Der Neubau des Pflegeheim St. Marien wurde eingeweiht und gesegnet. Bei Stadt und Träger sorgte das für Freude, da es bis zur Fertigstellung viele Hürden zu meistern gab.
Brigitta Schrempp als Vorsitzende des Aufsichtsrats des Caritasverbandes Lahr sprach von einem „ganz besonderen Tag“, Mirko Poetzsch als Vorstand von einem „wunderschönen Tag“. Allen Rednern und Besuchern der feierlichen Einweihung des neuen Caritashauses St. Marien Ettenheim stand die Freude über diesen „Pflege-Neubeginn mit modernen Strukturen“ ins Gesicht geschrieben.
Ettenheims Bürgermeister Bruno Metz zollte dem Caritasverband Dank und Anerkennung: „Chapeau für Ihren Mut“, so Metz, der an die intensiven Vorgespräche – auch in der Kommunalpolitik – erinnerte. Gesellschaft zeige ihr wahres Gesicht, wie sie mit Schwächeren umgeht. Mit diesem neuen Haus bekämen Menschen einen Platz in ihrer Heimat, auch wenn sie der Pflege bedürfen, so Ettenheims Bürgermeister.
Birgit Schaer, Vorstandsvorsitzende des Diözesan-Caritasverbandes, zeigte die zunehmenden Herausforderungen im Zuge des demografischen Wandels auf. Deutschland stehe bezüglich der Pflege vor großen Herausforderungen. Schon Bürgermeister Metz hatte daran erinnert, dass allein in der Ortenau 1500 Pflegebetten fehlen.
Die zentrale Lage zählt zu den großen Vorteilen
Aber: „Pflege ist ein modernes Bild von Kirche“, so Schaer – und so stelle sich die Caritas dieser Aufgabe. „Gemeinsam geht was“, laute das Motto des Verbandes, so Schaer – ein „Gemeinsam“, das auch den Wechsel vom bisherigen Pflegeheim in Ettenheimmünster hin nun in die Kernstadt gekennzeichnet hat und in allen Reden gewürdigt wurde. „Was hier geleistet wurde, ist beispiellos“, lobte Schrempp seitens des Aufsichtsrates aus.
Reizvoll erachteten alle Redner die Lage des neuen Pflegeheims. „Ortsnah an der Infrastruktur“, so Bürgermeister Metz, weshalb die Stadt diese ehemalige Grünfläche mit Überzeugung zur Baureife führte. Von einem „schönen Campus nahe an Innenstadt und einem Einkaufszentrum“ sprach Mirko Poetzsch, ein Campus, der zudem vom reizvollen Nebeneinander von neuer Kindertagesstätte und Pflegeheim mit gemeinsamen Begegnungsflächen und -möglichkeiten geprägt sei. „Caritas verbindet Generationen“, so laute eines der Mottos des Caritasverbandes, hatte die Vorsitzende des Diözesan-Caritasverbandes zuvor schon in ihren Grußworten erinnert.
Drei W-Fragen hätten sich ihm gestellt, als er im Jahr 2019 den Vorstandsposten des Caritasverbandes Lahr übernommen habe, so Poetzsch. Die Frage nach dem „Warum“ habe die Landesheimbauverordnung beantwortet, mit der ein Weitermachen wie in Ettenheimmünster nicht mehr möglich gewesen wäre.
Personalmangel bereitet weiterhin Sorgen
Die Wo-Frage sei schließlich in intensiver, konstruktiver Zusammenarbeit mit der Stadt Ettenheim und weiteren Behörden in idealer Weise gelöst worden.
Und die Sorge „Wie sollen wir das finanzieren?“ habe sich unter anderem dank der Nachnutzung des bisherigen Pflegeheims in Ettenheimmünster entschärft. Mit 22 Millionen Euro Baukosten sei man im Rahmen der Kalkulation geblieben; mit Zinsen habe man dann letztlich 30 Millionen Euro investiert. Eine gewaltige Aufgabe bestehe auch hier wie überall darin, das erforderliche Pflegepersonal zu akquirieren.
„Wir haben einen gewaltigen Marathonlauf hinter uns und laufen nun gemeinsam über die Ziellinie“, so Poetzsch erleichtert. Mit Beifall bedacht wurde die musikalische Umrahmung durch die Siebtklässlerin am Städtischen Gymnasium Lilliy Ruhrmanm, die mit drei Songs am E-Piano und mit Gesang begeisterte.
Info – Die Haussegnung
Die kirchliche Segnung nahmen die beiden Ortsgeistlichen Severine Plöse und Martin Kalt zusammen mit Dekan Nelson Ribero (Südliche Ortenau) und Diakon Thomas Schneeberger (Caritas) vor. Ribeiros Einstufung eines Pflegeheims als „Haus der Nächstenliebe“ deckte sich mit dem Tenor der ganzen Einweihungsfeier. Sandra Grösser (Hausleitung) sprach von einem „Ort der Würde, des Respekts und der Gemeinschaft“, Bürgermeister Metz von „Ausdruck der geistigen Haltung“, Schrempp von einem „sichtbaren Zeichen der Verantwortung und Menschlichkeit“.