Auf dieser Fläche an der Bahnhofstraße sollen neue Wohngebäude entstehen. Foto: Kauffmann

Es ist unschwer zu erkennen: Das ehemalige Gebäude an der Bahnhofstraße schräg gegenüber vom Haus im Park ist abgerissen. Was ist dort geplant?

Die Lebenshilfe plant ein Wohnprojekt an der Bahnhofstraße in Bisingen. Dies ist bei einer Diskussion im Gemeinderat am Dienstag vergangener erstmals öffentlich geworden. Gebaut werden sollen an der Bahnhofstraße zwei Mehrfamilienhäuser. Eines davon will die Lebenshilfe offenbar erwerben.

 

Was genau die Lebenshilfe in dem Gebäude plant? Offenbar befindet sich das Projekt derzeit im Werden, weshalb es erst in einigen Wochen konkret beschrieben werden kann, berichtet die Lebenshilfe auf Nachfrage unserer Redaktion. Dem Vernehmen nach ist ein Wohnheim Gespräch.

Kritik: Es gibt zu wenige Parkplätze

Thema im Gemeinderat war nun aber eigentlich das zweite Bauvorhaben an der Bahnhofstraße, das nicht für die Lebenshilfe ist. Zu kontroversen Diskussionen ist es dabei auf Nachfrage von Gisela Birr gekommen. Sie machte deutlich, dass für das Gebäude zu wenige Parkplätze vorgesehen sind (nur 16 Parkplätze für elf Wohnungen) – der Gemeinderat favorisiert üblicherweise zwei Parkplätze pro Wohnung.

Bürgermeister Roman Waizenegger argumentierte, dass viele der künftigen Bewohner im direkt benachbarten Gebäude der Lebenshilfe ohnehin kein Auto haben. Klaus Ertl wandte ein: „Das ist der momentane Zustand, nicht der in zehn Jahren.“

Waizenegger meinte darauf, er habe noch nie erlebt, dass die Lebenshilfe Immobilien verkauft. Ertl blieb dabei und fragte: „Was ist mit dem Pflegepersonal?“ Der Neubau erfülle im Hinblick auf die Zahl der Parkplätze „unsere hohen Standards nicht“ (Ertl).

Zustände wie an Steinhofener Straße befürchtet

Waizenegger verwies derweil auf die gesetzlichen Bestimmungen, die der Neubau doch voll und ganz erfüllt. Ertl befürchtet indes Zustände wie andernorts in Bisingen, wo am Straßenrand abgestellte Autos den Weg blockieren – und bei maximal Tempo 30 brauchen Autofahrer recht viel Geduld, etwa an der Steinhofener Straße.

„Für mich ist entscheidend, dass wir Wohnraum schaffen“

Dieter Fecker machte darauf aufmerksam, dass am Ende das Landratsamt Balingen das letzte Wort hat. Fecker: „Für mich ist entscheidend, dass wir Wohnraum schaffen, der dringend benötigt wird“ – tatsächlich sind die Möglichkeiten des Bisinger Gemeinderats begrenzt, denn letztgültig entscheiden andere.

Volker Büschgen abschließend: Niemand dürfe sich wundern, wenn Autos auf der Straße stehen und es so zu Konflikten mit dem Haus im Park gegenüber kommt. Acht Mitglieder des Gremiums befürworten den Neubau an der Bahnhofstraße, sechs sind dagegen, zwei enthalten sich. Mitarbeit: Martina Hoffmann