Die Trossinger Tierärztin Ewa Huber steht in den Startlöchern für einen Praxisneubau. Doch noch verzögern sich die Pläne – und der Platz wird langsam knapp.
Vor gut drei Jahren hat Ewa Huber ihre Tierarztpraxis an der Heinz-Mecherlein-Straße direkt neben dem Gelände der Trossinger Feuerwehr von Tierarzt Volker Heinemann übernommen.
Seither hat sich viel getan, die Praxis von Huber ist von fünf auf insgesamt 16 Mitarbeiterinnen gewachsen. Sechs davon sind Tierärztinnen. Keine einfache Aufgabe für die Chefin, die schon vor der Übernahme sieben Jahre lang als Tierärztin bei ihrem Vorgänger angestellt war.
Doch sie lacht, denn „das funktioniert hervorragend - als Arbeitgeberin unter lauter Frauen muss man flexibel sein, ich mache es meinen Angestellten möglich, dass sie nach ihren persönlichen Bedürfnissen arbeiten können“.
Dass sie durch das stetige Wachstum mit der Praxis räumlich aber langsam an ihre Grenze kommt, hat Huber schon lange gemerkt. „Vor etwa zwei Jahren habe ich gemeinsam mit meinem Mann Martin und mit einem Architekten einen Anbau geplant.“
Ein Angebot der Stadt
Zur gleichen Zeit sei aber die Stadt Trossingen auf sie zugekommen, denn „die Stadt benötigt mein Grundstück für den Anbau des Feuerwehrhauses“. Sie habe das Angebot bekommen, die Hälfte des Grundstückes, wo jetzt die Achterbahn abgerissen wurde, für einen Neubau zu erwerben.
„Ich habe zunächst gezögert, doch mein Mann Martin war gleich Feuer und Flamme und es war tatsächlich eine sehr gute Entscheidung,“ meint sie. Im Gegenzug hat die Stadt die jetzige Tierarztpraxis gekauft.
Mieterin der Stadt Trossingen
„Seit April bin ich also in Miete bei der Stadt“, sagt Huber, die jetzt auf das Ende des Achterbahnabrisses im Auftrag der Stadtwerke hofft, in deren Besitz sich auch der hintere Teil des ehemaligen Achterbahngrundstückes befindet, wo die Stadtwerke ein Blockheizkraftwerk errichten wollen.
Was den Neubau betrifft „wird dieses Jahr nicht mehr viel passieren“, erklärt sie. Denn eigentlich sollte schon im Juli die Übergabe des Grundstücks an sie stattfinden, doch die umfangreichen Arbeiten seien noch nicht abgeschlossen.
Verdoppelung der Fläche
Die Vermessung sei bereits erfolgt, auch der Architekt habe erste Entwürfe gemacht. „Ich plane jetzt so früh wie möglich im nächsten Jahr, und freue mich, wenn es endlich losgehen kann“, so Huber. Immerhin rechnet sie mit einer Bauphase von anderthalb bis zwei Jahren, kann aber mit ihrer Praxis so lange am alten Standort bleiben, bis das neue Gebäude fertiggestellt ist.
„Ich kann so den Neubau nach eigenen Vorstellungen realisieren“. Es sei großer Raumbedarf vorhanden, so dass die heutigen rund 200 Quadratmeter Fläche gut verdoppelt werden sollen. Die Praxis sei zwar schon jetzt gut ausgestattet, dennoch sei alles sehr beengt. „Wir haben schon jetzt ein sehr großes Kundenaufkommen und zwischen achteinhalb und elf Stunden von Montag bis Freitag durchgehend geöffnet“, so Huber.
Verbesserter neuer Standort
Für den neuen Standort plant Huber deshalb vier bis fünf Behandlungsräume, zwei OPs sowie ein Raum für Zahn-OPs. Auch sollen Warte- und Behandlungsräume für Hunde und Katzen künftig getrennt werden, denn „wenn Hunde im Raum sind, haben Katzen ein hohes Stresspotenzial“, so die Tierärztin.
„Es sind bereits klinikähnliche Strukturen, wir sind immer gut erreichbar, und das soll sich am neuen Standort weiter verbessern mit flexibleren Zeiten und Notdiensten“. Auch in die Technik soll im Neubau investiert werden, „geplant habe ich eine Computertomographie“, erläutert Huber.