Finanzspritze: Gemeinderat billigt einmalige Corona-Sonderzahlung sowie Erhöhung des Mitgliedsbeitrags

Neubulach. Neubulacher Finanzspritze für die Volkshochschule Calw: Zusätzlich 18 600 Euro schießt die Bergwerksstadt der Einrichtung zu, um ihr Defizit abzufedern. Bislang zahlte Neubulach einen Mitgliedsbeitrag von rund 14 000 Euro pro Jahr für die VHS Calw. In diesem Jahr wird es damit mehr als doppelt so viel sein.

"Die VHS ist ganz, ganz arg gebeutelt von der Coronakrise", unterstrich Neubulachs Bürgermeisterin Petra Schupp (CDU) in der letzten Sitzung des Gemeinderats vor der Sommerpause und zeigte auf: Bis zuletzt gehörten die Volkshochschulen zu den Einrichtungen, die keine staatlichen Corona-Hilfen bekommen haben.

Neubulach ist gemeinsam mit elf weiteren Kommunen Mitglied der Volkshochschule Calw. "Viele Kurse finden auch in Neubulach statt, so dass die Bürgerinnen und Bürger nicht nur Angebote in anderen Orten, sondern auch wohnortnah direkt in Neubu-lach wahrnehmen können", heißt es von Seiten der Stadtverwaltung, die aber auch warnt: " In den letzten drei bis vier Jahren ist die Volkshochschule in eine deutliche finanzielle Schieflage geraten, so dass der Fortbestand der VHS Calw gefährdet ist."

Seit Jahren nicht erhöht

Die Finanzspritze soll helfen, dass die Coronakrise der Volkshochschule nicht den Rest gibt. Das Hilfspaket setzt sich aus zwei Teilen zusammen. Zum einen erhöht Neubulach seinen Mitgliedsbetrag freiwillig von 2,55 Euro auf 3,25 Euro pro Einwohner. Daraus ergeben sich für die VHS Mehreinnahmen von knapp 4000 Euro aus der Berkwerksstadt, denn statt 14 000 Euro werden nun 18 000 Euro pro Jahr fällig. Schupp betonte vor dem Gemeinderat, dass der Mitgliedsbeitrag seit Jahren nicht mehr erhoben wurde: "Ich habe extra nachgeschaut, wann das das letzte Mal der Fall gewesen ist, aber habe nichts finden können, weil das schon so viele Jahre her ist."

Zum anderen leistet die Stadt Neubulach eine einmalige Sonderzahlung in Höhe von rund 14 600 Euro, was zusammen mit der Beitragserhöhung die Gesamtsumme von 18 600 Euro ergibt. Ein Teil der Summe wird mit der zweiten Zahlung aus dem Corona-Soforthilfe-Programm des Landes Baden-Württemberg gegenfinanziert. Durch sie erhielt Neubulach knapp 40 000 Euro, wovon 29 500 Euro in die Kindergärten flossen. Die Stadtverwaltung schreibt dazu: "Die Mehrausgaben für den Erhalt der VHS Calw mindern das Gesamteinsparpotential, stellen jedoch den städtischen Haushalt nicht grundsätzlich infrage."

"Zu sehr ins Blaue hinein"

Der Neubulacher Gemeinderat billigte das Hilfspaket für die Volkshochschule Calw, auch wenn Stadtrat Bernd Schwarz (UWV) kritisch anmerkte: "Für mich ist das ein bisschen zu sehr ins Blaue hinein. Die Volkshochschule ist jetzt der Erste, der auf uns zugekommen ist, wird aber sicherlich nicht der Letzte bleiben." Insbesondere der einmaligen Sonderzahlung in Höhe von 14600 Euro steht Schwarz skeptisch gegenüber. "Das ist schon sportlich", merkte der UWV-Stadtrat an.

Für Bürgermeisterin Schupp steht dagegen fest, dass sich die Stadt letztendlich gar nicht gegen die Finanzspritze wehren könne, wenn die anderen Mitgliedskommunen das wollen. "Wir sind Mitglied und müssten einen Mehrheitsbeschluss sowieso mittragen", rief die Rathauschefin in Erinnerung. Dennoch: Im Zuge der Sonderzahlung müsse laut Stadtverwaltung sichergestellt werden, dass "die Ursache der sich seit Jahren aufbauenden Defizite identifiziert und dauerhaft behoben wird".

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