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Neubulach Vergessen der NS-Verbrechen verhindern

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Bürgermeisterin Petra Schupp, Kreisarchivar Martin Frieß, Mitentwickler der Ausstellung Arno Huth bei der Eröffnung der Ausstellung. Foto: Stadt Neubulach Foto: Schwarzwälder Bote

Neubulach. Jüngst wurde die Ausstellung "Bientôt la liberté nous reviendra – Freiheit – So nah, so fern" in der Bergvogtei Neubulach im Rahmen eines Einführungsvortrages eröffnet. Zu Gast waren Arno Huth, der die Ausstellung mit konzipiert hat und Kreisarchivar Martin Frieß.

Bürgermeisterin Petra Schupp begrüßte die zahlreichen Gäste, die der Einladung zur Ausstellungseröffnung gefolgt waren. "Die Ausstellung will dem Vergessen der NS-Verbrechen entgegentreten", so Schupp. Sie möchte im Rahmen der Ausstellung an das Ende des Zweiten Weltkriegs erinnern, welches mittlerweile mehr als 70 Jahre her ist und daran, dass wir in Europa froh sein können, in Frieden zu leben.

Bereits 2011 entwickelt

Huth, ehrenamtlicher Vorstand der KZ-Gedenkstätte Neckarelz und lokaler Amateurhistoriker übernahm das Mikrofon mit einem Einführungsvortrag zu der Ausstellung. Er selbst hat die Ausstellung 2011 mitentwickelt und erhielt dafür 2014 den baden-württembergischen Landespreis für Heimatforschung.

"Um den komplexen und nicht leicht überschaubaren Stoff sowie die geografische Verortung und Dynamik dieser Geschichte sichtbar zu machen, wurde die Ausstellung neben Texten auch mit zahlreichen Abbildungen und einige Karten versehen", erklärte Huth. Man wollte aber auch die Menschen in den Mittelpunkt stellen, die diese Geschichte erlebt und erlitten haben. Nur der Titel bereitete dem Ausstellungsteam Kopfzerbrechen. Schließlich entschieden sie sich für zwei Formulierungen, die in den beiden Sprachen unterschiedliche Akzente setzen; der französische Titel "Bientôt la liberté nous reviendra" (zu deutsch etwa: Bald werden wir wieder frei sein) stammt aus dem Natzweiler-Lied "La voix du rêve" des französischen Häftlings Arthur Poitevin aus dem Jahr 1944, der deutsche Ausstellungstitel "Freiheit – so nah, so fern" wurde frei gewählt und soll ausdrücken, wie die Freiheitshoffnung wieder weit weg rückt und fast zunichte wird.

Das KZ-Lager Natzweiler wurde am 21. Mai 1941 zur Gewinnung von rosa Granit im oberhalb gelegenen Steinbruch eröffnet und war für 3000 Mann ausgelegt. Verschiedene Arbeitskommandos wurden für die Erhaltung und den Ausbau des KZs geschaffen.

Bis Ende August 1944 entstanden 33 Natzweiler Außenlager, die zu diesem Zeitpunkt zusammen eine Belegung von rund 18 000 KZ-Häftlingen zählten. Zusammen mit dem Hauptlager waren es 24 000 KZ-Häftlinge. 15 Außenlager lagen auf der linken Seite des Rheins, in Lothringen, im Elsass, aber auch weiter nördlich in Cochem an der Mosel – und 18 auf der rechten Rheinseite, vor allem in Baden und Württemberg, aber auch in Hessen. 1945 wurde ein Natzweiler KZ-Außenlager für 199 jüdische Frauen in Calw eröffnet.

Kreisarchivar Frieß übernahm an dieser Stelle das Wort, da er sich bereits 2018 mit der Ausstellung und auch ausführlich mit dem Außenlager in Calw beschäftigte. Das KZ-Außenlager in Calw bestand vom 15. Januar 1945 bis zum 2. April 1945 in der Firma Luftfahrtgeräte-GmbH (LUFAG) Calw. Hier mussten 199 jüdische Frauen im Alter von zwölf bis 50 Jahren unter Zwang ihre Arbeit für den Rüstungsbetrieb verrichten. Am 2. April wurden die "Häftlinge" evakuiert und starteten mit den alliierten Truppen einen Evakuierungsmarsch nach Füssen.

Verdeutlich wird die Calwer Geschichte nochmals auf fünf zusätzlichen Tafeln. Frieß wünscht sich indes für die Ausstellung, dass diese auf Interesse bei der Bevölkerung und vor allem bei den Schulen stößt. Bis zum 30. September kann die Ausstellung noch in der Bergvogtei besichtigt werden.

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