Im Vergleich zu anderen Kommunen liegt Neubulach auch nach der Erhöhung noch bei den günstigeren Städten für Hundehalter. Foto: © Eric Isselée - stock.adobe.com

Die Hundesteuer in Neubulach wird ab dem kommenden Jahr deutlich erhöht. Und dass künftig auch Halter von Katzen in die Tasche greifen sollen – das wünschte sich ein Stadtrat.

Futter, Spielzeug, Pflegeartikel: Hundehalter wissen schnell, dass für den Vierbeiner einige Ausgaben zusammenkommen, um ihm ein schönes Leben zu ermöglichen. Und zu all dem täglichen Bedarf für den tierischen Freund kommt noch eines – die Hundesteuer. Die wird in Neubulach ab dem kommenden Jahr erhöht, dafür stimmte der Gemeinderat geschlossen.

 

Noch immer Steuersatz am unteren Rand

Der Betrag, den die Stadt von den Hundehaltern bekommt, steigt ab Januar 2024 ganz genau um die Schnaps-Prozentzahl 11,11. Für einen Vierbeiner sind das dann 108 Euro statt wie bisher 96 Euro. Eine Anpassung, die auf den ersten Blick wohl als viel erscheint. Doch damit liegt Neubulach noch immer am unteren Rand der Steuertabelle. Denn, so heißt es in der Sitzungsvorlage: „Bei den umliegenden Kommunen hat eine Umfrage ergeben, dass die Hundesteuer durchschnittlich 114 Euro beträgt, wobei die Steuersätze von 96 Euro bis 144 Euro reichen.“

Ein Tier ist als Kampfhund angemeldet

Doch nicht nur die Steuer für den ersten Hund klettert nach oben, auch für jeden weiteren Vierbeiner zahlen Neubulacher ab 2024 anstelle von 192 Euro dann 216 Euro. Viel weiter oben liegt die Steuer bekanntermaßen für einen Kampfhund beziehungsweise gefährlichen Hund. In der Stadt ist ein Tier angemeldet, das in diese Kategorie fällt. Der Halter muss künftig 432 Euro statt bisher 384 Euro zahlen – und für einen weiteren Kampfhund würden sogar 864 Euro anfallen.

Verwaltung will stärker kontrollieren

Für Bürgermeisterin Petra Schupp ist es mit Blick auf den Haushalt wichtig, neben Einsparungen auch mehr Einnahmen zu generieren. Und deshalb schlug die Verwaltung vor, an der Hundesteuer-Schraube zu drehen, gerade weil die Stadt dabei mittlerweile auch von umliegenden Kommunen überholt worden sei. Die letzte Anpassung erfolgte übrigens im Jahr 2008. Und dadurch, dass jeder Hundebesitzer ab 2024 ein kleines bisschen mehr in die Tasche greifen muss, ergeben sich für die Stadt Mehreinnahmen von 4560 Euro pro Jahr.

Doch wie viele Bürger trifft die Erhöhung überhaupt? Insgesamt werden im kommenden Jahr wohl 354 Hunde in Neubulach angemeldet sein – davon geht die Verwaltung Stand jetzt aus. Ein Wert, der der Verwaltungschefin komisch vorkommt: „Meine persönliche Wahrnehmung stimmt nicht darüber mit ein, was wir an Einnahmen generieren.“ Und deshalb möchte Schupp einen Weg finden, wie man kontrollieren könne, „ob wirklich jeder Hund gemeldet ist“.

Hundetoilette an Seeäckern gewünscht

Auch wenn die Erhöhung der Steuer einstimmig beschlossen wurde, hatte Stadtrat Andreas Blaurock (CDU) noch zwei Anregungen in petto: Er appellierte an die Verwaltung, an den Seeäckern eine Hundetoilette aufzubauen. Denn „wenn wir die Steuer einnehmen, können wir das auch dafür ausgeben“, sagte Blaurock. Darüber hinaus fragte der Stadtrat weiter, ob denn nicht auch eine Katzensteuer sinnvoll sei. Das sorgte für Schmunzeln in den Reihen der Räten und wurde letztlich ohne Diskussion und mit den Worten Schupps, man solle seine Katzen im Blick haben, beendet.