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Neubulach Anderes Lernen in Zeiten der Corona-Krise

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Im Fach Englisch sind Schüler und Lehrer per Videokonferenz zusammengeschaltet, um das Sprechen zu üben.Foto: GMS Neubulach Foto: Schwarzwälder Bote

Schulen tun sich in diesen Wochen und Monaten durchaus schwer. Die Corona-Verordnungen lassen einen Regelschulbetrieb nicht zu. Das erfordert von Lehrkräften wie Schülern viel Flexibilität. An der GMS Neubulach gelingt das wohl ganz gut.

Neubulach. Seit Wochen waren in Baden-Württemberg die Schulen geschlossen und erst langsam dürfen die Schüler in ihre Klassenzimmer zurück. An der Gemeinschaftsschule Neubulach legt man deshalb großen Wert darauf, dass die Schüler gerade in der Zeit der Schulschließung eng durch die Lehrkräfte begleitet wurden. Die Art zu Lernen habe sich in Teilen verändert, doch seien die Voraussetzungen für die Arbeit während des "Shutdowns" in Neubulach sehr gut gewesen, sodass man schnell und zielgerichtet auf die Situation reagieren konnte.

Zum konzeptionellen Kern der Gemeinschaftsschulen gehört es, in einer engen partnerschaftlichen Abstimmung zwischen Lehrkräften, Schülern und deren Eltern zu arbeiten. Dies wird besonders deutlich, wenn sich die Lehrkräfte und die Schüler nicht persönlich treffen können. "Aus diesem Grund war es für uns von Beginn an ein besonderes Anliegen, dass wir in einem engen Kontakt mit unseren Schülern und deren Eltern stehen", erklärt Englischlehrer Alexander Welker. Mindestens einmal wöchentlich wird telefoniert und es gibt regelmäßige Video-Konferenzen, Sprechstunden und Beratung.

Bei Bedarf direktes Eingreifen möglich

So bleibe man als Schule nahe dran an den Lernprozessen und die Lehrkräfte können unterstützen, begleiten und bei Bedarf direkt eingreifen, heißt es in einer Pressmeldung der GMS. Dies tun sie beispielsweise bei einzelnen Lernenden, die zu Hause mit dem "Homeschooling" nicht klarkommen. Sie werden gezielt in die Schule einbestellt, damit sie am Ball bleiben können und notfalls schauen die Lehrkräfte auch bei den Familien zuhause vorbei. "Das sind für uns zentrale Aspekte von Bildungsgerechtigkeit", erklärt Konrektorin Nadine Waidelich und führt weiter aus: "Gute Lehrkräfte sind solche, die sich um ihre Schüler kümmern, und davon haben wir zum Glück viele. Das ist unser Anspruch und unsere Mission: Schließlich sind uns die Lernenden wichtig und ans Herz gewachsen."

"Wir haben großes Glück, dass wir im Bereich der Digitalisierung bereits vor der Corona-Krise so gut aufgestellt waren", erklärt Schulleiter Dominik Bernhart und fügt stolz hinzu: "Die ganzen Preise und Auszeichnungen im Digitalbereich haben eben nicht nur das Ziel, weitere ›Türschilder anzuschrauben‹. Vielmehr hat uns die Vorreiterrolle beim digitalen Lernen sehr geholfen nun schnell und engagiert die richtigen Lösungen für das Lernen in der Shutdown-Zeit auf den Weg zu bringen." Dass das Kollegium die notwendige Expertise, aber auch die Offenheit für diese Entwicklungen mitbringe, sei ein Glücksfall, aber keineswegs überraschend. "Die GMS Neubulach war schon immer eine der innovativsten Schulen in der Region und das Kollegium hat sich in den letzten Jahren konsequent pädagogischen, technischen und entwicklungsbezogenen Herausforderungen gestellt", so der Rektor.

Dennoch sei die aktuelle Phase ein weiterer konzeptioneller Schub nach vorne, der vom gesamten Kollegium getragen werde. In allen Klassenstufen arbeiten die Schüler mit der Lernplattfom Moodle, mit der die Materialien geteilt und bearbeitet werden.

Ab Klasse 3 wurde mit Microsoft Teams die Möglichkeit geschaffen, Videounterricht umzusetzen. Das ist vor allem auch für die Arbeit in der Bläserklasse von großer Bedeutung. An den Musikschulen ist der Unterricht mit Blasinstrumenten weiterhin untersagt und die Kooperation mit externen Bildungspartnern ist den Schulen bis Schuljahresende auch verboten.

Selbst gedrehte Erklärfilme

Des Weiteren kommen eine Vielzahl von selbst gedrehten Erklärfilmen, Aufgabensammlungen in Form von padlets und eine Vielzahl an Blog-Aufträgen zum Einsatz. Hier setzen die Kollegen ihre jeweils eigenen Schwerpunkte.

Doch digital ist nicht zwangsläufig besser. Vielmehr braucht es Konzepte, wie das digitalisierte Lernen mit dem individualisierten und selbstständigen Lernen zu Hause in Einklang gebracht wird. Hier profitiert die Schule konzeptionell enorm von den Entwicklungen der vergangenen Jahre – Stichwort Wochenpläne. Das digitalisierte Lernen stößt aber an Grenzen, wenn die technischen Voraussetzungen dafür nicht gegeben sind. Zum Glück habe der Netzausbau in der Region deutliche Fortschritte gemacht, sodass die meisten Elternhäuser über eine entsprechend leistungsfähige Internetverbindung verfügen. Wo es bei den Geräten eng wird, hilft die Schule mit einem eigens initiierten Tablet-Verleih unkompliziert aus. Es wurde aber auch deutlich, dass hier mittelfristig eine Lösung mit einheitlichen Geräten gefunden werden muss. Darum kümmert sich gerade eine Arbeitsgruppe im Rahmen des Medienentwicklungsplanes.

Materialien in der Schule abholbar

Eine weitere "Ausstattungshürde" stellte anfangs die Verfügbarkeit von Druckern in einzelnen Familien dar. Neben der Möglichkeit, Materialien in der Schule abzuholen, konnte über Bildungspartner ein Unterstützungsangebot gefunden werden, über das die Unterlagen gedruckt oder gescannt werden.

Eine wichtige Rolle kommt auch der Schulsozialarbeiterin zu. Gerade jetzt in der Krisenzeit ist sie eine gefragte Ansprechpartnerin für Eltern und Schüler. "Mag sein, dass das Medium ein anderes ist – die Gesprächsinhalte unterscheiden sich dafür jedoch nicht wesentlich vom sonstigen schulischen Alltag", betont Sabine Huber. Allerdings sei es schon auch deutlich geworden, dass es während der Schulschließung in einigen Haushalten zum gefürchteten "Lagerkoller" gekommen sei.

Doch allen Unwegbarkeiten rund um Corona zum Trotz werden Entwicklungsvorhaben weitergeführt – gerade auch im Bereich Digitalisierung.

Klassen zumindest tageweise vor Ort

Dazu gehören unter anderem die konzeptionelle Ausgestaltung der neuen Stundentafel ab dem nächsten Schuljahr und die Arbeit im Rahmen der Baumaßnahmen. Das Wichtigste aber: Seit einigen Wochen sind die Neunt- und Zehntklässler und nun auch die drei vierten Klassen zumindest tageweise in der Schule. Das Hygienekonzept mit getrennten Pausen, räumlicher Distanz bei den Sitzplätzen und festgelegten Laufwegen steht schon lange und die bisherigen Erfahrungen damit seien positiv. "Wir freuen uns, dass es so gut klappt. Hier müssen wir unseren Schülern ein großes Kompliment machen. Sie ziehen mit, nehmen die Hygienevorgaben ernst und helfen uns bei der Umsetzung", erklärt Schulleiter Bernhart.

Vor diesem Hintergrund blickt die Schule gelassen auf die weitere Öffnung nach den Pfingstferien, denn "bei allem Positiven, das wir der Digitalisierung und der Entwicklung der letzten Monate abgewinnen können – am besten ist Schule immer noch, wenn sie auch in der Schule stattfindet", meint Bernhart abschließend.

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