Projektgruppe bei der Arbeit: Untersuchung der Zahnpasta auf Mikroplastik.Foto: Gleiser Foto: Schwarzwälder Bote

Naturwissenschaft: Gemeinschaftsschule Neubulach beteiligt sich an Projekt

Neubulach. Zum Fächerkanon an den Gemeinschaftsschulen (GMS) gehören ab der achten Klasse auch sogenannte Profilfächer in denen die Schüler berufs- und interessenbezogen Schwerpunkte setzen können. Die GMS in Neubulach bietet neben dem Sportprofil und dem Profilfach IMP (Informatik, Mathematik, Physik) den Profilschwerpunkt Naturwissenschaft/Technik (NWT) an.

In den Profilfächern stehen projektorientierte und fächerübergreifende Fragestellungen im Vordergrund. So nahm der diesjährige neunte Jahrgang des NWT-Profils an einem Wettbewerb der Stiftung Warentest teil. Ziel des Wettbewerbs war es, dass die Teilnehmer zu verschiedenen Produkten und Dienstleistungen eigene Testverfahren entwickeln, durchführen und dokumentieren. Dies passe hervorragend in die Zielsetzung des Profilfaches, das anstrebt, die Schüler zu einem möglichst hohen Maß an Bewertungs-, Urteils- und Entscheidungsfähigkeit zu führen, heißt es in einer Pressemitteilung der Gemeinschaftsschule Neubulach. "Wir möchten in NWT die Bearbeitung naturwissenschaftlicher und technischer Fragestellungen mit gesellschaftlichen, ökonomischen und ökologischen Aspekten verknüpfen", betont NWT-Lehrerin Myriam Gleiser begeistert. So könnten die Schüler eine naturwissenschaftlich-technische Allgemeinbildung erreichen. "Über den mündigen Umgang mit technischen Innovationen und angebotenen Produkten trägt das Fach neben dem vertieften technischen Verständnis auch zur kritischen Verbraucherbildung bei", so Gleiser weiter.

Für die Schüler galt es zunächst eine Menge Fragen zu klären: Was sollte überhaupt getestet werden und mit welchem Ziel? Wie könnten zielführende Testverfahren aussehen, welche Materialien gilt es zu beschaffen und welche Sicherheitsvorkehrungen einzuhalten? Schließlich die Wahl der Dokumentationsformen, wo es neben dem klassisch beschreibenden Text eine enorme Bandbreite gab, die von Fotos über Videos und die Darstellung in Form von Ergebnistabellen und Diagrammen reichte.

Entsprechend vielfältig waren dann auch die entstandenen Schülerprojekte. Diese umfassten beispielsweise (passend zur Vorweihnachtszeit, in der das Projekt stattfand) die Untersuchung von Christbäumen auf Giftstoffe oder der Test von Schokonikoläusen auf ihre Bruch- und Schmelzfähigkeit. Große Aktualität kam dem Projekt zu, das verschiedene Zahnpasta-Produkte auf Spuren von Mikroplastik untersuchte. "Mikroplastik und seine Anreicherung in den verschiedenen Stoffkreisläufen gehört zu den großen Umweltthemen unserer Zeit. Vor allem da es durch Kläranlagen nur sehr unzureichend aus dem Abwasser herausgefiltert werden kann, ist es ein großes Problem", erläutert Gleiser. Feines Plastikgranulat und flüssiges Plastik werden häufig in der Kosmetikproduktion eingesetzt, weshalb die Tester auch Mikroplastik in verschiedenen Zahnpastas gefunden haben.

"Das ist für uns schon noch mal was anderes, als wenn man das nur in den Medien lesen und sehen kann. Wir haben getestet und selbst was gefunden – das hat uns echt beeindruckt. Ich muss klar sagen, dass wir in der Klasse die Forderung des BUND für ein Verbot von Mikroplastik in Kosmetik- und Körperpflegeprodukten unterstützen", sagt zum Beispiel Amelie aus der Klassenstufe 9.

Ein weiteres Projekt untersuchte kostenlose Lern-Apps auf ihre Qualität, vor allem unter den Kriterien Übersichtlichkeit, Passung zu den Themen des Bildungsplanes und Datenschutz. Dies war vor allem für die nachfolgende Phase der Schulschließung von großer Bedeutung, denn hier hatten viele dieser Anbieter großen Zulauf.

Urkunden und Geschenke

Schulleiter Dominik Bernhart freut sich über das Projekt: "Wir haben mit der Wettbewerbsteilnahme eine tolle Möglichkeit gefunden, die einzelnen Teilthemen des Profilfaches wunderbar miteinander zu verknüpfen, fachwissenschaftliche Arbeits- und Dokumentationsweisen zu trainieren und Schwerpunkte in den übergeordneten Kompetenzbereichen ›Digitale Bildung‹ und ›Verbraucherbildung‹ zu setzen. Das ist moderner Unterricht in den Naturwissenschaften, wie wir ihn uns vorstellen."

Die Stiftung Warentest würdigte die erfolgreiche Wettbewerbsteilnahme mit Urkunden und einem Geschenkpaket für die Schüler. Das motiviert die Schüler genauso wie ihre Lehrkräfte: "Wenn der Wettbewerb nächstes Jahr wieder aufgelegt wird, machen wir auf jeden Fall wieder mit", ist sich Gleiser sicher.

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