Das Nadelöhr Hohenzollernstraße findet mit den Teerarbeiten seinen Abschluss. Foto: Schwind Foto: Schwarzwälder Bote

Ortsentwicklung: Erschließungsarbeiten könnten Ende Mai abgeschlossen werden / Interesse am Geschossbau

Die Erschließung des neuen Baugebiets "Mühlheimer Feld" wird zwei Monate früher als geplant fertig. Das Nadelöhr Hohenzollernstraße findet sein Ende, die Bushaltestelle "Schlossberg" wird wieder angefahren. Viele Anfragen gibt es zum Geschossbau.

Sulz-Fischingen. In der Regel finden die Erschließungsarbeiten für ein neues Baugebiet auf der grünen Wiese statt, erklärte Bernd Gäckle, Geschäftsleiter der Firma Lupold Straßen- und Tiefbau aus Vöhringen, bei einem Vor-Ort-Treffen. In Fischingen mussten allerdings die ganzen Ver- und Entsorgungsleitungen in der Hohenzollernstraße als "Hauptschlagader" des Bebauungsgebietes verlegt werden.

So ein Aufwand im Tiefbau sorgte natürlich auch für Einschränkungen der Anwohner. Die Firma Lupold sei aber stets bemüht gewesen, ihre Arbeiten im Einklang mit den betroffenen Anliegern durchzuführen. So wurden einzelne Abschnitte erst ab 9 Uhr, wenn der Berufsverkehr weg war, gesperrt, erklärte der Fischinger Ortsvorsteher Jürgen Huber. Damit nach Möglichkeit alle Bewohner – was auch bis auf wenige Ausnahmen gelang –­ am Abend eine Zufahrt zu ihrem Grundstück hatten, wurde immer wieder an einer neuen Umleitungsstrecke getüftelt. Das gestaltete sich aber oft schwierig, so Bernd Gäckle.

Ortschaftsrat und Anlieger der Hohenzollernstraße, Martin Schellhammer, bedankte sich in der jüngsten Ortschaftsratssitzung bei der Baufirma für ihre geleistete Arbeit und hatte seine Ratskollegen auch schnell hinter sich

Hohenzollernstraße bis auf Feinteerbelag fertig

Beim jüngsten Treffen vor Ort mit dem Geschäftsleiter der Firma Lupold Straßen- und Tiefbau, Bernd Gäckle, sowie Frank Gäckle, zuständig für Abrechnungen der Baufirma, Geschäftsführer des Rottweiler Ingenieur- und Planungsbüros, Wilfried Baiker, mit seiner Projektleiterin Claudia Zahn, Jochen Steinwand, verantwortlich für den Tiefbau der Stadt Sulz, und Ortsvorsteher Jürgen Huber wurden die nächsten Arbeiten besprochen und auch traditionell ein Rückblick auf das Geleistete gemacht.

In der Brucknerstraße, die als Zufahrt für die Einfamilien- und Doppelhäuser dienen wird, werden die letzten Arbeiten an den Versorgungsleitungen durchgeführt, die bis zur Mitte der Woche bis auf die Belagsarbeiten abgeschlossen sein werden, informierte Bernd Gäckle.

Bis auf den Feinteerbelag ist die Hohenzollernstraße ebenfalls fertig. Ab dieser Woche kann auch der Busverkehr wieder fahren, berichtete Gäckle. Er schätzt, dass die Gesamterschließungsarbeiten Ende Mai abgeschlossen werden können, was aber auch im Hinblick auf die Corona-Pandemie nicht in Stein gemeißelt sein soll. Die Firma Lupold hat damit noch Luft bis zum fixen Fertigstellungstermin Ende Juli.

Jochen Steinwand vom Tiefbauamt der Stadt Sulz bezifferte die Gesamtkosten der Erschließung mit rund einer Million Euro. Da in Fischingen im Vorfeld deutlich mehr Bewerber als Bauplätze vorhanden sind, dürfte die Stadt Sulz das in Vorleistung gezahlte Geld der Erschließungsarbeiten recht zügig über die Einnahmen vom Bauplatzverkauf wieder einnehmen.

Die Bauwilligen sollen sich aber nicht über den früheren Endtermin der Erschließungsarbeiten blenden lassen, so Steinwand. Um die endgültige Größe und den Bauplatzpreis festlegen zu können, müssten erst die Erschließungskosten abgerechnet werden. Dann müssen die Grundstücke eingemessen und vom Liegenschaftskataster in Sigmaringen beurkundet werden. Mit dem benötigten aktuellen Auszug aus dem Liegenschaftskataster und dem Kauf des Baugrundstückes geht es dann erst in die Bauanfrage der Bauherren an die Stadtverwaltung, führte Steinwand aus.

Durch die Abhängigkeit vom Katasteramt ist es für Steinwand recht schwierig, den Bauherren einen endgültigen Kauftermin zu nennen. Recht wage spricht er von frühestens Ende September.

Bauherren haben Wahl bei Glasfaser-Anbietern

Steinwand erklärte weiter, dass beim Einbau der neuen Abwasserrohre in die Hohenzollernstraße die alten schadhaften Rohre, statt wie im sonst üblichen Inlinerverfahren, offen saniert und teilweise aufdimensioniert wurden. In Fischingen haben künftige Bauherren den Luxus, zwischen zwei Glasfasernetz-Anbietern zu wählen.

Der Ortsvorsteher korrigierte seine Aussage, die er vor dem Baubeginn getätigt hatte ("Der Geschossbau ist in Fischingen noch nicht angekommen"), ins Gegenteilige. Er hat einige Anfragen von Investoren und sogar von einem Mitbürger aus Fischingen bekommen.

Huber könnte sich die Auswahl der zum Zuge kommenden Bewerber für den Geschossbau anhand einer einzureichenden Skizze, wie jetzt in Vöhringen beschlossen, auch in Fischingen vorstellen. In Fischingen werden bereits die neuen Bauplatzvergaberichtlinien der Stadt Sulz zum Tragen kommen. "Alle 17 Bewerber erfüllen die neuen Vergaberichtlinien", bestätigte Huber.

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