Hier soll in Möttlingen ein neues Baugebiet entstehen. Foto: Stadt Bad Liebenzell

Die Stadt ist im Bebauungsplanverfahren weitergekommen. Der Plan könnte bald rechtsgültig werden.

Seit mehr als 15 Jahren gibt es in Gemeinderat und Verwaltung Bestrebungen, die Wasenäcker in Möttlingen zu einem Neubaugebiet umzuwandeln.

 

Rückschläge Immer wieder gab es Rückschläge: besonders geschützte Streuobstwiesen, mögliche archäologische Funde, geänderte rechtliche Vorgaben, eine kleine Gruppe von Gegnern, die wegen der Flächenversiegelung Überschwemmungen befürchtet.

Bis heute rollte noch kein Bagger. Nun aber ist die Stadt eine Schritt weiter. Im Bebauungsplanverfahren wurde die erste Beteiligung der Öffentlichkeit durchgeführt. Um diese Eingaben ging es nun im Gemeinderat. Große Änderungen ergeben sich daraus nicht.

Auf Anraten des Landratsamts wurde aber das Entwässerungskonzept des Gebiets überarbeitet. Es wurden die Ableitungsrichtungen geändert und eine Wallanlage im Osten in den Plan mitaufgenommen. Allerdings betonen die von der Stadt beauftragten Planer, dass sich durch die baulichen Maßnahmen der Ist-Zustand im Falle eines Starkregenereignisses verbessert.

Diverse Einwände

Einwände BUND und Nabu hatten diverse Einwände gegen das Neubaugebiet. Die Verbände sahen keinen Bedarf für ein solches Vorhaben. Dadurch würde insbesondere der Lebensraum von Fledermäusen gefährdet. Schutzräume für viele Tiere und Pflanzen fielen weg.

Zudem behindere die Flächenversiegelung die Grundwasserneubildung. Die Planer verweisen auf die durchgeführten Umweltgutachten und artenschutzrechtliche Prüfungen und widersprechen den Verbänden. Der Gemeinderat genehmigte die Abwägungen der Eingaben. Katrin Heeskens (UL) wollte wissen, ob BUND und Nabu gegen die Zurückweisung ihrer Eingaben vorgehen könne.

„Erst nach dem Satzungsbeschluss“, erklärte Jaqueline Zimmermann aus dem Bauamt. Zimmermann sagte aber, dass die Stadt aktuell noch mit den Behörden über das Thema „Streuobstwiesen“ rede. Streuobstwiesen, wie sie sich in den Wasenäckern befinden, stehen mittlerweile unter besonderem Schutz. Doch diese Gespräche seien „gut“ gewesen, so Zimmermann. Im Mai werde sich der Gemeinderat wieder mit dem Bebauungsplan beschäftigen. Bis dahin läuft eine weitere Beteiligung der Öffentlichkeit.

Weitere Beteiligung

Erschließung Ergeben sich daraus keine größeren Änderungen, kann das Gremium den Satzungsbeschluss zum Bebauungsplan fassen. Dann wäre der Plan rechtsgültig.

Und dann kann rein rechtlich die Erschließung beginnen. Einen genauen Zeitplan nannte Zimmermann aber noch nicht.

Mit Prognosen zu den Wasenäckern ist die Verwaltung im Lauf der Jahre wohl vorsichtig geworden.