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Neubulach Große Baulandoffensive

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Foto: Fritsch Foto: Schwarzwälder Bote

Neubulach hat großen Wohnungsdruck und will den jetzt lindern. Gleich drei neue Baugebiete könnten in den kommenden Jahren realisiert werden. Doch zunächst steht eine ausführliche Prüfung an. Was dabei herauskommt, weiß noch keiner.

Neubulach. Drei neue Baugebieten sollen in Neubulach und Ortsteilen entstehen – zumindest auf dem Papier. Denn ob dort dann eines Tages wirklich gebaut wird, ist noch gar nicht so sicher. Sicher ist nur, dass die Kommune die auserkorenen Flächen genauer untersucht. Deshalb wurde jetzt der Aufstellungsbeschluss für die angedachten Neubaugebiete im Gemeinderat unter Dach und Fach gebracht. Der Hintergrund: Der Paragraf 13b der Landesbauordnung, der ein beschleunigtes Bebauungsplanverfahren zulässt, läuft Ende des Jahres aus. Höchste Zeit also, will man als Stadt die erleichterten Rahmenbedingungen noch ausnutzen. Und da zählt eben der Aufstellungsbeschluss. Ab diesem Zeitpunkt hat man zwei Jahre Zeit, das Bauland zu entwickeln. Also befasste sich der Neubulacher Rat mit drei möglichen Baugebieten: "Schelmenlehen" und "Vogtsäcker" in Altbulach sowie "Altbulacher Straße" in Neubulach. Die Begründung für den Bedarf lautet bei allen drei Gebieten gleich: "aktuell vorherrschender Wohnraummangel". Bürgermeisterin Petra Schupp bekräftigte das auch: "Bei uns erhöht sich der Wohnungsdruck ebenso." Im Übrigens wandern Beschäftigte auch aus dem Großraum Stuttgart/Böblingen in den ländlichem Raum ab, um bezahlbaren Wohnraum abzugreifen.

Doch Schupp stellte von vornherein eines klar: "Das ist eine Absichtserklärung, wir haben nicht die Pflicht, da nachher Bauland zu entwickeln. Wir schauen uns nur die Bereiche genauer an." Überdies sei auch nicht klar, ob alle Grundbesitzer an die Stadt verkaufen wollten, der nicht alle Flächen selbst gehören.

"Wir sollten das Fell des Bären nicht verteilen, bevor er erlegt ist", mahnte Schupp. Die Gebiete könne man im Zweifel kleiner, jedoch nicht mehr größer gestalten. Die Standorte hat man aber nicht nach Gutdünken ausgewählt, sondern sich schon etwas dabei gedacht, wie man am Gebiet "Schelmenlehen" sieht. Hier seien laut Schupp schon Leitungen, an die man die Infrastruktur anschließen kann.

Innen geht nichts mehr

Das Problem an Altbulach ist, dass beim Thema Innenverdichtung nicht mehr viel geht – landwirtschaftliche Betriebe brauchen hier nämlich einen Abstand von 200 Metern zur Wohnbebauung. Aus diesem Grund muss man an die Außenbereiche des Ortsteils gehen. Gerade beim Gebiet "Schelmenlehen" kam die Frage auf, weshalb das Dreieck im Südosten denn nicht inbegriffen sei. "Das ist ein ungeschicktes Eck, da steigt es leicht an", meinte Schupp. Das Grundproblem aber konnte Rat Alois Jerges identifizieren: "Die Fläche gehört nicht der Stadt." Stadtrat Lars Dannenmann regte aber an, die Fläche doch mit hineinzunehmen, man könne diese ja bei Bedarf später wieder streichen. "Aber sonst kann man damit ja nix mehr machen, wenn man die Fläche jetzt von vorneherein weg lässt", klagte Dannenmann.

Am Ende einigten sich Gremium und Verwaltung darauf, die Fläche mit in den Plan zu nehmen und zu prüfen, was damit geschehen könnte. Keine Probleme gibt es hingegen beim Plangebiet "Vogtsäcker" in Altbulach. Hier gehört das ins Auge gefasste Flurstück nämlich der Stadt selber. "Aber vielleicht stören sich da welche an den landwirtschaftlichen Betrieben in der Nähe", gab Stadtrat Jonas Nothacker zu Bedenken. Schupp sah hier kein Problem, zumindest kein akutes. "Eventuell schon, aber da gibt es keine Tierhaltung. Ob und wie das beeinträchtigt, zeigt sich dann ja beim Verfahren. Es ist auch nicht sicher, ob da ein Bebauungsplan kommt", erklärte die Rathauschefin. Der Plan ist hier jedenfalls, dass man im Baufall parallel zum Stollengässle, quasi spiegelverkehrt, die Häuser in die Höhe zieht.

Das Wort Plan war ein gutes Stichwort für Stadtrat Reiner Stoll, der nämlich gern einen Übersichtskarte mit allen drei Gebieten gehabt hätte. "Weil ich hab da echt eine Weile gesucht, bis ich alle gefunden habe vor Ort", so Stoll. Ratskollege Achim Pfrommer hatte da eine noch weitreichendere Idee, die auf die neuen Tablet-PCs der Räte abzielt: "Noch besser wäre natürlich ein Link in der Sitzungsvorlage, der direkt zu Google Maps führt." Schupp sicherte die Karte in der Übersicht zu, meinte aber zur digitalen Lösung: "Jetzt wird es aber arg modern."

Übersichtskarte analog oder digital, der Gemeinderat beschloss am Ende einstimmig, die drei Baugebiete aufstellen zu wollen. Die nackten Zahlen sehen im Übrigen so aus: Insgesamt soll neue Baufläche von rund 2,41 Hektar entstehen. Die teilen sich auf die drei Gebiete wie folgt auf: "Altbulacher Straße" 0,5 Hektar, "Schelmenlehen" 1,06 Hektar und "Vogtsäcker" 0,85 Hektar.

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