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Neubulach Friedhofsgebühren steigen zum 1. Juli

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Der Gemeinderat Neubulach hat in der jüngsten Gemeinderatssitzung beschlossen, die Friedhofsgebühren zum 1. Juli zu erhöhen. Wie Bürgermeisterin Petra Schupp erklärt, habe die Stadt in den vergangenen Jahren teilweise deutlich weniger verlangt, als es möglich gewesen wäre.

Neubulach. So gut wie keine der veranschlagten Kosten für die einzelnen Leistungen sei deckend gewesen. Deshalb hat die Stadt eine Neukalkulation der Gebühren für das Bestattungswesen beauftragt.

Ein Ausschuss entschied im Vorfeld, dass so viel bezahlt werden soll, das die Kosten der Gemeinde künftig mit etwa 40 Prozent gedeckt sind. "Mit der neuen Gebührenkalkulation wollten wir eine einheitliche Grundlage schaffen. Vorher wurden die Kosten Pi mal Daumen berechnet", erklärt Bürgermeisterin Petra Schupp auf Nachfrage. Die Gebührenkalkulation der Kommunalberatung Heyder und Partner liegt unserer Zeitung vor. Und im Großen und Ganzen stimmt es, dass sich der neue Katalog bei 40 Prozent Kostendeckung einpendelt. Es gibt aber auch Ausnahmen: Die Bestattung von Personen über zehn Jahren kostete bisher 600 Euro. Kostendeckend wären 827,13 Euro. Ab dem 1. Juli steigen die Gebühren auf 660 Euro an, das sind etwa 80 Prozent.

Bei den Bestattungsgebühren, der Grabpflege durch die Kommune und der Verkürzung der Nutzungsdauer, werden 80, teilweise auch 100 Prozent der Kosten verlangt. "Wer eine Leistung in Anspruch nimmt, muss auch dafür bezahlen. Aus sozialen Gründen wird ein kostendeckender Betrag nicht immer verlangt. Auf dem Rest der Kosten bleibt aber am Ende die Allgemeinheit sitzen", sagt Schupp.

Es gibt aber auch Leistungen, die unter der "40-Prozent-Marke" liegen. Ein Kindergrab kostet künftig 500 Euro, was eine Kostendeckung von 18 Prozent ergibt. Wie häufig Leistungen in Anspruch genommen werden, beeinflusse auch die Kostenkalkulation. Von 2014 bis 2018 wurde – glücklicherweise – nur ein Kind unter zehn Jahren beerdigt, während der Durchschnitt der Menschen über zehn Jahren bei 27 lag. Berücksichtigt wurde in der Kalkulation auch die Fläche, die für ein Grab gebraucht wird. Das sei laut Schupp der Grund, warum hier die Kosten variieren.

Es gab bisher aber auch Leistungen, wie zum Beispiel die Verlängerung des Nutzungsrechts von Rasenwahlgräbern, die bisher nichts gekostet haben. Das Nutzungsrecht beläuft sich auf 25 Jahre. Will man das Grab länger nutzen, kostet das künftig 100 Euro pro Jahr. Bleibt man bei dem genannten Beispiel, fällt auf, dass die Gemeinde bisherige Kosten auch gesenkt hat. Ein Rasenwahlgrab kostete bislang 4350 Euro. Kostendeckend wäre mehr als das Doppelte: 9313 Euro. Künftig wird die Gemeinde dafür noch 3550 Euro verlangen. Aufgrund von Sparmaßnahmen den alten, teureren Preis beizubehalten, sei für die Kommune keine Option gewesen.

Viele Faktoren

Bürgermeisterin Schupp kommt auch hier nochmals auf das Thema Gleichheit zu sprechen. Auch habe die Gemeinde bisher nichts verlangt, wenn der Bauhof zum Beispiel das Gras rund um die Gräber gemäht hat. Das wird den Betroffenen künftig in Rechnung gestellt werden.

Für die Berechnung der Kosten spielen viele Faktoren eine Rolle. In erster Linie geht es der Gemeinde darum, einen Großteil der erbrachten Betriebskosten, darunter zählt zum Beispiel die Unterhaltung der Friedhofsanlage, mit den Einnahmen zu decken. Zu berücksichtigen ist außerdem, dass Friedhöfe auch als Grünfläche gelten, die nicht nur Friedhofsbesuchern zur Verfügung stehen. Daher ist ein Abzug des öffentlichen Interesses bei den Aufwendungen für die Pflege und Reinigung von Grünanlagen und Gehwegen vorzunehmen. Aus diesen beiden Faktoren ergibt sich eine Gebührenobergrenze für die einzelnen Leistungen. Gemeinden können selbst festlegen, was die Obergrenzen ist und was sie letztlich verlangen wollen. "Es darf unterm Strich nur nicht mehr als 100 Prozent eingenommen werden", erklärt Schupp.

Auf die Frage, ob die Gemeinde hinsichtlich der Corona-Krise die Gebühren erhöht hat, antwortet Schupp mit Nein. "In diesem Bereich können wir gar nicht sparen, das ist ein Drauflege-Geschäft", sagt die Bürgermeisterin. Seit einigen Jahren ist die Gemeinde dran, ihre Ausgaben zu beleuchten. Bisher habe es im Bereich Bestattungswesen noch keine genaue Gebührenkalkulation gegeben. "Weil das Thema so komplex ist, haben wir uns bisher nicht herangetraut. Deshalb haben wir auch die Kommunalberatung Heyder und Partner mit der Kalkulation beauftragt", erklärt Schupp weiter. Die Anpassung der Kosten sei also schon lange auf einer Liste mit abzuarbeitenden Themen gestanden, die die Gemeinde jetzt in Angriff genommen hat. Bis 2024 soll der neue Gebührenkatalog vorerst gelten.

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