So ein Geschenk bekommt eine Stadt auch nicht alle Tage: Im Neubaugebiet „Hasenbrunnen“ in Nagold soll eine große Kita entstehen. Die Baukosten übernimmt eine Stiftung. Vorher muss aber noch der Bebauungsplan geändert werden.
Bereits beim Neujahrsempfang in der Nagolder Stadthalle wartete Nagolds OB Jürgen Großmann mit der frohen Kunde auf: Die Stadt Nagold bekommt einen neuen Kindergarten im Hasenbrunnen gestiftet. Die Kommune stellt das Grundstück. Das Gebäude dagegen wird von der Heike- und Reinhold-Fleckenstein-Stiftung finanziert.
Um aber bauen zu können, müssen die rechtlichen Voraussetzungen stimmen. Und in diesem Fall erst einmal geschaffen werden. Also wird der Bebauungsplan nun „räumlich begrenzt“ geändert. Im Technischen Ausschuss stimmten alle anwesenden Räte dem geänderten Entwurf zu.
Der nächste Schritt dürfte kommende Woche im Nagolder Gemeinderat folgen. Auch hier ist wohl mit Zustimmung zu rechnen. Danach würde der geänderte Plan nochmals in die öffentliche Auslegung gehen.
Fünfgruppiger Kindergarten
Nagolds OB verwies in der jüngsten Sitzung des Technischen Ausschusses auf die Besonderheit dieses Projekts: „Das dürfte die größte Stiftung sein, die die Stadt Nagold je erhalten hat.“ Dies sei eine gute Botschaft. Die Stadt selbst wird Grund und Boden zur Verfügung stellen, den Bau der neuen Kindertagesstätte will die Stiftung des Nagolder Unternehmer-Ehepaars Fleckenstein erstellen.
Nagolds OB sprach von einem „fünfgruppigen Kindergarten“, im Bebauungsplanentwurf ist sogar von bis zu sechs Gruppen die Rede. Nach den erfolgreichen Vorgesprächen wolle man nun ins Verfahren einsteigen, so der OB. Und er machte auch gleich deutlich, dass sich Detailfragen auch noch im Verlauf des Verfahrens klären lassen würden.
Ein neuer Standort
Der Standort der Kita hat sich allerdings verändert. Während im aktuell gültigen Bebauungsplan noch gleich am Anfang des Neubaugebiets der Standort für die Einrichtung vorgesehen war, rückt er nun komplett auf die andere Seite, in den rückwärtigen, südlichen Bereich des Hasenbrunnens. Dort, an der Grenze zum Calwer Deckenareal gibt es noch zwei unbebaute städtische Grundstücke und dazwischen eine als öffentliches Grün geplante Fläche. Auf diesen drei Grundstücken soll die große neue Kita entstehen. Dafür werden die Baufenster nun neu zugeschnitten, was auch die Änderung des Bebauungsplans mit sich bringt.
Laut Angaben aus den Sitzungsunterlagen sei das bisher ins Auge gefasste Grundstück zu klein für eine Kita in der nun geplanten Größe. Es soll später einmal auch für Wohnbebauung zur Verfügung gestellt werden. Die Verlegung des geplanten Kindergartens dürfte auch im Hinblick auf mögliche Entwicklungen auf dem Calwer Deckenareal geschehen sein.
Zur Erinnerung: Vor zwei Jahren hatte Nagolds Gemeinderat beschlossen, auf dem alten Grundstück eine Kita für 50 Kinder aus Containern zu erstellen, was aber an der mangelnden Verfügbarkeit und an den zu hohen Kosten gescheitert war. „Zum Glück“, wird man sich heute sagen.
Wird das Parken zum Problem?
Während der Kita-Neubau im Hasenbrunnen für sich kaum kritisch gesehen wird, könnte das Thema Parken doch noch aufschlagen. In der Sitzung jedenfalls waren etliche Anwohner präsent und verfolgten die Ausführungen ganz genau. “Wir bekommen das in den Griff“, sagte Nagolds OB. Und auch Stadtplanungsamtsleiter Ralf Fuhrländer erörterte unter anderem, dass eine Kita nur zu bestimmten Zeiten angefahren werde.
Die Anlieger diskutierten nach der Sitzung aber noch fleißig weiter. Denn im Gegensatz zum alten Kita-Standort, müsste nun das gesamte Wohngebiet durchfahren werden, um zum neuen Standort zu kommen. Auch die Verkehrsplanung im Hasenbrunnen sei nicht auf diese Planung ausgelegt. Zum Beispiel fehlten Gehwege.
Angesichts der Planung von einer fünfgruppigen Kita ist davon auszugehen, dass nicht nur Kinder des doch vergleichsweise kleinen Neubaugebiets „Hasenbrunnen“ dort betreut werden sollen.