Auch über soziale Netzwerke laufen heutzutage Mobbing und Gewalt an Schulen ab. Foto: Schule Foto: Schwarzwälder Bote

Bildung: Das Stück "Am Limit" regt an der Gemeinschaftsschule zum Nachdenken an

Neubulach. Julia und Max heißen die beiden Protagonisten des interaktiven Jugendtheaterstücks "Am Limit", welches als Veranstaltung für alle Neuntklässler der Gemeinschaftsschule Neubulach auf dem Programm stand. Im Rahmen des klassen- sowie jahrgangsübergreifenden Gewaltpräventionskonzepts der Schule fand das Theaterstück als Baustein für mehr Zivilcourage und gegen Gewalt und Ausgrenzung zum ersten Mal statt.

Zeugen von Gewalt und Mobbing

Julia und Max sind nicht nur Klassenkameraden, sondern auch beste Freunde. Im Handlungsverlauf des Theaterstücks wird deren Freundschaft durch Gewaltvorfälle, Angst und den Wunsch, sich einzumischen, allerdings auf die Probe gestellt. Beide Schüler, packend gespielt von Laura Pletzer und Tobias Wagenblaß, werden im Rahmen einer alltäglichen Situation an der Schule Zeugen von Gewalt und Mobbing. Daraufhin müssen sie sich entscheiden: eingreifen oder wegschauen?

Die unterschiedlichen Reaktionen und moralischen Standpunkte der beiden führen im Verlauf des Stückes sogar dazu, dass am Ende sie selbst in die Gewaltspirale mit hineingezogen werden. Sowohl als Mittäter wie auch als Opfer.

Das Ende des Stückes? Es ist offen und lässt Raum für Interpretationen. Wie schafft man es, an der Schule keinen Platz für Gewalt zu lassen? Wie soll man richtig handeln, um trotz Angst und Verunsicherung Courage zu zeigen ?

Im Rahmen dieses Stückes erhielten die Schüler der neunten Klassen mögliche Antworten auf solche Fragen. Die nur mit wenigen Requisiten minimalistisch bestückte Bühne, der Einsatz von Schauspiel und Videosequenzen und nicht zuletzt die Unterbrechungen im Stück, sodass die Schauspieler die Schüler selbst, durch Fragen und Denkanstöße in den Ablauf einbeziehen konnten – all dies regte zum Nachdenken an.

"Das Theaterstück hat einem gezeigt, wie schlimm Mobbing ist – aber auch, dass man etwas dagegen machen kann. Ich bin mir sicher, es hat vielen die Augen geöffnet" beschrieb Josephine Guagliardo ihre Eindrücke vom Theaterstück. Dass es besonders wichtig ist, gerade an Schulen über Gewalt, Mobbing und Zivilcourage zu sprechen, hat nicht zuletzt eine repräsentative Studie der Bertelsmann Stiftung im Juli 2019 gezeigt. Demnach erlebten eine Mehrheit der befragten Kinder und Jugendlichen zwischen acht und 14 Jahren Gewalt und Ausgrenzung an ihren Schulen.

Schulsozialarbeiterin nahm Kontakt auf

Dieser Umstand war auch Sabine Huber, der Schulsozialarbeiterin an der GMS Neubulach, bewusst. Nicht zuletzt deswegen hat sie den Kontakt zur Theatergruppe hergestellt und das Stück nach Neubulach geholt. "Unser Ziel ist eine Schulgemeinschaft, an der alle teilhaben können und das ohne Angst und Gewalt", äußerte sich Huber überzeugt.

Damit dies gelingen kann, so waren sich alle Beteiligten einig, darf man nicht aufhören, über diese Themen zu sprechen. "Am Limit" entstand in Kooperation mit dem Verein "Ein Stern für Lena. Gegen Gewalt". Der Verein unterstützt das Theaterstück als Gewaltpräventionsprojekt.

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