Stammheim soll wachsen. Die Stadt entwickelt das Neubaugebiet Hubäcker. Gegenüber dem ursprünglichen Entwurf gibt es ein paar Änderungen – auch wegen Beschwerden der Anwohner.
Seit etwa zehn Jahren verfolgt die Stadt die Idee, in den Hubäckern in Stammheim ein Baugebiet auszuweisen. Vor allem Eigentumsfragen bezüglich der dortigen Flächen sorgten für Verzögerungen. Nun aber geht es voran.
Die Stadt hat erste Pläne vorgelegt. Bis zu 55 Bauplätze will sie auf dem Gebiet oberhalb der Bundesstraße in Richtung Kimmichwiesen und neben den Gänsäckern ausweisen. 5,5 Hektar ist das Neubaugebiet groß. Im unteren Bereich sieht die Planung Mehrfamilienhäuser vor, im oberen Bereich Doppel- und Einfamilienhäuser.
Erfolg für Bewohner der Fasanenstraße
Kreisverkehr mit Bypass Die Zufahrt in das Gebiet soll über einen Kreisverkehr erfolgen. Der wird an der jetzigen Kreuzung der B 296 und dem Abzweig in den Ort gebaut. Der vierte Arm des Kreisverkehrs führt dann in die Hubäcker. Doch Stadtplaner Bernd Wössner erklärte im Bau- und Umweltausschuss (BUA), dass es eine Änderung am Kreisverkehr geben wird. Er bekommt einen Bypass. Der ermöglicht den Rechtsabbiegern die aus Richtung der Kimmichwiesen kommen und in den Ort abbiegen, den Kreisverkehr zu umfahren. Das Verkehrsgutachten habe gezeigt, dass es ohne Bypass am Kreisverkehr zu langen Rückstaus komme, so Wössner.
Was ist mit der Fasanenstraße? Eine Zufahrt über die Fasanenstraße in die Hubäcker wird es nicht geben. Die war ursprünglich geplant. Die Anwohner der Fasanenstraße waren dagegen. Sie fürchteten das erhöhte Verkehrsaufkommen. Das Verkehrsgutachten habe zwar gezeigt, dass eine solche Zufahrt und der gesteigerte Verkehr vertretbar sei, so Wössner. Aber: „Die Fasananestraße hat keinen Gehweg und ist nicht gerade breit“. Deshalb habe sich die Stadt die Bedenken der Anwohner zu Herzen genommen.
Die Straße aus den Hubäckern, die in die Fasanenstraße hätte münden sollen, werde deshalb mit einer Wendeplatte abgeschlossen. Das habe der Stammheimer Ortschaftsrat nicht-öffentlich beschlossen. Einen Durchgang für Fußgänger wird es aber geben.
Neue Querung der B 296 – falls das RP zustimmt
Wie kommen die Bewohner in den Ort? Für die Fußgänger ist es aber schwer, in den Ort und zu den dortigen Bushaltestellen an der Grundschule oder der Mörikestraße zu kommen. Die B 296 teilt den Ort. Bis zu 800 Meter müssten die Neu-Stammheimer zu Fuß laufen.
Wössner brachte deshalb eine weitere Fußgängerquerung der B 296 auf Höhe des landwirtschaftlichen Weges an der Grenze zu den Gänsäckern ins Spiel. Eine Fußgängerampel könnte den Weg zum Bus demnach um die Hälfte verkürzen.
Ob die Fußgängerampel wirklich kommt, ist noch nicht ganz sicher. Es handelt sich um eine Bundesstraße. Das Regierungspräsidium (RP) muss der Querung zustimmen – und die sehe das RP als „nicht ideal“ an, so Wössner. Eine Entscheidung stehe noch aus. Kommt die Ampel, muss die Stadt sie aber bezahlen, obwohl sie dann dem Bund gehört. Auf mindestens 50 000 Euro schätze Wössner die Kosten.
Wo kommt der Spielplatz hin? In den Hubäckern soll ein Spielplatz entstehen. Doch der BUA sprach sich jetzt dagegen aus. In geringer Entfernung in der Lerchenstraße gibt es bereits einen Spielplatz. OB Kling will das für die Hubäcker eingeplante Geld dort investieren und den dortigen Spielplatz aufwerten. Im Gremium stieß dass auf positive Resonanz.
Johannes Schwarz (Grüne) sah die Möglichkeit, dass Zugezogene und Angestammte sich dort treffen. Andere sahen das Problem des Lärms für die dortigen Anwohner. Markus Blaich (FW) kam auf die Idee, einen neuen Spielplatz oberhalb der Hubäcker zu realisieren – außerhalb des Neubaugebiets. Auch diese Lösung hatte ihre Befürworter. Welche Option realisiert wird, will die Stadt später entscheiden. Klar ist aber, dass der geplante Spielplatz innerhalb des Neubaugebiets nicht kommen wird.
Flexibler bauen? Johannes Schwarz (Grüne) stellte den Antrag, auf den Flächen der Einfamilienhäuser mehr Wohneinheiten zu genehmigen. Dadurch könnten die Häuser auf lange Sicht flexibler genutzt werden. Der BUA stimmte Schwarz’ Antrag zu. Nun können im oberen Bereich der Hubäcker pro Bauplatz drei Wohneinheiten realisiert werden. Das wäre zum Beispiel ein Wohnhaus mit Einlieger- und Dachgeschosswohnung sowie einem Hauptwohnbereich in der Mitte.
Wann wird gebaut? Laut Bernd Wössner solle das Bebauungsplanverfahren Ende 2025 abgeschlossen sein. Mitte 2026 könne die Erschließung beginnen. Die wiederum sei vermutlich Ende 2027 fertig. Und dann können in den Hubäckern die ersten Häuser gebaut werden.