Bis in den Gang vor dem Sitzungssaal stehen die Rotkreuzler, um die Abstimmung zur ILS mitzuverfolgen. Am Ende gab es strahlende Gesichter Foto: Dick

Hier waren alle Kreistagsfraktionen einer Meinung: Die Blaulichtfamilie im Zollernalbkreis benötigt einen Neubau für ihre Integrierte Leitstelle.

Die Entscheidung, ob eine neue Integrierte Leitstelle (ILS) für den Zollernalbkreis gebaut werden soll, fiel in der jüngsten Kreistagssitzung einstimmig – alle sind dafür.

 

Zuvor hatte die Leiterin des Dezernats für Gesundheit und Lebensraum, Gabriele Wagner, die Gründe aufgezählt, die einen Neubau nötig machen. Darunter der Platzmangel in der aktuellen Leitstelle im Balinger DRK-Haus in der Henry-Dunant-Straße, die überholte Technik dort und die mit dem Klimawandel steigenden Zahlen der Notrufe und Einsätze der Blaulichtfamilie, zu der neben dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) auch das Technische Hilfswerk (THW), die Polizei und die Feuerwehren gehören. Wagner berichtete zudem, dass sich sogar die Krankenkassen finanziell am Bau der neuen Leitstelle beteiligen wollen: „Ein starker Hinweis, dass die neue ILS dringend benötigt wird.“

Der Bezug der neuen Integrierten Leitstelleist für das dritte Quartal im Jahr 2027 geplant

Allein im Jahr 2023 habe es acht Flächenlagen gegeben, die durch Sturm beziehungsweise Starkregenereignisse zu einer Leitstellenverstärkung geführt hatten. In den zurückliegenden neun Jahren sei zudem die Anzahl der Hilfeersuchen deutlich gestiegen. „Sie haben ein Gesamtanrufaufkommen von 213 000 Anrufen über alle Rufnummern hinweg verursacht.“ In Spitzenzeiten sei es zu rund 600 Notrufen innerhalb von weniger als vier Stunden gekommen.

Neubau bevorzugt auf einem Grundstück des Kreises

Der Neubau soll bevorzugt auf einem Grundstück des Kreises entstehen. Mögliche kreiseigene Grundstücke werden derzeit auf Tauglichkeit überprüft. Das DRK wird mit der Umsetzung der Planung sowie der Bauarbeiten im engen Austausch mit dem Amt für Bevölkerungsschutz beauftragt. Die Kosten für den Kreis betragen etwa 4 785 000 Euro. Insgesamt kostet der Neubau knapp 9,6 Millionen Euro.

Durchweg aus allen Fraktionen bekamen die Blaulicht-Vertreter dickes Lob und Anerkennung

Der Zeitplan hört sich ambitioniert an: Das Planungsende soll im vierten Quartal 2025 sein, der Spatenstich soll noch im gleichen Quartal erfolgen. Der Bezug der neuen Leitstelle ist für das dritte Quartal im Jahr 2027 geplant.

Durchweg aus allen Fraktionen bekamen die zahlreichen Blaulicht-Vertreter, die den Sitzungssaal und sogar den Gang zu ebendiesem füllten, ein dickes Lob und Anerkennung für ihre – meist ehrenamtliche – Arbeit zum Schutz der Bevölkerung.