Die an der Waschmaschine befestigten Bänder wurden von Mitarbeitern genutzt, um die Maschine in Position zu ziehen. Foto: Werner Hering

Mehrere Maschinen wurden durch das Dach der neuen Abfüllhalle eingesetzt. Die halbseitige Sperrung der Hauptstraße bleibt noch ein paar Tage bestehen.

Seit Montag ist die Hauptstraße in Alpirsbach halbseitig gesperrt, der Verkehr wird mit Ampeln geregelt. Grund dafür ist die Anlieferung von verschiedenen Maschinen für die Umstrukturierung der Alpirsbacher Klosterbrauerei. Mit allem drum und dran investiert das Unternehmen zehn Millionen Euro.

 

Laut Moritz Glauner von der Brauerei, selbst studierter Maschinenbauingenieur und Wirtschaftsingenieur, wurde der Aufbau auf dem Dach der Abfüllhalle so konstruiert, dass Elemente herausgenommen werden können, um die Maschinen – die schwerste hat ein Gewicht von 40 Tonnen – einsetzen zu können. Durch das Herausnehmen entsteht eine 18 mal zwölf Meter große Öffnung, durch welche die Maschinen mit dem Kran hinein gehoben werden. Im Inneren werden sie dann an ihre Plätze verschoben.

Angeliefert wurden bisher der Palettierer, die Flaschenein- und -auspackmaschine, die Flaschenfüllmaschine und am Donnerstag die zweitschwerste Maschine mit knapp unter zehn Tonnen: die Etikettiermaschine.

Der schwierigste Teil stand am Freitag an, so Glauner. Da wurde die Waschmaschine mit einem Gewicht von 40 Tonnen eingesetzt. Hierfür mussten auf den Kran zusätzlich Gewichte gepackt werden, damit er dieses Gewicht überhaupt in die Luft heben kann. Die Maschine wurde als Schwertransport in der Nacht zum Donnerstag angeliefert. Das Besondere an der Maschine ist, dass sie nicht verschoben werden kann, sondern unterhalb der Öffnung installiert wird. „Sie ist also der letzte Hub durch diese Öffnung“, betonte Glauner.

Maschine sortiert Flaschen

Sie hat, wenn sie in Betrieb ist, ein Gewicht von etwa 80 Tonnen. Diese Maschine wäscht die Flaschen und überprüft sie mit künstlicher Intelligenz auf Reinheit, also Rückstände, sowie auf Schäden an den Flaschen. Die Beschädigten werden aussortiert und recycelt.

Am Freitag wurde die 40 Tonnen schwere Maschine mit dem Kran zentimeterweise angehoben und über die Öffnung im Dach eingeschwenkt. Dort ergriffen Helfer die angehängten Seile und drehten die Maschine so, dass sie genau über der Öffnung stand und dann abgelassen werden konnte.

Eine Maschine, die über das Dach in die Halle gehoben wird.

Im September beginnt dann der Probelauf und voraussichtlich wird im November die Abnahme erfolgen. Auf die Frage nach der Statik für dieses enorme Gewicht erklärte Glauner, dass bereits sein Großvater, als er dieses Gebäude gebaut hat, in weiser Voraussicht für einen weiteren Aufbau geplant hat. Allerdings brachten die Maschinen damals noch weniger Gewicht auf die Waage.

Einsparung bei Ressourcen

Deshalb mussten mit Stahlträgern und -traversen mit Querstreben die Gewichte verteilt werden. Eine schnelle Entscheidung war erforderlich, da die Stahlträger für den Palettenaufzug eingehoben werden mussten. Dazu war eine weitere Öffnung im Dach erforderlich, was Glauner ohne zu zögern in die Wege leitete.

Mit den neuen Anlagen werde Wasser, Strom und Gas eingespart, es werde auf Nachhaltigkeit gesetzt, sagte Glauner. Jährlich sollen circa 500 Tonnen CO2 eingespart werden. Auf dem Dach wird zudem noch eine Photovoltaikanlage installiert werden. Mit dem Blockheizkraftwerk wird derzeit etwa zehn Prozent des Energiebedarfs gedeckt. Mit dem selbst erzeugten Biogas wird Prozesswärme erzeugt und die Heizung des Gebäudes unterstützt.

Moritz Glauner (links) im Gespräch mit Mitarbeitern der Kranfirma Foto: Werner Hering

Da das Abwasser der Brauerei vorgeklärt wird – es macht etwa 25 Prozent des Abwassers der ganzen Stadt aus –, wird die städtische Kläranlage entlastet, zudem wird durch die Vorklärungsrückstände das Biogas für das Blockheizkraftwerk erzeugt.

Am Dienstag wird die Straße voraussichtlich wieder für den Verkehr freigegeben. Die Fläche zwischen Straße und dem Abfüllbetrieb, welche für die schweren Fahrzeuge und den Kran befestigt worden war, wird zurückgebaut und begrünt.