Hier auf dem ehemaligen Bolzplatz in der Albblickstraße soll ein Teil des Neubaugebietes, samt Nahwärmeversorgung, entstehen  Foto: Morlok Foto: Schwarzwälder Bote

Bei der gut besuchten Bürgerfragestunde, mit der der öffentliche Teil der jüngsten Gemeinderatssitzung eröffnet wurde, konzentrierten sich die Fragen auf das Neubaugebiet "Vollmaringer Weg" und die geplante "Quartierentwicklung".

Eutingen. Hinter diesem Begriff versteckt sich die Idee, in ganz Eutingen, aufgeteilt in die drei Quartiere, die sich aus den gemeindeeigenen Gebäuden, den geplanten Wohneinheiten in unmittelbarer Nähe des Kindergartens sowie für die Bestands-Wohn- und Gewerbegebiete ein Nahwärmenetz zu errichten.

Franz Strobel wollte hierzu wissen, ob die 30 Wohneinheiten hinterm Kindergartengelände beim "Fantadu", dem jetzigen Bolzplatz, fest eingeplant seien, da man damals im Workshop lediglich von 18 bis 20 Einheiten sprach. Weiter interessierte ihn, ob es dazu schon eine entsprechende Planung gibt. Hier konnte Bürgermeister Armin Jöchle feststellen, dass die Zahl "30 Wohneinheiten" von der Energieagentur Horb ins Spiel gebracht wurde. "Das war eine Annahme der Planer, doch dazu soll es eine intensivere Studie geben" erläuterte Jöchle. Andere Pläne als die, die bereits besprochen und vorgestellt wurden, würde es im Neubaugebiet nicht geben, doch würde man sich nochmals im Rahmen einer Bürgerbeteiligung intensiv mit dem Neubaugebiet auseinandersetzen.

Dazu gehöre auch, dass man sich über die zukünftige Art der Bebauung im Klaren wird. Ob man nun gerade diese Fläche hinterm Kindergarten für die Bebauung mit Reihen- und Doppelhäusern reserviert, wie es eine Eutingerin vorschlug, das müsse man diskutieren, so der Bürgermeister. In diesem Zusammenhang sprach er die hohen Kosten an, die heute auf Bauwillige zukommen und verteidigte nochmals die Strategie des Gemeinderates, nicht nur Einzelhäuser im "Vollmaringer Weg" zuzulassen, sondern auch die Möglichkeit von Reihen- und Doppelhäusern zu bieten, um so etwas günstiger an Wohneigentum zu kommen. Deshalb war er der Meinung, dass man diese Form des Bauens nicht aus dem Bebauungsplan nehmen sollte.

Hansi Seefried von der Interessengemeinschaft wollte gleich konkrete Termine wissen. "Bis wann können wir mit der Umlegung im Neubaugebiet rechnen und wann können wir dort bauen und bis wann ist die Erschließung der Baugrundstücke fertig?", fragte er. Jöchle antwortete dazu, dass es zwar eine Zielplanung gäbe, doch solange nicht alle Umlegungsverträge unter Dach und Fach wären, ginge nichts. Trotzdem glaubt der Schultes, dass man bis Ende des Jahres mit der Vermarktung beginnen könne. Danach müsse man den Bebauungsplan fertigstellen und erst dann könne man mit der Umlegung beginnen. Erfahrungsgemäß würde so etwas 12 bis 18 Monate dauern. Doch nur, wenn alles klappt.

Da Jöchle jedoch weiß, wie wichtig den Bauinteressenten zumindest ein grober Zeit-Rahmen ist, versprach er, sich hier nochmals darum zu kümmern und in der nächsten Gemeinderatssitzung am 20. Juli nähere Infos, eventuell auch gleich für das andere Baugebiet, das "Täle" in Göttelfingen, parat zu haben. "Bitte haben Sie bis dahin noch etwas Geduld."

Die Frage einer jungen Frau, was denn die Bauplätze kosten sollen, konnte Jöchle zum jetzigen Zeitpunkt nicht beantworten, doch auf die Frage einer Frau aus Hochdorf, nach welchen Kriterien die Bauplätze vergeben werden, gab er präzise Auskunft. "Wir werden in öffentlicher Sitzung einen Kriterienkatalog erarbeiten, in dem sicher solche Parameter wie: Wohnt der Interessent in der Gemeinde, arbeitet er hier, hat er Kinder oder engagiert er sich im bürgerschaftlichen Sinne für den Ort?, stehen werden. Doch darüber entscheidet der Gemeinderat."

Zur Anregung, dass man bei der Ausschreibung der Grundstücke einen größeren und sehr detaillierten Kriterien- und Bedarfskatalog abfragt, stellte Jöchle fest, dass man mit der Ausschreibung auf der Internet-Plattform "Baupilot" schon eine größere Abfrage gemacht hat, auf die rund 300 Interessenten geantwortet haben. "Was soll also eine Abfrage, die man bereits am Anfang des Jahres gemacht hat, ein halbes Jahr später an neuen Erkenntnissen bringen?", fragte er in Richtung Interessengemeinschaft. "Ich verstehe manche Frage, die im Raum steht und insgesamt haben wir die Interessen der Interessengemeinschaft verstanden, doch letztendlich hat der Gemeinderat das letzte Wort in dieser Angelegenheit", fasste Jöchle nochmals pauschal zusammen.

Ein ganz anderes Fass machte Michael Kramer auf, der wissen wollte, wie weit man Bauträger im Neubaugebiet "Vollmaringer Weg" dazu verpflichten kann, ihre Häuser an das geplante Nahwärmenetz anzuschließen.

Hier war der Bürgermeister im Zwiespalt. Auf der einen Seite sollen Häuser heute als Energiesparhäuser oder gar als Energie-Plus-Häuser gebaut werden und daher sei die Frage, ob man diese Häuser überhaupt an ein Nahwärmenetz anschließen sollte, eine spannende Angelegenheit. "Im Weitinger Neubaugebiet haben wir die Grundstücke mit dem Anschluss verkauft. Ob die Hausbesitzer diese Anschlüsse nutzen, das ist jedoch denen überlassen", so ein Beispiel aus der jüngsten Vergangenheit. "Doch ob wir auch im "Vollmaringer Weg" ein solch teures Netz bauen, das man später nicht nutzt, das sollten wir uns überlegen", so Jöchle, der den Interessenten den Tipp gab, einfach zuzuwarten.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: