Vorstandssprecher Gerd Haselbach (Mitte) nutze das Forum Firmenkunden der Raiffeisenbank im Kreis Calw eG, um zwei neue leitende Mitarbeiter vorzustellen. Tobias Vosseler (rechts) leitet das Firmenkundengeschäft, Christoph Volz ist für den Zahlungsverkehr zuständig. Foto: Verstl Foto: Schwarzwälder Bote

Wirtschaft: Firmenkunden-Forum der Raiffeisenbank im Kreis Calw behandelt aktuelle Themen

Erstmals in neuer Form hat die Raiffeisenbank im Kreis Calw eG (Raiba) zu ihrem Forum Firmenkunden mit dem Titel "Erfolgreich Zukunft gestalten" an ihren Sitz in Neubulach eingeladen. Mit der Digitalisierung, Mitarbeiterförderung und Cyber-Sicherheit wurden den Besuchern hochaktuelle Themen geboten.

Neubulach. Vorstandssprecher Gerd Haselbach nutzte das Forum, um zwei neue, leitende Mitarbeiter den Besuchern vorzustellen. Tobias Vosseler leitet das Firmenkundengeschäft, Christoph Volz ist für den Zahlungsverkehr zuständig.

Unaufhaltsam schreitet die Digitalisierung voran. Das machte Thomas Höll von der DZ Bank anhand eindrucksvoller Zahlen deutlich. Innerhalb nur einer Minute werden im Internet 150 Millionen Mails verschickt, 51 000 Apps runtergeladen, 20,8 Millionen Whatsapp-Nachrichten verschickt und 2,4 Millionen Suchanfragen gestartet. Der neue Konsument, schaue 150mal am Tag auf sein Smartphone, das den Fernseher als wichtigstes Bildschirmgerät längst abgelöst hat.

Das hat Auswirkungen auf das Bankgeschäft. Mit stark steigender Tendenz hat das Online- und Mobile-Banking einen Anteil von 57 Prozent erreicht. Der Kunde erwartet entsprechend der hohen Geschwindigkeit, die das Internet ermöglicht, eine entsprechend schnelle Antwort. Neue Unternehmen wie Airbnb, Netflix, Amazon oder Spotify ersetzen bewährte Geschäftsmodelle wie etwa den stationären Einzelhandel.

Inzwischen erreicht bei den Genossenschaftsbanken die Digitalisierung das Sparschwein. "MyPiggy" befindet sich gerade in der Einführungsphase und ermöglicht es der 100 Kilometer entfernt wohnenden Oma, das digitale Sparschwein online zu füllen. "MyPiggy" quittiert das mit einem Grunzen, der Enkel sieht den Betrag.

Cyberrisiken können große Schäden anrichten

Als Überleitung zum nächsten Referenten stellte Höll die Kreditkarte Basic 44 vor. Sie ermöglicht es, den steuerfreien Sachbezug für Mitarbeiter von maximal 44 Euro pro Monat auf einer Mastercard auf Guthabenbasis zu speichern und somit das Guthaben unabhängig von Gutscheinen einzulösen. Für Höll eine innovative Produktlösung, um Mitarbeiter zu motivieren.

Dieses Thema stellte Thorsten Schaffert von der R+V-Versicherung in den Mittelpunkt seiner Ausführungen. Um in Zeiten knapper Fachkräfte Mitarbeiter zu gewinnen und zu halten, versuchte er den Firmenkunden der Raiba die Vorteile einer Betriebsrente auf Basis des neuen Betriebsrentenstärkungsgesetzes schmackhaft zu machen. Von mehr als zwei Dritteln der Arbeitnehmer als wichtiger Gehaltsbestandteil angesehen, lassen sich damit Lücken der gesetzlichen Rentenversicherung schließen. Eine weitere Möglichkeit sieht Schaffert in der betrieblichen Krankenversicherung, die Leistungskürzungen der Gesetzlichen Krankversicherung ausgleicht. So etwas trage auch nach außen zu einem positiven Image des Unternehmens bei.

Vor allem kleinere Unternehmen, so der ebenfalls für R+V tätige Uwe Sackmann, unterschätzen Cyberrisiken, die immense Schäden anrichten könne. "Es gibt", so zitiert der Referent den früheren Chef der US-Bundespolizei FBI, Robert Mueller, "zwei Arten von Unternehmen: solche, die schon gehackt wurden und solche, die es noch werden." Es gelte: Je kleiner das Unternehmen, desto schlechter der Schutz. Und auch eine Versicherung lasse sich, so Sackmann, nur abschließen, wenn gewisse Sicherheitsstandards erfüllt sind. Das sei wie bei einem Gesundheitscheck vor dem Abschluss einer privaten Krankenversicherung.

Zufriedene Mitarbeiter, so Raiba-Vorstand Karlheinz Walz am Ende des Forums, können, so seine Erfahrung im eigenen Haus, dazu beitragen, den Arbeitskräftemangel zu mindern. Derzeit habe die Raiba mehr als ausreichend qualifizierte Bewerbungen vorliegen. Die meisten kamen auf Empfehlungen der eigenen Mitarbeiter zustande.

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