Ähnlich verwaist könnte das Neubulacher Sportgelände auch noch im Juli sein, wenn eigentlich die Feier steigen sollte.Foto: SCN Foto: Schwarzwälder Bote

Vereine: 100-Jahr-Feier des SC Neubulach wackelt schon im Frühjahr bedenklich / Beratungen stehen an

Eigentlich wurde der SC Neubulach schon im Vorjahr 100 Jahre alt. Doch das Fest musste wegen Corona abgesagt werden. Dieses Schicksal droht auch in diesem Jahr. Vereinsboss Markus Steiner jedenfalls hat mit Blick auf Juli so seine Bedenken.

Neubulach. Es ist keine schöne Zeit für Vereine aller Art. Gesangs- und Musikvereine dürfen sich seit Monaten nicht treffen, Fußballer nicht trainieren oder geschweige denn spielen. Beim Handball hat nun der zuständige Verband die Runde 2020/21 frühzeitig beendet. Die Liste des Leidens ließe sich schier endlos fortsetzen.

Festakt wurde vereitelt

In dieser taucht natürlich auch der SC Neubulach auf, den die Corona-Lage und die damit verbundenen Maßnahmen knüppeldick treffen. Vor allem, weil man in diesem Jahr eigentlich den 100. Geburtstag des Vereins nachfeiern wollte – schon im vergangenen Jahr fiel die festliche Sause auf dem Neubulacher Sportgelände dem Coronavirus zum Opfer. Daraufhin wollte man mit aller Macht wenigstens den offiziellen Festakt Mitte November über die Bühne bringen.

Doch auch hier wurden alle Hoffnungen durch den aus Berlin verhängten harschen Lockdown regelrecht zertrümmert. Jetzt hofft man weiter, jedenfalls was den Festakt in diesem Jahr angeht. Für das große Festwochenende im Juli sieht der Vereinsvorsitzende Markus Steiner schwarz, auch wenn er den noch ausstehenden Abstimmungsrunden mit seinen Vorstandskollegen nicht vorweg greifen will. Doch der SCN-Boss ist realistisch genug, um sich nicht an Illusionen zu klammern: "Unser Hauptevent wäre in einem Festzelt mit 1000 Leuten. Das halte ich für völlig utopisch." Dabei hatte die Partyband "Die Grafenberger" nach der Absage im vergangenen Jahr sogar recht schnell das Ausweichdatum im Juli dieses Jahres bestätigt.

Das ganze Event mit einem Hygienekonzept irgendwie zu retten, komme wohl eher auch nicht in Frage: "Wenn wir das Zelt nicht vollmachen können, dann ist es irgendwann auch nicht mehr wirtschaftlich", klagt der Vereinsboss. Verständlich, dass man nach dem Seuchenjahr 2020, das quasi nahtlos weitergeht, nicht auch noch beim Vereinsfest oben drauflegen will.

Dennoch gibt es einen Lichtstreifen am Horizont: "Die Tendenz ist, das Fest im kleineren Rahmen zu machen, dann an einem Abend oder einem Tag", überlegt Steiner, der all diese Gedanken auch noch in die Vorstandsrunde Mitte März einbringen will. Den offiziellen Festakt könne er sich dann aber durchaus mit Hygienekonzept vorstellen zur Not. Da dieser Akt ohnehin in der Turn- und Festhalle Neubulach geplant war, tut man sich hier auch deutlich leichter als auf einem offenen und unübersichtlichen Gelände wie dem gegenüberliegenden Sportplatz.

Einer neuerlichen kompletten Verschiebung des Festwochenendes ins Jahr 2022, steht Steiner zumindest skeptisch gegenüber. "Ich glaube kaum, dass dazu noch jemand Lust hat", weist er auf den schon jetzt immensen Aufwand hin, der bereits die erste Verlegung begleitete. Außerdem fehle bei einem Fest mit angezogener Handbremse und Hygienekonzept dann auch der Spaß.

Sitzung für März geplant

Doch in Anbetracht der Gesamtsituation sei ein möglicher Ausfall der 100-Jahr-Feier zwar für den SCN ärgerlich, aber im Grunde von geringerer Bedeutung, so Steiner, der wehmütig anfügt: "Das größte Fest für uns alle wäre ohnehin, wenn wir wieder gemeinsam spielen und zusammensitzen dürften." Damit spricht er wohl nicht nur den Mitgliedern des SC Neubulach aus der Seele, sondern vermutlich aus der der gesamten Bevölkerung. Mit Blick auf die Corona-bedingten Wirren rund um die Festivitäten meint Steiner: "Wir hätten es gerne anders gehabt." Doch aktuell bleibt nur das erneute Warten – auf die politischen Beschlüsse im März. Kurz danach will man sich beim SC Neubualch zusammensetzen und eine Entscheidung fällen. Eine Tendenz zeichnet sich bereits Wochen zuvor ab.

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