Im Juli soll die HoMeBase in der Berthold-Leibinger-Straße bezogen werden. Foto: Zeger

Die neueste Technik, aber auch Dinge aus der Gründerzeit vor 93 Jahren werden ins neue Betriebsgebäude der Maurer Unternehmensgruppe einziehen. Welche das sind, verrät Tobias Maurer.

Es ist derzeit die größte Baustelle auf Schramberger Gemarkung – und zugleich ein Projekt, das voll im Zeitplan liegt. In wirtschaftlich anspruchsvollen Zeiten ist das alles andere als selbstverständlich. In der Berthold-Leibinger-Straße entsteht die neue Firmenzentrale der Maurer Gruppe mit rund 8000 Quadratmetern Fläche. „Genug Platz, um noch etwas hineinzuwachsen“, sagt Geschäftsführer Tobias Maurer, der das Familienunternehmen seit 2007 gemeinsam mit seinem Bruder Clemens führt.

 

Der Neubau vereint nicht nur die verschiedenen Unternehmensbereiche unter einem Dach, sondern spiegelt auch die gesamte Expertise der Gruppe wider: von Architektur und Bauüberwachung über Fachplanungen in den Bereichen Heizung, Klima, Sanitär und Elektro bis hin zu Energie, Photovoltaik, Dach und Fassade. Bereits diese Aufzählung macht das Wachstum und die Entwicklung deutlich, die das Unternehmen seit seiner Gründung im Jahr 1933 erfahren hat.

500 Mitarbeitende

Damals legte Großvater Hermann Maurer mit einem Kachelofen- und Herdbaugeschäft in der Berneckstraße den Grundstein. 1966 übernahm Martin Maurer und baute den Betrieb kontinuierlich aus. Heute zählt die Gruppe elf Standorte, rund 500 Mitarbeitende und einen Jahresumsatz von etwa 100 Millionen Euro. Am Standort Sulgen sind rund 150 Beschäftigte tätig.

Mit dem Wachstum stieß der bisherige Sitz in der Dr.-Kurt-Steim-Straße zunehmend an seine Grenzen. „Die Firma ist weiter gewachsen, nur räumlich nicht“, beschreibt Tobias Maurer die Ausgangslage. Bereits 2020 begann daher die Standortanalyse, ein Jahr später wurde das Grundstück erworben.

Seit dem Baustart im September 2024 (wir berichteten) geht es zügig voran – im Juli 2026 soll der Neubau bezugsfertig sein.

Künftig werden alle Bereiche unter einem Dach vereint sein. Das soll Synergien schaffen, Wege verkürzen und Abläufe effizienter gestalten. Gleichzeitig steht das Gebäude sinnbildlich für die Weiterentwicklung des Familienunternehmens in dritter Generation.

Auch technisch setzt die Maurer Gruppe Maßstäbe: Ein ausgeklügeltes Wärmepumpensystem sorgt dafür, dass das Gebäude mehr Energie erzeugt als es verbraucht – rund 290 500 Kilowattstunden im Jahr. Unterstützt wird dies durch die Nutzung von Abwärme eines benachbarten Industriebetriebs, der MS Schramberg.

Gibt es bei solch einem Wachstum noch Werte aus der Gründerzeit, die bis heute Bestand haben? Da braucht Tobias Maurer nicht lange überlegen: „Bodenständigkeit war von Anfang an das Wichtigste. Innovativ sein, Neues wagen – aber nichts Unnötiges riskieren. Und immer die Perspektive der Kunden einnehmen“, betont Tobias Maurer. Auch der wertschätzende Umgang mit den Mitarbeitenden sei ein zentraler Bestandteil der Unternehmenskultur geblieben.

Herausfordernder Umzug

Der bevorstehende Umzug in die HoMeBase, so der Name des Neubaus, wird nochmals eine Herausforderung: Er soll bei laufendem Betrieb erfolgen. Mehrere Wochenenden im Sommer sind dafür bereits eingeplant. Schritt für Schritt ziehen die einzelnen Bereiche um – von der Energie- und Ingenieurleistung über die Verwaltung bis hin zur IT, die künftig weiterhin alle Standorte von Sulgen aus betreut.

Im neuen Verwaltungsbereich entstehen sowohl Einzelbüros als auch offene Arbeitslandschaften. Ein direkter Zugang zur Fertigung und ins Lager soll die Prozesse optimieren. Bei der Inneneinrichtung setzt Maurer auf einen Hersteller aus der Region. „Einige Möbel möchten wir aber auch behalten und ein bisschen umbauen – auch in der Chefetage“, sagt Tobias Maurer. Und da ist sie wieder, die Bodenständigkeit, die die Geschichte des Unternehmens trägt – auch in die Zukunft.