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Neubulach Schon jetzt eine Veranstaltung der Superlative

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Archivfoto: Missionarische Dienste Foto: Schwarzwälder Bote

35 Veranstaltungen an 16 Tagen, mehr als 250 Ehrenamtliche wirken mit, prominente Gäste treten auf: Das Zelt ist noch nicht mal aufgebaut, und doch ist "Bulich im Zelt" schon jetzt ein gigantisches Festival. Die heiße Phase der Vorbereitungen läuft.

Neubulach. Wenn am 29. September Sängerin Bianca App und die Bergmannskapelle Neubulach das Zeltfestival eröffnen, werden die Organisatoren um Siggi Stoll, Robert Rentschler und Karin Drexler vermutlich erst mal tief durchatmen. Schließlich liegt an jenem Abend bereits eine zweijährige Vorbereitungszeit mit etlichen Teamsitzungen, Telefonaten und anderen Anstrengungen hinter ihnen.

Dabei hat sich vor allem schon eines gezeigt: Neubulacher stellen gerne was auf die Beine – und wenn es um eine rund zweiwöchige Veranstaltung geht, bei der doppelt so viele Gäste erwartet werden wie ihre Stadt Einwohner hat, dann schafft man auch das. Mit welchem Herzblut die Ehrenamtlichen ans Werk gehen, lässt sich schon beim Blick auf die schick glänzenden Faltblätter und Programmhefte erahnen, die offenbar mit viel Liebe zum Detail gestaltet wurden. So bewiesen die Organisatoren auch bei der Suche nach einem Motto ein gutes Händchen – das Zeltfestival steht unter einer Überschrift, die wie angegossen zur Bergwerkstadt als Veranstaltungsort passt: "Grab tiefer". Bevor das Programm in der kommenden Woche offiziell vorgestellt wird, haben einige Organisatoren im Gespräch mit dem Schwarzwälder Boten Einblick gegeben in die Vorbereitungen dieser "Veranstaltung der Superlative", wie sie das Festival selbst schon nennen.

Eine lohnende Fahrt zu Entertainer Warth

Im Herbst 2016 entstand die Idee, das Angebot namens Zeltkirche­ von den "Missionarischen Diensten" (MD) der Evangelischen Landeskirche (elk) nach Neubulach zu holen. Zunächst wurde das Vorhaben im Gemeinderat der evangelischen Kirche in Neubulach beraten. Die Rückmeldungen seien gleich positiv gewesen, erzählt Kirchengemeinderatsmitglied Daniel von Altrock. Als Teil des Organisationsteams ist er im Arbeitskreis Öffentlichkeitsarbeit aktiv.

Von Anfang an konnte man auch auf die Erfahrungen von Pfarrer Hans Georg Schmid zurückgreifen, wie Karin Drexler, Leiterin des Arbeitskreises Öffentlichkeitsarbeit, erklärt: Schmid hatte die Zeltkirche bereits 2012 als Pfarrer in einer anderen Gemeinde mitgestaltet. Träger des Festivals sind neben elk und MD die katholische Kirche, die Liebenzeller Gemeinschaft, der CVJM und der EC ("Entschieden für Christus").

Nachdem Zuständigkeiten wie diese verbindlich abgeklärt waren, standen das ganze Jahr 2017 über monatliche Sitzungen des Kernteams an: Es hat 15 Mitglieder und koordiniert die 18 Arbeitskreise, die für einen "reibungslosen Ablauf sorgen", so Drexler. Medientechnik und Licht, Bewirtung, Finanzen, Kinderprogramm sowie Theater sind einige Beispiele für die Arbeitskreise, die allesamt aus Ehrenamtlichen bestehen und die jeweils einen Leiter haben. Zudem gibt es für jeden Tag einen "Abendverantwortlichen", der für die direkten Kontakte zu Referenten, Künstlern und Vereinen zuständig ist.

Ein "Rohkonzept" für mehrere Abende des Zeltfestivals habe Ende 2017 festgestanden, erinnert sich Kernteam-Mitarbeiter Rentschler. Viele Kontakte zu bekannten Künstlern und Referenten hätten die MD vermittelt, sagt er. Die Auswahl der passenden Programmpunkte sei aber nicht immer einfach gewesen, wie Kernteam-Leiter Stoll berichtet. Jedes Alter, verschiedene Interessen – für möglichst alle soll etwas Interessantes dabei sein. Eine zusätzliche Herausforderung sei die terminliche Koordination gewesen, schließlich haben beliebte Künstler auch ein Jahr vorher schon einen gut gefüllten Terminkalender. "Das war manchmal schon nervenaufreibend", sagt Stoll.

Besonders in Erinnerung geblieben sind ihm die Bemühungen um eine Zusage von Schauspieler und Entertainer Johannes Warth. Da die Kontaktaufnahme übers Internet "schwierig" gewesen sei, seien Stoll und weitere Mitglieder des Organisationsteams zu einem von Warths Auftritten in Walddorfhäslach (Kreis Reutlingen) gefahren: "Da haben wir ihn persönlich an der Tür in Empfang genommen und ihm unser Anliegen erklärt." Nach etwas Überzeugungsarbeit und einem gemeinsamen Foto sei tatsächlich am nächsten Tag die offizielle Zusage von Warth gekommen, erzählt Stoll lachend.

Gemeinsamkeiten und neue Perspektiven

Anfang 2018 wurden die örtlichen Vereine in die Planung einbezogen, indem man zunächst einen Informationsabend für sie veranstaltete. Auch sie waren eingeladen, das Veranstaltungsprogramm mitzugestalten. "Die Vereine sollten sich so darstellen, wie sie sind", sagt Rentschler über die Zielvorgabe damals, "nichts Aufgestülptes" sollte dabei herauskommen.

So wurden vier Abende innerhalb der 16 Veranstaltungstage freigeräumt, deren Gestaltung ausschließlich in der Hand der Vereine liegt. Noch beim Info-Abend hätten Feuerwehr und DRK spontan zugesagt, dass sie den ersten Vereinsabend übernehmen. "Das war wirklich erstaunlich", zeigt sich Rentschler immer noch begeistert von den vielen positiven Rückmeldungen seitens verschiedenster Vereine. Zahlreiche eigene Ideen seien eingebracht worden, sofort hätten sich fruchtbare Gespräche ergeben. Auch bei der Suche nach weiteren Helfern in den vergangenen Wochen zeigte sich laut Rentschler immer wieder, dass der direkte Kontakt mit Freunden und Kollegen oft zum Erfolg führe. Etwa würden für jeden Abend mindestens vier Personen gebraucht, die einen Ordnerdienst übernehmen. "Ich bin mit einem Flyer zu einem Freund gegangen und habe erzählt, dass wir noch Ordner brauchen", sagt Rentschler, "der hat gesehen, dass Michael Stahl am 10. Oktober auftritt, von dem hatte er ein Buch gelesen und deshalb gleich gesagt, ›da komme ich‹". Also habe sich der Freund auch dazu entschieden, an dem Abend einen Ordnerdienst zu übernehmen. Zudem werden für jede Nacht zwei Personen gebraucht, die das Zelt bewachen, ein Team von 20 Leuten ist für den Auf- und Abbau zuständig. "Eine stattliche Zahl an Helfern nimmt sich Urlaub", betont Rentschler.

Die Idee der Zeltkirche, Menschen zusammenzubringen und ihnen neue Perspektiven zu eröffnen, trägt also schon vor der Eröffnung die ersten Früchte. "Wenn das Leben fragen stellt –­ grab tiefer", lautet das vollständige Motto von "Bulich im Zelt". Den Organisatoren ist besonders wichtig, dass "nicht nur die Frommen unter sich sind", wie Hans Schweizer, Gemeinschaftspastor der Liebenzeller Gemeinschaft und Kernteam-Mitarbeiter, erklärt. Jeder dürfe sich angesprochen fühlen – auch und insbesondere jeder, der bisher keinen Draht zu Gott oder zum Glauben allgemein hatte. So wird am 30. September Samuel Koch über die Zeit nach seinem schweren Unfall in der ZDF-Sendung "Wetten, dass..?" reden und aus seinem Buch lesen. "Aber nicht wie bei einer Predigt im Gottesdienst", unterstreicht Schweizer, "sondern über seine ganz eigenen Erfahrungen mit Gott".

Beim Zeltfestival gehe es generell nicht um Unterschiede, sondern darum, "Gemeinsamkeiten in den Vordergrund zu stellen". Besonders hoffen die Organisatoren am 5. Oktober beim Konzert von "Koenige & Priester" auf ein volles Zelt. Ein "riesiger Aufwand" stecke hinter deren Auftritt, sagt Stoll: "Das wird sich wirklich lohnen und ist was für alle Altersgruppen".

Offizielle Präsentation in den kommenden Tagen

Wer sich nach den 16 Veranstaltungstagen "berührt" fühlt und die "Grundlagen des christlichen Glaubens vertiefen" will, ist zur Folgeveranstaltung an acht Abenden ab dem 18. Oktober eingeladen, wie Rentschler erklärt: "Grab weiter", lautet dann das Motto.

Bis dahin gibt es für die Organisatoren aber noch einiges zu tun. "In den nächsten Tagen gehen die Plakatierungs-Aktionen los", kündigt Rentsch­­ler an. Plakate werden in Altensteig, Calw, Wildberg und Nagold aufgehängt, es werden Faltblätter in Geschäften und Ämtern verteilt, und jeder Haushalt in Neubulach soll ein Programmheft bekommen. Allein die 6000 Hefte wiegen –­ verpackt in 32 Paketen – insgesamt rund 900 Kilogramm, weiß Drexler. Außerdem wird das Zeltfestival am Dienstag offiziell der Öffentlichkeit präsentiert; zu dem Pressegespräch wurden auch überregionale Medien eingeladen.

Und der wesentliche Bestandteil dieses Festivals, der das CVJM-Gelände für die 16 Veranstaltungstage schließlich in einen ganz besonderen Treffpunkt verwandelt, kommt erst kurz vor der Eröffnung in Oberhaugstett an: Das Zelt, in das bis zu 800 Menschen passen, wird am 26. September angeliefert und am Folgetag aufgebaut.

Weitere Informationen: www.grab-tiefer.de

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