Ende April wurde die Erschließung abgeschlossen. Foto: Wolf-Ulrich Schnurr

Rund 200 000 Euro teurer als erwartet wird die Erschließung des Erlaheimer Neubaugebiets Nebenwiesle. Damit hatte das planende Ingenieurbüro nicht gerechnet.

Ende April wurden die Bauarbeiten am Erlaheimer Ortsrand abgeschlossen. Dort wurden seit November vergangenen Jahres unter anderem Straßen gebaut sowie Rohre für Kabel, Frisch- und Abwasser verlegt.

 

Auf den Feldern sind 16 Parzellen für neue Wohnhäuser entstanden. Geislingens Finanzverwaltungsleiter Oliver Juriatti informierte die Gemeinderäte, dass für die Erschließung mehr Geld nötig ist als vorgesehen.

Das von den höherliegenden Wiesen ringsum über die Fläche fließende Regenwasser hat die Erschließung teurer gemacht als erwartet: Mit 1,3 Millionen Euro rechnet Kämmerer Juriatti. Veranschlagt und vorfinanziert waren aber nur 1,1 Millionen Euro.

Zusätzliche Gräben und Drainagen nötig

Geislingens Bauamtsleiter Markus Buck führte aus: Dass von den Wiesen so viel Wasser komme, damit habe man vorab nicht gerechnet. Die beauftragte Baufirma musste Gräben ziehen, um weiterarbeiten zu können.

Um den Schutz vor Überflutungen zu verbessern waren zusätzliche Drainagen nötig, der nördlich des Neubaugebiets verlaufende Feldweg wurde neu modelliert und eine redundante Wasserleitung gebaut. Letztere stellt einen Ring mit der Alemannenstraße her, so dass von zwei Seiten her Frischwasser nach Nebenwiesle fließen kann. Das verringert die Gefahr einer möglichen Verkeimung.

„Massen an Felsen“ im Untergrund

Teurer wurde die Erschließung auch durch das, was unter dem Boden lag: Im Untergrund waren laut Buck „Massen an Felsen“, die weggeräumt werden musste.

Das hatte das Planungsbüro nicht vorhergesehen. Die für die Erdarbeiten anfallenden Kosten seien daher deutlich zu niedrig angesetzt gewesen, hielt Buck fest.

Doch bezahlt werden muss die Stadt Geislingen das trotzdem: Der Kreditrahmen bei der Landesbank Baden-Württemberg muss auf 1,3 Millionen Euro aufgestockt werden.

Künftig auf dieses Büro verzichten

Mehrere Gemeinderäte äußerten Unverständnis über die anscheinende Fehlberechnung. Der Bauamtsleiter verdeutlichte, dass diese an der Notwendigkeit der zusätzlichen Arbeiten nichts ändere.

Bürgermeister Oliver Schmid wurde deutlicher: Bei künftigen Planungsauftragen werde man auf die Dienste dieses Ingenieurbüros verzichten.

Hohe Nachfrage nach Bauplätzen

Das das für die Erschließung vorgestreckte Geld wieder hereinkommt, daran besteht kein Zweifel: Die Kosten werden auf den Quadratmeterpreis für die Käufer der Grundstücke im Nebenwiesle umgelegt. Dass die Bauplätze wegkommen, ist aufgrund der starken Nachfrage eine fast sichere Sache.

Die Schaffung neuer, städtischer Baugrundstücke in Erlaheim wurde bereits vor mehr als fünf Jahren beschlossen. Im Sommer soll es nun endlich an den Grundstücksverkauf mit einheitlichen Vergaberichtlinien gehen.