Nach den Sommerferien entfällt auch für die älteren Schüler die Abstandsregelung im Klassenzimmer.Symbolfoto: von Ditfurth Foto: Schwarzwälder Bote

Bildung: Gemeinschaftsschule (GMS) Neubulach weicht etwas von der Empfehlung des Landes ab / Praktikableren Modus gefunden

Vieles ist in Zeiten von Corona anders – auch der Unterricht an Schulen. Seit dem 15. Juni läuft das sogenannte "rollierende System" an den weiterführenden Schulen. Vom Land ist ein Wechsel von Präsenz- und Fernunterricht im Wochenrhythmus gedacht. Schulleiter Dominik Bernhart findet diese Lösung nicht einwandfrei, deshalb macht es die GMS in Neubulach anders.

Neubulach. "Für uns war die Empfehlung des Ministeriums keine Lösung", sagt der Schulleiter der GMS Neubulach, Dominik Bernhart. Der Nachteil: die Schüler würden ein zu großes Lernpaket mit nach Hause bekommen, das sie im Zweifelsfall nicht richtig bearbeiten und schaffen können, weil zwischenzeitlich zusätzliche Fragen entstehen würden.

Eine Klasse durch zwei

Stattdessen hat sich die Schule überlegt, eine Klasse in zwei Gruppen aufzuteilen und im täglichen Wechsel kommen zu lassen. "Die eine Gruppe kommt dann am Montag und Mittwoch und die andere am Dienstag und Donnerstag", erklärt Bernhart. Der Freitag sei dann für Kinder gedacht, die zusätzlichen Förderbedarf brauchten. "Wir mussten natürlich schauen, auf welchem Leistungsstand die Schüler gerade sind. Je nachdem wurden die Schüler dann eingeladen auch am Freitag zu kommen", erklärt er.

Als Elternvertreter sieht Björn Ahsbahs an diesem System auch einen Vorteil für die Eltern. "Für Eltern ist die Betreuung der Kinder in Zeiten von Corona nicht einfach. Die festen Tage ermöglichen eine bessere Planung. Außerdem müssen Eltern dann nicht wochenweise für eine Betreuungsmöglichkeit sorgen", findet er. In Neubulach gibt es des Weiteren eine "Geschwisterregelung". Kinder aus einer Familie wurden immer zu denselben Schultagen eingeteilt. "Das klappt wirklich gut und entlastet die Familien", sagt der Schulleiter. Er ist selbst Vater und ihm sei es auch ein persönliches Anliegen, dass gerade Eltern mit mehreren Kindern nicht immer eine Betreuungsmöglichkeit schaffen müssen. "Viele mussten für die Betreuung des Kindes schon ihren Jahresurlaub verbrauchen. Mit dieser Regelung gehen wir einen Schritt in die richtige Richtung", findet Bernhart. Auch Marlies Nickel und Max Roller aus der Klassenstufe fünf, finden diese Variante besser. "Wir bekommen in der Schule den Input, den wir dann am nächsten Tag erarbeiten können. Wenn wir dann eine Frage dazu haben, kann die gleich geklärt werden", sagt Marlies.

Regelmäßigkeit wichtig

Max sieht das ähnlich, für ihn ist auch die Regelmäßigkeit des Unterrichts entscheidend. "Man kommt sonst gar nicht richtig in diesen Schulalltag rein", findet er. Über das positive Feedback freut sich auch der Schulleiter.

Er selbst ist überzeugt, dass so der Arbeitsaufwand überschaubarer ist und die Strukturierung erleichtert wird – für Schüler wie für Eltern.

Bis zu den Sommerferien soll dieser Rhythmus für die weiterführenden Schüler beibehalten werden. Die Grundschüler sind bereits wieder in vollem Umfang in der Schule. "Nach den Ferien gilt dann für die Älteren auch keine Abstandsregelung mehr und Mund- und Nasenmasken müssen sowieso nicht getragen werden", erklärt Bernhart. Masken im Unterricht sehe der Schulleiter ohnehin kritisch. "Ich bin schon froh, nach dem Einkauf wieder durchzuatmen und der dauert nicht so lange wie eine Schulstunde", sagt er. Eine Maskenpflicht auf den Gängen und dem Pausenhof habe es kurzfristig nach Pfingsten gegeben. Das habe die Schule aber relativ schnell wieder abgeschafft. "Wichtig ist, dass die Schüler die Situation verstehen. Gerade die Grundschüler, wo viele anfangs dachten sie würden sich nicht daran halten, verhalten sich vorbildlich", freut sich Bernhart. Momentan sind im Schulhaus zum Beispiel die Laufwege der Schüler auf dem Boden abgeklebt.

Einige Fragen sind offen

Es gebe allerdings noch Fragen, die über die Sommerferien geklärt werden müssen. "Klassen dürfen sich nicht mit anderen vermischen. Das wird eine Herausforderung beim Thema Ganztagsunterricht, bei dem Schüler aus unterschiedlichen Klassen und Stufen teilnehmen", berichtet der Schulleiter. Auch für die Fahrt mit dem Schulbus müsse man sich etwas überlegen. "Gerade im ländlichen Raum sind Schüler darauf angewiesen", stellt Bernhart klar. Die Schule befinde sich in diesen Fragen aber im Austausch mit der Stadt.

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