Auf dem Leuco-Areal in Horb soll eine neue Sporthalle für 17 Mio. Euro gebaut werden. Das ist der Siegerentwurf aus dem Wettbewerb.
Die Entscheidung über die neue Sporthalle auf dem Leuco-Areal ist gefallen. Zumindest die optische. In der Hohenzollernhalle Betra präsentiert die Stadtspitze den Siegerentwurf aus dem Wettbewerb.
OB Michael Keßler: „Das hochkarätig besetzte Preisgericht hat entschieden. Und es ist eine tolle Lösung für Horb geworden.“
Denn: Der Entwurf von Birk, Heilmeyer und Frenzel, Stuttgart mit Bäuerle Landschaftsarchitektur + Stadtplanung, Stuttgart bringt das Beste aller 20 eingereichten Ideen auf einen Punkt. Außen wie innen.
So soll die neue Sporthalle aussehen
Warum der Sieger der Sieger wurde, erklärt Fachbereichsleiter Thomas Hellener: „Ein Punkt war – wo sind die Umkleidekabinen? Viele Architekturbüros haben sie auf der Hangseite geplant. Weil hier später eine 100-Meter-Tartanbahn mit Weitsprunganlage hin soll, ist die Frage: Wo bekomme ich Lichtschächte oder die Entlüftung hin? Wenn die Umkleiden vorne sind, kann man sie auch natürlich belüften und hat Tageslicht.“
Zweiter Pluspunkt: Die Sieger haben die Umkleiden mit einem einstöckigen Riegel zur Straße hin abgesetzt. Hellener: „Diese Treppenoptik passt am besten zur Bebauung.“
Die neue Sporthalle: Auch innen extrem luftig
Dritter Pluspunkt: Die Innengestaltung. Die Zuschauertribüne ist auf Höhe der Ihlinger Straße. Vorteil: So gibt es einen barrierefreien Eingang. Die Zuschauer blicken auf ein filigranes, luftiges Balkenwerk, welches die Decke abstützt.
Der Eingang zur neuen Sporthalle ist am Kreisel. Von dort aus führt eine Treppe hoch zur Zuschauertribüne. Dadurch wirkt der Eingang auch von innen großzügig und luftig. Hellener: „Die Halle an sich ist an die Kelterwiesen gebaut. Weil hier der Hang niedriger ist, ist das städtebaulich der ideale Platz.“
Links neben der Halle Richtung Berufsschulen gibt es 40 Parkplätze, daneben sind noch 1700 Quadratmeter Fläche frei. OB Keßler: „Die Parkplätze müssen wir vorhalten. Die 1700 Quadratmeter können später entwickelt werden – für ein Beachvolleyballfeld oder Bolzplatz.“
Darum fielen die anderen Entwürfe zurück
Auf Platz 2 landen jeweils die Entwürfe von Auer Weber Assoziierte Stuttgart mit Nowak Abootalebi Landschaftsarchitektur aus München und Preis Spreen Architekten, München mit Fischer Heumann Landschaftsarchitekten, München. Gut an dem einen Entwurf: Er zieht den Eingang optisch vor – aber er ist nicht am Kreisel.
Den vierten Platz holten White Arkitekter Stuttgart mit Pfrommer + Roeder Frei Landschaftsarchitekten, Stuttgart. Die Idee dieser Gruppe: Man baut einen Landschaftsbalkon Richtung Autohaus Kronenbitter. Und hinter der Zuschauertribüne eine Sportlergalerie. Fachbereichsleiter Hellener: „Der Landschaftsbalkon ist eine gute Idee – aber auf welche Landschaft soll man da gucken?“
Eine ausgefallene Idee
Krasseste Idee: Der „Sägezahn“. Ein Architekturbüro hat eine ganz futuristische Halle entworfen. Dachzacken, dazwischen entgegengesetzte Dreiecke nach unten, an denen Pflanzen herabwachsen. OB Keßler zeigt auf die Kanten: „Das ist schwierig im Unterhalt. Hier sind überall kritische Stellen.“
Übrigens: Leider verhindert die deutsche Bürokratie mehr Fankultur in der neuen Sporthalle. Fachbereichsleiter Hellener: „Es dürfen höchstens 199 Zuschauer sein. Sonst hätten wir nach der Versammlungsverordnung mit viel höheren Standards bauen müssen. Das hätte Millionen mehr gekostet.“
Das muss man über die neue Sporthalle von Horb wissen
Baubeginn.
OB Michael Keßler: „Wir werden mit allen Preisträgern reden, danach gehen wir in den Gemeinderat.“ Fachbereichsleiter Hellener: „In der zweiten Jahreshälfte werden wir dann die Fachplanung starten. Bis wir das dann haben, folgt dann die Entwurfsplanung, damit wir die Ausschreibung starten können. Es wird deutlich im Jahr 2027 sein, ehe wir einen fertigen Beschluss für den Gemeinderat präsentieren können. Der Baubeginn könnte frühestens Ende 2027 sein.“
Halten die Stadionsporthallen noch so lange durch, bis die neue Halle steht?
Hellener: „Die müssen. Wir haben noch einmal kleinere Sanierungen gemacht.“
Wettbewerb
20 Büros haben mitgemacht. Der erste Platz bekommt 32000 Euro, die beiden zweiten Plätze jeweils 20000 Euro. Der dritte Preis 8000 Euro.
Kosten.
Das Rathaus geht bisher von einem Eigenanteil von gut 14,2 Millionen Euro aus.