Foto: Thomas Fritsch

Nach langem Warten wurde mit dem Spatenstich die Erschließung des Neubaugebietes Obere Kirchenäcker in Emmingen gestartet. Hier sollen Bauplätze für 22 Häuser entstehen.

Nagold-Emmingen - Ein kalter, starker Wind wehte, es war nass und dicke Wolken hingen am Himmel. Der November ließ sich nicht mehr verleugnen. Alle Anwesenden waren sichtlich warm eingepackt. Doch ein paar Sonnenstrahlen kamen zu dem Anlass dann doch durch.

Hier, in Nagolds Teilort Emmingen, wurde im kleinen Kreis ein neues Baugebiet offiziell eröffnet. Zum Spatenstich kamen unter anderem auch Nagolds Oberbürgermeister Jürgen Großmann und der Emminger Ortsvorsteher Uwe Müller. Der Anlass ist ein freudiger: Nagold wächst – und neue Bewohner brauchen auch neuen Wohnraum, der in Emmingen entstehen soll.

22 Bauplätze sind geplant

22 Bauplätze mit etwa 350 bis 400 Quadratmetern für Ein- und Zweifamilienhäuser sollen dort – auf einer Fläche von rund 1,75 Hektar auf den Oberen Kirchenäckern – entstehen. Idealerweise bis zum Sommer sollten die Baumaßnahmen für die Erschließung abgeschlossen sein, wenngleich OB Jürgen Großmann hofft, dass es schon im Mai soweit sein könnte.

"Schön, dass es endlich soweit ist", meinte Ortsvorsteher Uwe Müller bei dem Anlass. Und fügte hinzu: "Drei Jahre früher wäre noch schöner gewesen." Bereits 2016 war die Erschließung des Neubaugebietes beschlossen worden, doch Komplikationen – neben üblichen Planungsmaßnahmen vor allem die Corona-Pandemie und der Baumaterialmangel – hatten dazu geführt, dass erst jetzt, sechs Jahre später, der Bau beginnen konnte. "Jetzt wird es ernst", sagte Müller. Auch Breitbandrohre sollen im Zuge der Baumaßnahmen verlegt werden.

Eine gute Aussicht

Gut gewählt scheint das Baugebiet in jedem Fall zu sein. Zwar ist das geplante Neubaugebiet vollständig in Hanglage und die vergleichsweise viel befahrene Straße nach Oberjettingen liegt direkt oberhalb des Bauplatzes, doch die Aussicht gen Südwesten über Emmingen und das Nagoldtal ist schwer zu übertreffen. "Wer das hier sieht, der merkt, dass wir hierfür keinen Werbeblock brauchen", scherzte OB Jürgen Großmann bei seiner Ansprache anlässlich des Spatenstichs, und Ortsvorsteher Uwe Müller bezeichnete den Ort als "eine der schönsten Gegenden des Nagoldtals".

1,8 Millionen Euro werden in die Baumaßnahmen gesteckt. Das sei "kein Pappenstiel", meinte Großmann. Nicht nur wegen der Kosten aber ist das Projekt auch umstritten.

Familien die Chance geben

Wenig Begeisterung scheint bei den Anwohnern zu herrschen, weshalb sowohl OB Großmann als auch Ortsvorsteher Müller die Gelegenheit nutzten, um den Eigentümern und Anwohnern in Emmingen zu danken, "die bald viel Dreck und Staub schlucken müssten", meinte Müller. Notwendig sei das Baugebiet aber trotz allem. "Wir wollen jungen Menschen und Familien die Chance geben, Eigentum zu bilden", sagt Jürgen Großmann mit Blick auf die Zukunft der Stadt Nagold.