerst musste ein geeigneter Standort gefunden und die Finanzierung geklärt werden. Baurechtlich war das Vorhaben außerdem abzusichern. Darum hat sich Jochen Steinwand, selbst Mountainbiker, vom Sulzer Tiefbauamt gekümmert.
Der Platz hinter dem Neubau des 3S-Gebäudes (Sozialstation, Stadtwerke, Stromversorgung) – es soll in diesem Jahr ebenfalls eröffnet werden – brachte für beide Bauprojekte Vorteile. Der angefallene Aushub konnte für die Gestaltung des Pumptracks mit Hügeln, Schanzen, Steilkurven und „Tabeles“ verwendet werden, brauchte also nicht abgefahren werden, wie Bürgermeister Jens Keucher mitteilte.
Landschaftsplanerin Heike Kipp hat die Strecke konzipiert. Diese kann sowohl von Kindern und Jugendlichen als auch von Erwachsenen genutzt werden.
Die Kosten
Rund 50 000 Euro kostete die Anlage, zur Hälfte finanziert von den Sulzer Mountainbikern. Sie übernahmen im Auftrag einer Firma die Radwegbeschilderung in Sulz. Etwa 50 Leute waren mehrere Wochen damit beschäftigt, 500 Schilder abzubauen und durch neue zu ersetzen. 25 000 Euro kamen mit dieser beispielhaften Aktion für ein neues Freizeitangebot der Stadt Sulz herein, weitere 23 000 Euro waren ein Leader-Zuschuss.
Außerdem unterstützten Sponsoren den Pumptrack-Bau. „Eine coole Sache“, fand Andreas Herbst.
Die Bewährungsprobe
Coole Sprünge sahen auch die Zuschauer. Die Jungs vom MTB Pfullingen testeten die neue Anlage. Auf der großen Schanze geht es mit genug Schwung vom sieben Meter hohen Starthügel herab einige Meter in die Luft. Eine 360-Grad-Drehung oder ein Rückwärtssalto ließen da durchaus den Atem stocken.
Dazu braucht es viel Übung, Selbstbewusstsein und die richtige Einschätzung des eigenen Könnens gehörten aber mit dazu, meinte Eric Bosler vom Mountainbike-Club in Pfullingen. Den einen oder anderen Sturz hat es bei den Sprüngen bereits gegeben. Die Hügel sind aber mit Rindenmulch ausgelegt. Das federt beim Hinfallen ab, so dass es nicht so arg weht tut.
Die Anlage
„Passt auf“, appellierte Bürgermeister Keucher trotzdem an die Nutzer des Pumptracks, wenigstens müsse ein Helm getragen werden. Auch sollte mit der Anlage pfleglich umgegangen werden. Sie werde frei zugänglich sein und keine Aufsicht haben. Daher wäre es, falls doch etwas passiert, empfehlenswert, immer zu zweit zu sein.
Der Rathauschef hat jedenfalls die erste Runde heil überstanden. Er setzte fürs anschließende Zeitrennen mit 35,68 Sekunden auf der etwa 250 Meter langen Strecke die erste Marke. Gefahren wurde in mehreren Altersklassen, und für die Besten gab es hinterher kleine Preise. Die Bewährungsprobe hat die Pumptrack-Anlage bestanden.