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Neubulach Ein Bomberabsturz im Schwarzwald

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Wer sich kurzweilig mit Peter Epple, die Computer-Bildschirme neben sich, in seinem Arbeitszimmer unterhält, denkt nicht daran, einem 92-Jährigen gegenüberzusitzen. Foto: Schabert Foto: Schwarzwälder Bote

Es ist lange her. Zu Zeiten des Zweiten Weltkrieges fällt ein englischer Bomber vom Himmel und schlägt zwischen Schmieh und Oberkollwangen im Wald ein. Peter Epple hat sich der Geschichte angenommen und ein Buch darüber geschrieben.

Neubulach-Liebelsberg. Lebendig erzählt Peter Epple mit wachem Geist, wie er im Neubulacher Rathaus-Café im Gespräch mit seinen Freunden Fritz Lindenberger, Gerhard Weik, Günther John und Friedrich Hammann beim monatlichen Treffen auf die Idee kam, den Absturz eines englischen Bombers an der Markungsgrenze zwischen Schmieh und Oberkollwangen zu dokumentieren.

Bunt bebildertes Werk

Unter dem Titel "Der Lancaster Absturz vom 25. Februar im Schmieher Wald" sind in dem jüngst erschienenen, bunt bebilderten Band im A-4-Format zwischen dem blau glänzenden, kartonierten Umschlag 94 Seiten zusammengekommen. Entstanden sind diese bis zur Druckreife durch Epple auf seinem PC. Wer ihm in seinem Arbeitszimmer im gemütlichen Heim in Liebelsberg – zwei Computer-Bildschirme neben sich – gegenüber sitzt, kann fast nicht glauben, dass er einen 92-Jährigen vor sich hat.

Das Buch stellt zwar den Absturz des englischen Kriegs-Flugzeugs und seine Besatzung in den Mittelpunkt. Es geht aber weit über dieses Thema hinaus. Das Ganze ist fundiert in die Historie jener Zeit eingebettet, welche die fünf Freunde als Zeitzeugen erlebten. So nimmt es nicht nur deren Erinnerungen, sondern vor allem die Spuren der Beteiligten aus Deutschland und dem Vereinigten Königreich auf. Im Kapitel "Paul Zorner der Nachtjäger" ist auch beschrieben wie wahrscheinlich dieser sich der Maschine aus England näherte und sie zum Absturz brachte.

Spannung, die sich – in einer modernen, klaren Sprache geschrieben – durch das ganze Werk zieht, baut schon das Vorwort auf. Es heißt dort unter Anderem: "Als Charles Clarke an jenem schicksalhaften Winterabend im Februar 1944 mit seinen sechs Kameraden seinen Lancaster-Bomber in den Bomberstrom einbringt, und Paul Zorner mit seiner Mannschaft seine Messerschmidt 110 besteigen, als etwas später Hans Nothacker in Emberg wie auch die Bewohner von Oberkollwangen einer ruhigen Nacht im Schwarzwald und fern der Front entgegensehen, oder der 13-jährige Günther John sich im Schoß seiner Familie in Sicherheit wähnt, wusste keiner [...] von dem Geschehen, das sie in noch undefinierter Weise zusammenführen sollte."

Durch viele Quellen hat sich der Autor gearbeitet. Zugute kam ihm, dass er 1953 nach Amerika zog, um dort 30 Jahre lang zu arbeiten. Denn dies verschaffte ihm besten Zugang zu englischen Texten etwa aus dem Buch "The last of the Kriegies", in dem auch Charles Clarke, der britische Bomberschütze des beim Igelslocher Brunnen bei Oberkollwangen ums Leben gekommenen Piloten, zu Wort kommt.

Einsätze sind festgehalten

Übertragen sind dutzendfach kurz in Notizen beschriebene Bombardierungs-Einsätze auf deutsche Städte ebenso, wie das Gefangenen-Dasein und Lager-Leben der überlebenden Engländer in Deutschland.

Zusammengeführt mit der Materie und auch Charles Clarke, als letztem Überlebenden des Absturzes, hat den Autoren genaugenommen Günther John aus Zavelstein. Er war 2011 der Initiator zur Erstellung eines Gedenksteins bei der Absturzstelle im Wald. Im Rahmen eines Besuchs in Deutschland im Oktober 2018 besuchte Clarke diesen Platz zu einer Gedenkstunde. Diese stand unter den Stichworten Völkerverständigung, Erinnerung und Mahnung an die Lebenden. Clarke ist vor wenigen Monaten verstorben.

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