Ein zusätzliches Gebäude soll der Raumnot der Truchtelfinger Rossentalschule abhelfen. Als Standort dafür vorgesehen ist das bisherige Kindergartengelände nebenan. Nun muss nur der Kreistag des Zollernalbkreises noch zustimmen.
Nach dem Schul-, Kultur- und Sozialausschuss des Kreistags hat nun auch der Verwaltungs- und Finanzausschuss die unzweideutige, sprich: einstimmige Empfehlung an das Plenum abgegeben, die Finger von irgendwelchen Erweiterungsbauten des bestehenden Rossental-Schulhauses zu lassen und stattdessen Nägel mit Köpfen zu machen.
Auf dem Gelände des bisherigen Rossentalkindergartens wird ein neues, zweigeschossiges Schulhaus errichtet, das geeignet ist, den wachsenden Raumbedarf der Rossentalschule zu decken.
Der ist mit den Jahren immer größer geworden und ein Ende nicht abzusehen: 120 Schüler respektive 20 Klassen werden für 2030 prognostiziert; das Flächendefizit würde sich dann auf 1116 Quadratmeter belaufen – die durchschnittliche Größe eines Discountmarktes. Schon heute sind drei Berufsschul- und zwei Hauptschulklassen in die Walther-Groz-Schule in Ebingen ausgelagert – in pädagogischer Hinsicht eine überaus unbefriedigende Problemlösung.
Die Entscheidungsfindung hat länger gedauert
Den Empfehlungen der beiden Ausschüsse war eine längere Phase der Entscheidungsfindung vorausgegangen, unter anderem, weil die Schulleitung die Trennung von Bestandsgebäude in der Rossentalstraße 45 und Neubau in der Rossentalstraße 29 auch nicht gerade als pädagogisch ideal empfand.
Das Landratsamt gab daraufhin eine Machbarkeitsstudie beim Ebinger Architekten Friedrich Rau in Auftrag. Der hat verschiedene Optionen untersucht, Für und Wider abgewogen und die Kosten geschätzt: hier den Erweiterungsbau des bestehenden Schulhaus in den Varianten ein-, zwei, drei- oder viergeschossig, als Alternative den zweigeschossigen Neubau auf dem bisherigen Kitagelände, wahlweise kurz oder lang.
Das ist das Ergebnis, zu dem Rau gelangt ist: Als Erweiterungsbau ohne zusätzlichen Neubau kommt nur die viergeschossige Variante in Betracht; alle anderen würden das Problem nicht lösen. Mit Baukosten von rund 13 Millionen Euro wäre sie die günstigste, hätte aber andere Nachteile, allen voran den Flächenverbrauch auf dem Schulgelände.
Sportflächen fielen weg
Es würden Sportflächen wegfallen; die vier Geschosse brächten weite Wege, eine pädagogisch unvorteilhafte Raumaufteilung und logistische Handicaps mit sich, und außerdem würde der für eine Interimslösung benötigte Platz überbaut.
Ähnliche Nachteile hätte auch die Kompromisslösung, zwei Geschosse Erweiterung, dazu ein Neubau mit kurzem Baukörper. Gegen sie sprechen zudem die Kosten: Mit fast 20 Millionen Euro ist diese Variante die teuerste. Nicht zuletzt deshalb votierten am Ende alle Ausschussmitglieder für die dritte und eleganteste Lösung, den Neubau mit langem Baukörper in nächster Nachbarschaft. Er ist in puncto Raumangebot auskömmlich, und mit den Baukosten in Höhe von 15,8 Millionen Euro können die Ausschussmitglieder offenbar auch leben.
Bleibt abzuwarten, was das Kreistagsplenum dazu meint. Es tagt am Montag, 21. Oktober; die Rossentalschule steht auf der Tagesordnung.