Warum sehe ich diesen Hinweis?

Sie sehen diesen Hinweis, weil Sie einen Adblocker eingeschaltet haben oder im privaten Modus surfen. Deaktivieren Sie diesen bitte für schwarzwaelder-bote.de, um unsere Artikel ohne diesen Hinweis lesen zu können.

Mehr zum Thema Adblocker / Privater Modus und wie Sie diesen deaktivieren, finden Sie, indem Sie auf deaktivieren klicken.

Deaktivieren

Neubulach "Dürfen nicht mit dem Druck nachlassen"

Von
Ehrungen beim Dehoga Kreis Calw: (von links) Kreisvorsitzender Rolf Berlin, Karl Friedrich Blaich, Gerhard Stoll und Joachim Schönborn, der stellvertretende Hauptgeschäftsführer der Dehoga Baden-Württemberg. Foto: Bernklau Foto: Schwarzwälder Bote

Probleme wegen fehlender Fachkräfte und sinkender Erträge. Dazu hitzige Debatten über das Arbeitszeitgesetz. Und dann sind da ja noch die "Internet-Pranger" – Die Zeiten bei den Gastronomen und Hoteliers sind nicht gerade rosig. Das ändert jedoch nichts an der Tatkraft und Motivation ihres Kreischefs.

Neubulach-Altbulach. Allein der Blick in die Runde der Hauptversammlung des Kreisverbands der Hotellerie und Gastronomie (Dehoga) ist für deren Chef Rolf Berlin symptomatisch für die Situation in der Branche. Im Vergleich zu den Vorjahren haben sich die Reihen der Teilnehmer merklich gelichtet. Von 14 an diesem Nachmittag zu Ehrenden haben auch nur zwei den Weg in eines der noch funktionierenden Dorfgasthäuser des Kreises – die "Krone" in Altbulach – gefunden. Berlin kennt den Grund nur zu gut. Die Gastronomie- und Hotelleriebetriebe stehen unter Druck. Da wird es sogar schwierig, sich die Zeit für eine solche Versammlung zu nehmen.

"Die Familien müssen es ausbaden"

Diese Situation ist trotz allem nicht dafür geeignet, Berlin seine Tatkraft und Motivation für die Sache zu rauben. Im Gegenteil. In seinem Jahresbericht vor den Mitgliedern findet der Kreischef – wie man es von ihm gewohnt ist – klare und unmissverständliche Worte. Die Diskussion über das Arbeitszeitgesetz, die Stuttgart ebenso wie Berlin beschäftigt, nennt der Gastronom aus Bad Teinach-Zavelstein "ein riesen Problem" und eine "existenzielle Frage" für die Branche. Als "große Blockierer" in dieser Sache attackiert er die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten NGG frontal.

An seine Mitglieder gerichtet gibt er eine klare Marschroute in dieser Angelegenheit aus: "In diese Sache muss Bewegung rein", so Berlin. "Wir dürfen da nicht mit dem Druck nachlassen." Als eine Gelegenheit dafür benennt der Kreischef das Frühlingsfest der Dehoga Anfang Mai auf dem Stuttgarter Wasen. Dort sind führende Vertreter aller im Landtag vertretenen Parteien zu Gast bei der Veranstaltung der Landes-Dehoga. Die Politik kommt bei Berlin derzeit generell nicht gut weg. Die befinde sich in Bezug auf die Branche immer wieder weit weg von der Realität und helfe dazu noch, sie ins schlechte Licht zu rücken.

Sorgen bereitet der Branche auch der grassierende Fachkräftemangel. Die fehlenden Arbeitskräfte würden zwangsläufig immer mehr durch die Eigentümerfamilien und deren eigene Arbeitskraft kompensiert. "Die Familien müssen es ausbaden", weiß Berlin. "Doch das geht nur eine Zeit lang gut", orakelt er.

Auch wirtschaftlich stellt sich die Lage der Gastronomen und Hoteliers nicht gerade rosig dar, berichtet der Kreischef. Die Umsätze würden zwar steigen, allerdings führe das alles nicht zu steigenden Erträgen. Im Gegenteil: Die Erträge der Kollegen gingen zurück, so Berlin.

Und dann sind da noch die "Internet-Pranger", wie sie auf der Versammlung bezeichnet werden – teils staatlich, teils privat angebotene Portale, die Ergebnisse von Hygieneprüfungen von Gastronomie-Betrieben veröffentlichen. Die Art und Weise, wie das alles vor sich geht, das stinkt den Gastronomen mächtig. Man merkt schnell: Bei diesem Thema ist der Hals der Gastronomen ziemlich dick.

Mehr in der Tourismus GmbH engagieren

Doch es gibt durchaus auch Positives zu vermelden für Rolf Berlin. Dass man etwa mit der Lossprechungsfeier für die Azubis durchaus landesweit führend sei, die Unternehmerfrauen wieder zusammengefunden haben und dass etliche Tourismusprojekte in der Region mächtig eingeschlagen haben – ob nun der Baumwipfelpfad oder die Premium-Wanderwege.

Mit Blick auf die heimische Tourismus GmbH und deren anwesenden Geschäftsführer René Skiba gelobt Berlin an diesem Nachmittag Besserung. Als Dehoga wolle und werde man sich künftig mehr in der erfolgreichen Tourismus GmbH engagieren und verstärkt die Kooperation suchen, versichert Berlin am Ende der Versammlung in Altbulach.

Ehrungen für langjährige Mitgliedschaft gab es bei der Hauptversammlung der Kreis-Dehoga für folgende Mitglieder:

  15 Jahre: Leni Wentsch (Hotel Mühle Garni in Bad Teinach), Detlev Weingärtner (Hotel Weingärtner in Bad Wildbad), Gerhard Stoll (Gasthof-Pension Talblick in Neuweiler), Silvio Przybylowicz (Restaurant Klosterscheuer in Bad Herrenalb), Stefan Oesterle (Landgasthaus Oesterle in Schömberg-Schwarzenberg), Gerda Hartl (Hotel Adler in Bad Liebenzell), Elisabeth Essig (Ambiente Appartments Schwarzwald in Gerlingen), Karl Friedrich Blaich (Gasthof Löwen in Neubulach)

  25 Jahre: Reimund von Schmidsfelden (Hotel Kull von Schmidsfelden in Bad Herrenalb), Roland Ploransky (Restaurant Waldhorn in Grömbach), Bernd Knödler (Landgasthof Anker in Simmersfeld), Gerhard Kern (Restaurant Bierstüble in Neuweiler) und Maria Bechthold (Hotel Linde in Bad Herrenalb)

  40 Jahre: Renate Knöller (Landhotel Schönblick in Bad Herrenalb)

Top 5

0

Kommentare

Artikel kommentieren

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.