Der italienische Musikprofessor Jaime Gonzáles „bespielt“ mit seiner Oboe die Exponate in der neuen Sonderausstellung. Foto: Roland Sigwart

Tiefgründig und grenzüberschreitend: Die Ausstellung „Profondo“ lädt Besucher im Hüfinger Stadtmuseum zum Eintauchen in andere Welten ein.

Binational italienisch-deutsch präsentiert sich das Hüfinger Stadtmuseum mit seiner neuesten Sonderausstellung „Profondo“, die mit einer viel beachteten Vernissage und großer Publikumsresonanz offiziell eröffnet und gefeiert wurde.

 

Alle an der Realisierung Beteiligten – allen voran, neben dem einheimischen Förderkreisvorsitzenden Joachim Seidel und Museumskuratorin Ariane Faller, die italienischen Partner, die Kuratorin Ida Terracciano und Pietro Falcone, der italienische Konsul aus Freiburg – zeigten sich über die internationale, länderübergreifende künstlerische Zusammenarbeit und den Austausch der Kulturen hoch beeindruckt.

Die Ausstellung „Profondo“ – was übersetzt so viel wie „tiefgründig-umfassend“ bedeutet – ist aus der Begegnung zweier Orte entstanden: zwischen Hüfingen und dem südöstlich von Neapel gelegenen Montoro, berichtete Ida Terracciano in ihrer Einführung.

Zwei kleine Einheiten

Es handele sich bei den beiden Orten um „Realitäten in unterschiedlichen geografischen Kontexten.“ Die kleinen Einheiten in verschiedenen Ländern seien „jedoch beide Teil eines europäischen Projekts, das sich zu einer gemeinsamen politischen Realität festigen möchten“, erklärte die Mailänder Kunstkennerin im übervoll besetzten Vortragssaal des Stadtmuseums.

Gestaltet wird die zeitgenössische Profondo-Sonderausstellung, die sich nicht nur über das Obergeschoss des Stadtmuseums, sondern auch über die neuen, benachbarten Räumlichkeiten in der Hauptstraße 4 im ehemaligen Floristikgeschäft erstreckt, von insgesamt sechs Künstlern.

Von Furtwangen bis Mailand

Es handelt sich um Andrea Hess (Freiburg), Traci Kelly (Stuttgart/Baiersbronn), Valeria Manzi (Mailand), Concetta Modica (Mailand), Pasquale Polidori (Mailand) und Martin Schwer (Furtwangen).

Der italienische Kulturverein „Vivace“ aus Freiburg verantwortet ebenfalls einen maßgeblichen Anteil daran, dass die künstlerische Zusammenarbeit zwischen Hüfingen und Italien zustande gekommen ist.

Tiefes Eintauchen

Zu allen sechs Ausstellern machte sich Hüfingens Kuratorin Ariane Faller zur Ausstellungseröffnung ihre (künstlerischen) Gedanken und versuchte, den anwesenden Kunstinteressierten einzelne Werke näherzubringen.

Gleichzeitig ging Faller aber auch auf die Bedeutung des Ausstellungstitels ein und zog unter anderem Parallelen zum (tiefen) Eintauchen in andere Welten, wie beispielsweise unter Wasser.

Passende Oboenklänge

Gebührend musikalisch umrahmt wurde die Vernissage vom italienischen Musikprofessor Jaime González, der seine Oboenklänge in Beziehung zu den ausgestellten Werken setzte und nach dem offiziellen Teil in den Ausstellungsräumen alle Exponate „bespielte“.

Während die Museumsbesucher sich mit der Sprachinstallation „Magnetperlen“ von Pasquale Polidori in den neu hinzugekommenen Erdgeschoss-Nachbarräumen befassen können, sind die restlichen fünf Künstler im oberen Stadtmuseumsgeschoss präsent: die „Schwebeobjekte“ von Martin Schwer, die „Nähzeichnungen“ von Andrea Hess, die große Textilinstallation von Concetta Modica, die Papierobjekte von Valeria Manzi und die auf dem Gang die lange, unterteilt gerahmte Textilbahn von Traci Kelly.

Die Ausstellung

Auch nach Vereinbarung
Geöffnet ist das Hüfinger Stadtmuseum (im Nikolausgässle 1) regulär jeden Sonntag und Feiertag von 14 bis 17 Uhr oder nach individueller telefonischer Vereinbarung unter 0172/721 07 78.

Zwei Ausstellungsorte
„Profondo“ ist noch bis zum 2. August in der Bregstadt zu sehen. Wer die Ausstellung in Hüfingen verpasst, hat eine zweite Chance, die Exponate anzuschauen und das mit einer Italienfahrt zu verbinden: Vom 3. April bis 12. Juni 2027 wird „Profondo“ in der Pinacoteca d’Arte Contemporanea (Pimac) in Montoro (Avellino/Kampanien) gezeigt.